Ab 1. April 2026 streicht China die Mehrwertsteuer-Exporterstattung für definierte Photovoltaik-Produkte und senkt sie bei Batterieprodukten zunächst auf 6 Prozent – ab 1. Jänner 2027 fällt sie dort vollständig weg. Damit verändert sich die Exportkalkulation entlang einer Lieferkette, von der Europa bei Modulen und Teilen der Speicherwelt stark abhängig ist. Für Österreich heißt das: Einkauf, Preisannahmen und Projektkalkulationen sollten jetzt überprüft werden.
Informationen, die dem i-Magazin vorliegen und weiterführende Recherchen ergaben, dass China ab 1. April 2026 an einer Stellschraube dreht, die in der Photovoltaik-Lieferkette oft unterschätzt wird: der Mehrwertsteuer-Exporterstattung. In einem gemeinsamen Bulletin von Ministry of Finance of the People’s Republic of China und State Taxation Administration of China wird festgehalten, dass die VAT-Exporterstattung für „Photovoltaik und weitere Produkte“ ab 1. April 2026 aufgehoben wird – die betroffenen Positionen sind in einer offiziellen Produktliste definiert.
Der zweite Teil der Maßnahme zielt auf Batteriewaren. Hier ist die Linie sogar stufenförmig vorgegeben: Vom 1. April 2026 bis 31. Dezember 2026 sinkt die Exporterstattung von 9 % auf 6 %. Ab 1. Jänner 2027 wird sie vollständig gestrichen (0 %). In der zugehörigen Liste finden sich explizit u. a. Lithium-Ionen-Akkumulatoren (HS 85076000) – eine Warengruppe, die in der Praxis einen zentralen Baustein für stationäre Speichersysteme bildet.
Warum Europa das spüren kann – und Österreich besonders genau hinsehen sollte
Auf den ersten Blick wirkt das wie Innenpolitik: ein steuerlicher Eingriff, der Exportkalkulationen neu ordnet. Auf den zweiten Blick ist es Lieferkettenpolitik – und damit europäisches Thema. Eurostat weist für 2024 aus, dass rund 98 % der EU-Importe von Solarpaneelen aus China kamen. Wer in Europa PV-Projekte plant oder realisiert, hängt damit nicht nur an Preisen, sondern an Rahmenbedingungen, die weit außerhalb der EU gesetzt werden.
Die strukturelle Dimension zeigt sich auch upstream: Der jüngste Report von Fraunhofer Institute for Solar Energy Systems ISE beschreibt eine sehr starke Konzentration der PV-Fertigung in China; im Report-Kontext wird Chinas Anteil an der globalen Modulproduktion für 2024 mit rund 86 % eingeordnet. Bei Batterien verweist die International Energy Agency auf wachsende Konzentrations- und Lieferkettenrisiken in einem Markt, der gleichzeitig stark wächst.
Für Österreich ist die Relevanz doppelt: Erstens, weil sich der heimische Markt in vielen Segmenten entlang der EU-Beschaffungslinien bewegt. Zweitens, weil Speichersysteme zunehmend als Systemkomponente mitgedacht werden – im Eigenheim, im Gewerbe und bei Energiegemeinschaften. Wenn sich bei PV-Produkten die Exportkalkulation ändert und Batterien schrittweise steuerlich „entlastet“ werden, kann das Preissignale verschieben: nicht zwingend über Nacht, aber spürbar genug, dass Großhandel, Projektierer und Installationsbetriebe ihre Annahmen im Einkauf und in der Angebotserstellung überprüfen sollten.
| Zeitplan auf einen Blick |
| PV-Produkte: Exporterstattung ab 1. April 2026 = 0 % (aufgehoben).
Batterieprodukte: 6 % vom 1. April bis 31. Dezember 2026, ab 1. Jänner 2027 = 0 %. |