Aus Linz kommt der Strom doppelt – Keba treibt das bidirektionale Laden voran:

Wenn die Wallbox wie bei Keba mitdenkt

von Laura Peichl
Foto: © Keba

Ein kleiner Stecker. Ein großes Versprechen. Was wie ein simpler Ladevorgang wirkt, ist in Wahrheit der Schlüssel zur Energiewende. Doch wie gelingt der große Wurf, wenn Normen fehlen oder nicht berücksichtigt werden, Hersteller zögern – und das Image der E-Mobilität schwankt? Bei Keba in Linz hat man sich von Rückschlägen nicht beirren lassen – und nun eine Lösung parat, die mehr kann, als nur Strom liefern. Wer wissen will, warum das ausgerechnet in einem Gewerbepark in Oberösterreich beginnt, sollte weiterlesen.

Bevor das E-Auto überhaupt fährt, braucht es Strom – und eine Infrastruktur, die einfach funktioniert. Die Rede ist vom Laden, jenem neuralgischen Punkt, an dem sich Alltagstauglichkeit und Technik oft scheiden. Genau hier setzt Keba an: Mit smarter Wallbox, Schnellladelösung und nun auch mit bidirektionalem Potenzial. Doch wer glaubt, es handle sich dabei nur um eine neue Generation von Wallboxen, hat den Plan von Keba nicht verstanden.

Alles außer gewöhnlich: Die neue Wallbox Keba KeContact P40

Es ist keine gewöhnliche Wallbox, die Keba da unter dem Kürzel P40 ins Rennen schickt. Sie ist das Ergebnis von 16 Jahren Erfahrung, Hightech aus Linz und klar ausgerichtet auf die Zukunft.

Die P40 ist nicht nur kleiner, smarter als ihre Vorgängerin – sie ist auch schon heute bereit für das, was morgen kommt: bidirektionales Laden. „die Wallbox KeContact P40 in der Pro-Variante ist physikalisch bereits für bidirektionales Laden vorbereitet – Stichwort „hardware-ready“, erklärt CEO Christoph Knogler vor dem i-Magazin-Mikro. Heißt: Die KeContact P40 Pro kann theoretisch Strom nicht nur in das Auto hinein, sondern auch wieder heraus leiten – und wird damit zur Schnittstelle zwischen Mobilität und Stromnetz.

Vom Wallbox-Pionier zum Vollsortimenter

Keba war eines der ersten Unternehmen in Europa, das auf Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge setzte – lange bevor das Thema massentauglich wurde. Nun folgte der nächste Schritt: Die Übernahme des insolventen österreichischen Schnellladerspezialisten EnerCharge. Zwei Standorte – einer in Kötschach-Mauthen, einer in Oberlienz – wurden vollständig übernommen. Die 40 Mitarbeitenden ebenfalls. „Alle Mitarbeiter:innen konnten übernommen werden. Wir bleiben in der Region und eröffnen in Kürze ein neues modernes Büro in Kötschach-Mauthen“, bestätigt Knogler.

Mit dieser strategischen Übernahme wird Keba zu einem echten Vollsortimenter für AC- und DC-Ladelösungen – vom Einfamilienhaus bis zum Schnelllader an der Autobahn. Auch das Laden von E-LKWs ist nun Teil des Portfolios.

Intelligente Antworten auf ein altes Problem

Doch Keba wäre nicht Keba, würde man sich mit Hardware zufriedengeben. Denn das eigentliche Problem der E-Mobilität ist längst nicht mehr die Verfügbarkeit von Ladestellen – es ist das Fehlen von intelligenter, netzdienlicher Steuerung.

„Man könnte es pointiert formulieren: Der eigentliche Durchbruch der Elektromobilität beginnt dann, wenn jedes E-Auto nicht mehr nur ein Fahrzeug, sondern ein Teil einer großen Schwarmbatterie wird – ein aktiver Baustein im Energiesystem. Ab diesem Moment werden Fahrzeuge nicht mehr nur von A nach B bewegt, sondern helfen dabei, das Stromnetz zu stabilisieren und die Energiewende aktiv voranzutreiben. Für uns bei Keba ist diese Technologie von zentraler Bedeutung. Und ehrlich gesagt: Wir hätten gedacht, dass dieser Moment schon vor Jahren kommt – doch die Realität hat uns gelehrt, dass große Transformationen ihre Zeit brauchen.“, sagt Knogler.

Was er meint: Nur wenn bidirektionales Laden Realität wird, kann das Stromnetz von der E-Mobilität wirklich profitieren – durch Lastverschiebung, Notstromoptionen, oder sogar durch gezielte Rückspeisung ins Netz.

Aktuell scheitert es noch an den regulatorischen Rahmenbedingungen. Christoph Knogler bringt es auf den Punkt: „Die Technik ist fertig entwickelt, sie funktioniert – aber die Umsetzung im Markt hängt an ganz anderen Faktoren. Unterschiedliche Normen, zögerliche Automobilhersteller und fehlende Ernsthaftigkeit in der politischen Umsetzung haben dazu geführt, dass bidirektionales Laden bisher noch nicht Realität wurde. Doch genau darauf freuen wir uns – auf den Moment, wenn diese Technologie endlich dort ankommt, wo sie hingehört: in die breite Anwendung.“ Erste Forschungsprojekte sind in der Umsetzung, enger Austausch mit Netzbetreibern, Energieversorgern und Fahrzeugherstellern, um diesen V2G-Use Case gezielt voranzutreiben, findet statt.

Schnellladen mit KI-Assistenz: Die Zukunft spricht mit dir

Was bei Apple Siri heißt, heißt bei Keba KEA. Der digitale Avatar erscheint auf der Benutzeroberfläche und ist ein neues Assistenzsystem für eine innovative Generation von Schnellladern, die gerade in Entwicklung ist. „KEA ist unsere KI-Sprachassistenz – multilingual, visuell, intuitiv“, erklärt Knogler. Ziel ist es, Ladeerlebnisse barrierefrei, sprachenunabhängig und menschenzentriert zu gestalten. Die Sprachassistenz könnte bald an Ladepunkten ebenso selbstverständlich sein wie der Kartenzahlungsterminal im Supermarkt.

Der Durchbruch – oder nur ein Ladeversuch?

Noch ist er nicht da, der große Durchbruch der Elektromobilität – zumindest nicht in Österreich. Keba nennt offen die Gründe: fehlende Kommunikation, unsicheres Image, zurückhaltende Politik. Während Skandinavien bei fast 100 % Neuzulassungsrate von E-Autos angekommen ist, liegt in Österreich im ersten Halbjahr die Quote bei rund 22%. „Wir sind noch nicht in dieser positiven Dynamik. Aber die Technik ist da – und der Rest ist eine Frage des Images der Elektromobilität.“, so Knogler.

Was er nicht sagt – aber durchblicken lässt: Wer heute in Keba-Technologie investiert, bekommt mehr als ein Ladegerät. Er bekommt eine Brücke zur Energiezukunft.

Weitere Informationen auf: www.keba.com

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