Wie die Stadtwerke Amstetten 2025 die Energiewende vorantrieben:

Amstettens Energieprojekte 2025 im Rückblick

von Nakisa Kaltenbach
Foto: © Patricia Washüttl, Stadtwerke Amstetten

Die Stadtwerke Amstetten blicken auf ein starkes Jahr 2025 zurück: Mit innovativen Energieprojekten, einem deutlichen Ausbau nachhaltiger Mobilität und Investitionen in die Versorgungs- und Krisensicherheit zeigten sie, wie kommunale Infrastruktur zukunftsfit gestaltet werden kann. Ob ein neuer Großspeicher, ein hochmoderner E-Ladepark, sparsame elektrische Stadtbusse, ein innovativer Service Point oder autarke Trinkwasserversorgung: Amstetten setzte 2025 neue Maßstäbe weit über die eigene Region hinaus. Ein Rückblick zieht das Resümee über die fünf größten Projekte des vergangenen Jahres.

Energiewende-Vorzeigeprojekt: Der „Service Point“ mitten am Hauptplatz

Ende Juni eröffnete in Amstetten einer der innovativsten Orte rund um Energie, Nachhaltigkeit und Klimaschutz seine Tore. Der neue „Service Point“ der Stadtwerke Amstetten ist die erste Anlaufstelle für Kund:innen und ein modernes Beratungszentrum zu Energie- und Nachhaltigkeitsthemen. Angeboten werden ein umfassendes Strom-Ökosystem, nachhaltige Produkte und energieeffiziente Haushaltsgeräte (Weißware) wie Kühl- und Gefriergeräte, Waschmaschinen, Trockner und vieles mehr – inklusive persönlicher Beratung und direktem Service. Darüber hinaus bietet der Service Point kompetente Energieberatung, Informationen zu Strom, Klima und Mobilität sowie den AVB-Ticketverkauf direkt vor Ort. Interaktive Themeninseln, wechselnde Ausstellungen und ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm mit Events und Workshops machen den Ort zu einem echten Klima-Hub und Raum für Austausch. Der Service Point geht damit weit über eine klassische Informationsstelle hinaus. Er ist Hightech-Showroom, Veranstaltungsort und Begegnungsraum für alle, die aktiv an der Energiezukunft mitwirken möchten.  Im Rahmen der Eröffnung, fragte die Moderation Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Österreichs Energie, Vorständin bei u. a. EEÖ (u.v.m.) wie die Energiewende in Österreich skaliert werden kann. Sie antwortete, begeistert von dem neuen Service Point: „Österreich muss Amstetten werden, dann schaffen wir das“.

Im ersten halben Jahr nach der Eröffnung durfte der Service Point rund 7.500 Kund:innen begrüßen und knapp 16.000 Kund:innenanliegen bearbeiten.

Klimafreundliche Mobilität: Neue Elektrobusse für Amstetten

Mit Juli 2025 standen sechs neue, zu 100 % mit Ökostrom betriebene Elektrobusse für die Amstettner:innen zur Verfügung. Die neuen E-Busse haben eine Fahrgastkapazität von rund 60 Personen. Zudem wurde eine neue Linie eingeführt, die Betriebszeiten erweitert und die Takte der Busse verdichtet. So fahren die neuen Stadtbusse auch vor 6:00 und auch nach 19:00 Uhr noch, auch samstags. Das bedeutet 50 % mehr Angebot im öffentlichen Personennahverkehr Amstettens.

Elektrischer Stadtbus der Stadtwerke Amstetten im Stadtzentrum.

Die neuen Elektrobusse sorgen für klimafreundliche Mobilität in Amstetten.
(Bild: © Patricia Washüttl, Stadtwerke Amstetten)

Erste Hochrechnungen zeigen einen 20%igen Zuwachs an Fahrgästen. „Durch das deutlich höhere Angebot kommt der öffentliche Verkehr für immer mehr Menschen infrage und ist eine echte Alternative zum Individualverkehr. Das freut uns, da das schließlich eines der Ziele der Aufstockung war“, erklärt Harald Stressler, Projektleiter bei Stadtwerke Amstetten. „Dank dem Betrieb mit Elektrobussen sparen wir jedes Jahr rund 190 Tonnen CO₂ im Vergleich zum Dieselbetrieb ein“, ergänzt der Experte. Das neue Konzept funktioniert einwandfrei und auch die häufig diskutierte Elektro-Reichweiten-Thematik ist kein Problem. Neben dem Nachhaltigkeitsaspekt gestalten sich zusätzlich die Betriebskosten geringer als im Vergleich zu Dieselbussen.

Ultraschnell und breites Angebot: Großer E-Ladepark in Amstetten auf der Oiden

Der neue E-Ladepark in Amstetten auf der Oiden bietet E-Mobilist:innen alles, was das Herz begehrt. Der Anfang August eröffnete Ladepark umfasste zu Beginn 38 Ladeplätze mit Ultraschnellladestationen mit einer Ladeleistung von bis zu 400 kW. Im Vollausbau wird er insgesamt 50 Ladeplätze umfassen. Zudem steht den Besucher:innen ein umfassendes Aufenthalts- und Versorgungsangebot zur Verfügung, das unter anderem einen Spielbereich für Kinder, WC-Anlagen, Grünflächen mit abgetrenntem Hundeauslaufplatz und ein regionales Verpflegungsangebot umfasst. Um jedem Bedarf gerecht zu werden, bietet der E-Ladepark einen optimalen Mix an Ladestellenbetreibern: Die Stellflächen sind an die Betreiber EVN, Ionity und Tesla vermietet.

Innenansicht des Service Points mit Beratungsbereich, Holz- und Pflanzenelementen.

Der Service Point am Hauptplatz ist Anlaufstelle für Energie, Beratung und Nachhaltigkeit.
(Bild: © Patricia Washüttl, Stadtwerke Amstetten)

Seit 1. August 2025 wurden so bereits rund 35.000 E-Autos geladen und das Rahmenprogramm wie das Bistro oder der Spielplatz bekommen ebenso regen Besuch. Jürgen Hürner, Geschäftsführer der Stadtwerke Amstetten, zieht außerdem Bilanz: „Der E-Ladepark hat einen unglaublichen Mehrwert für die gesamte Region. Wir hätten nicht gedacht, dass der Tourismus und die Gastronomie in der Umgebung so stark davon profitieren. Wir bekommen regelmäßig positives Feedback“.

Weniger Schwankungen, mehr Sicherheit: Neuer Großspeicher in Allersdorf

Im Zuge des Ausbaus nachhaltiger Energiesysteme rückt die Frage eines intelligenten Umgangs mit Netzschwankungen verstärkt in den Fokus. Der Hintergrund: erneuerbare Energien führen zu einer gewissen Abhängigkeit von der Wetterlage – so kann es je nach Situation zu Energie-Überschüssen oder -Defiziten in der Einspeisung kommen. „Es ist aber nicht so, dass man mit nachhaltigen Energiesystemen Schwankungen hilflos ausgesetzt ist. Ein Gegenmittel sind unter anderem Speicheranlagen. Sie bieten mit schnellen Reaktionszeiten eine optimale Lösung: Im Falle einer Schwankung springen sie sofort ein, stabilisieren das Netz und verhindern einen Ausfall“, erklärt Harald Stressler. Deshalb errichteten die Stadtwerke Amstetten Ende 2025 einen neuen Strom-Großspeicher in Allersdorf, der Schwankungen in der Energieeinspeisung ausgleicht und gleichzeitig als Puffer für mehr Versorgungssicherheit dient: für die Region und das überregionale Netz.

Containerbasierter Strom-Großspeicher zur Stabilisierung des Stromnetzes.

Der neue Großspeicher gleicht Netzschwankungen aus und erhöht die Versorgungssicherheit.
(Bild: © Patricia Washüttl, Stadtwerke Amstetten)

Der Speicher umfasst rund zwei Megawattstunden – das entspricht einer Energiekapazität von rund 40 Elektroautos; kompakt in einem Container verbaut. Er wird gemeinsam mit dem Laufwasserkraftwerk betrieben und kann so überschüssige Energie optimal Speichern.

Autarke Wasserversorgung: Neuer Hochbehälter in Ulmerfeld-Hausmening-Neufurth

Im Falle eines Blackouts ist es nicht nur wichtig, die Stromversorgung schnellstmöglich wieder herzustellen, sondern die Bevölkerung mit Trinkwasser zu versorgen. Dazu haben die Stadtwerke Amstetten Ende 2025 einen neuen Hochbehälter in der Region Ulmerfeld-Hausmening-Neufurth errichtet. Mit einer Gesamtkapazität von 1.200 Kubikmetern ist er in der Lage, rund 1.400 Haushalte in der Region und überregional in Allhartsberg mit Trinkwasser zu versorgen. Dank modernster Technologie bleibt die Notwasserversorgung selbst bei einem Stromausfall gesichert. Der Hochbehälter ist der erste seiner Art in Amstetten und agiert auch bei einem Blackout autark. Eine leistungsstarke Photovoltaikanlage mit 64 kWp und ein Stromspeicher von 241 kWh sorgen dafür, dass die zwei Drucksteigerungsanlagen des Hochbehälters mit je vier Pumpen weiterhin zuverlässig arbeiten. So kann der notwendige Wasserdruck aufrechterhalten werden, ohne auf Dieselaggregate angewiesen zu sein.

Verstärkung in der Kommunikation
Mitarbeiterin der Stadtwerke Amstetten in einem modernen Innenraum.

Verstärkung im Bereich Kommunikation bei den Stadtwerken Amstetten.
(Bild: © Patricia Washüttl, Stadtwerke Amstetten)

Seit März 2025 verstärkt Nina Godderidge als Kommunikationsexpertin die Stadtwerke Amstetten. Bereits im vergangenen Jahr unterstützte sie die kommunikative Begleitung der neuen Energie- und Infrastrukturprojekte. Die 25-Jährige absolvierte ihr Bachelorstudium in Marketing & Sales an der FHWien der WKW. Mit ihrem Fokus auf verständliche, transparente Projektkommunikation trägt sie seither dazu bei, die Energiewende in Amstetten sichtbar und greifbar zu machen.

Ausblick in die Energiezukunft 2026

Auch 2026 machen die Stadtwerke Amstetten nicht Halt vor weiteren zukunftsgerichteten Energie- und Versorgungsprojekten. Am 12. Juni 2026 findet die offizielle Eröffnungsfeier des neu errichteten Hochbehälters statt. Zudem werden die ersten PV-Großanlagen der neuen PV-Offensive fertiggestellt. Ebenso ist der Fernwärme-Ausbau in den Gebieten Krautberg und Parksiedlung in Umsetzung, der 35 Neuanschlüsse ans Fernwärmenetz ermöglicht. Auch das Projekt der Stadtanspeisung Ost wird 2026 fertiggestellt und in Betrieb genommen. Für noch mehr Versorgungssicherheit startet zudem der Bau des zweiten Teils des Umspannwerks.

Quelle: Stadtwerke Amstetten

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