Worauf ist zu achten?

So gelingt die sichere LED-Umrüstung

von Sandra Eisner
Foto: © Signify

Die LED-Umrüstung ist mehr als eine technische Notwendigkeit – sie ist eine Investition in eine zukunftsfähige Infrastruktur. Wer heute handelt, reduziert nicht nur den Energieverbrauch und Betriebskosten, sondern erhöht auch die Arbeitsplatzqualität und stärkt die Nachhaltigkeitsbilanz seines Unternehmens.

Die Lichtbranche steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Mit dem Auslaufen konventioneller Leuchtstofflampen rückt die LED-Technologie endgültig ins Zentrum der Beleuchtungsplanung. Doch der Umstieg ist komplexer als gedacht: Technische Normen, rechtliche Vorgaben und sicherheitstechnische Anforderungen stellen hohe Ansprüche an Planung und Ausführung. Die Sparte Licht im FEEI gibt einen Einblick, worauf bei der sicheren LED-Umrüstung zu achten ist.

Warum das Aus für alte Leuchtmittel mehr als ein Technologieumbruch ist

Heinrich Sachs, Sprecher der Sparte Licht im FEEI (Bild: Zumtobel)

Seit Jahrzehnten prägen Leuchtstofflampen und Halogenleuchten die Beleuchtung in öffentlichen, gewerblichen und industriellen Räumen. Doch mit dem Inkrafttreten neuer EU-Regularien ist ihre Zeit abgelaufen: Die meisten konventionellen Lichtquellen dürfen nicht mehr neu in Verkehr gebracht werden. Nach Abverkauf bestehender Lagerbestände droht im Schadensfall ein funktionsbedingter Engpass. Das bedeutet: Die Reparatur mit identischen Leuchtmitteln ist künftig nur noch eingeschränkt möglich. Eine strukturierte Umstellung auf LED ist damit unverzichtbar, wie Heinrich Sachs, Sprecher der Sparte Licht im FEEI, betont: „Moderne LED-Technologie spart bis zu 80 Prozent Energie gegenüber herkömmlichen Lichtquellen. Sie bietet Betrieben damit ein Potenzial, das im Kontext steigender Energiekosten und CO2-Ziele kaum zu ignorieren ist.“

Es geht nicht nur um die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und um Energieeffizienz, sondern auch um Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Gleichzeitig verbessern sich Lichtqualität, Sehkomfort und die Sicherheit am Arbeitsplatz. Die LED-Umrüstung ist somit keine Frage des „Ob“, sondern des „Wie“.

Von der Bestandsaufnahme zur Dokumentation

Es empfiehlt sich, die Umstellung in mehreren aufeinander aufbauenden Schritten zu planen. Am Anfang steht eine technische Bestandsaufnahme. Dabei sollten nicht nur Anzahl und Typen der installierten Leuchten erfasst werden, sondern auch der Zustand der bestehenden Anlage, die Einsatzanforderungen sowie wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen.

„Viele Betreiber unterschätzen den Wert einer fundierten Ist-Analyse. Dabei ist sie die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen, sowohl in Bezug auf die Auswahl der Produkte als auch hinsichtlich der normativen Anforderungen“, so Sachs. Die Beratung und Planung durch einen qualifizierten Fachbetrieb ist daher empfehlenswert. Um hier im Vorfeld zu informieren, haben die Lichttechnische Gesellschaft Österreichs LTG, die Sparte Licht im FEEI und der OVE gemeinsam ein Merkblatt erarbeitet, um Unternehmen und Fachbetriebe bei der zukunftssicheren Umstellung ihrer Beleuchtungsanlage zu unterstützen.

Drei Wege zur LED-Umrüstung

Moderne LED-Systeme bieten eine hohe Farbwiedergabe, minimieren Blendungen und ermöglichen eine gleichmäßige Ausleuchtung. (Bild: XAL/Kurt Kuball)

Basierend auf der Analyse erfolgt die Beurteilung durch die Fachkraft, welche Art der Umrüstung im jeweiligen Fall geeignet ist. Im Allgemeinen lassen sich drei Wege unterscheiden: die Neuinstallation, der gezielte Umbau bestehender Leuchten und der Einsatz sogenannter Retrofit-Lampen.

Bei der Neuinstallation einer LED-Leuchte hat die ausführende Fachkraft lediglich sicherzustellen, dass die umgebaute Beleuchtungsanlage den gültigen technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen mit Prüfzeichen, Zertifikaten und Kennzeichnungen vom Hersteller genügt.

Beim Umbau bestehender Leuchten durch den Austausch von Komponenten wie LED-Modulen oder Treibern ist eine neue Prüfung erforderlich, entweder durch den Originalhersteller oder den Anbieter des Umrüstsatzes, um Vorgaben zu Sicherheit und Normkonformität zu beachten.

Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz von Retrofit-Lampen, bei denen die Lichtquelle ersetzt wird. Hier sind besonders die Kompatibilität mit der vorhandenen Leuchte sowie die Betriebssicherheit entscheidend. Es gilt, Herstellerinformationen sorgfältig zu prüfen. Auch bei einem scheinbaren Leuchtmittelwechsel hat die verantwortliche ausführende Fachkraft sicherzustellen, dass die veränderte Beleuchtungsanlage den anzuwendenden technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen genügt.

Wichtig ist in allen Fällen: Eine fach- und sachgerechte Planung sollte technische Normen, mögliche Genehmigungspflichten und die spätere Wartung berücksichtigen. Hier gilt es, vorab die Anforderungen und Rahmenbedingungen im Rahmen der Bestandsanalyse zu klären. Das Merkblatt ist auf der Website des FEEI zum Download verfügbar: Umrüstung von Beleuchtungsanlagen auf LED-Lichtquellen

Recht und Technikverständnis: Was Betreiber wissen müssen

Die Verantwortung für die Beleuchtungsanlage sowie deren sicheren, normgerechten Zustand liegt bei den Betreibern. Technische Änderungen sind dokumentationspflichtig, müssen geltenden Normen entsprechen und unterliegen Prüf- und Warnpflichten. Das ist besonders wichtig, wenn in bestehende Leuchten eingegriffen wird, etwa bei Umbauten oder dem Austausch von Komponenten. Denn solche Maßnahmen können bestehende Prüfzeichen und Zertifikate, darunter die CE-Kennzeichnung, ungültig machen. „Daher sind die sach- und fachgerechte Wartung, Instandsetzung sowie der Betrieb der Anlage durch eine qualifizierte Fachkraft auch hier wesentlich“, so Sachs.

LED-Technologie für mehr Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz

Beleuchtung ist mehr als ein funktionales Element – sie beeinflusst Konzentration, Wohlbefinden und nicht zuletzt die Arbeitssicherheit. Gerade in gewerblichen und industriellen Umgebungen spielt die Qualität der Beleuchtung eine zentrale Rolle für die Prävention von Unfällen und für die Ergonomie am Arbeitsplatz.

Moderne LED-Systeme punkten dabei auf ganzer Linie: Sie bieten eine hohe Farbwiedergabe, minimieren Blendungen und ermöglichen eine gleichmäßige Ausleuchtung. Darüber hinaus lassen sie sich flexibel an unterschiedliche Sehaufgaben anpassen – etwa durch dimmbare Systeme oder intelligente Lichtsteuerungen.

Die Einhaltung lichttechnischer Anforderungen wie Beleuchtungsstärke, Gleichmäßigkeit und Farbwiedergabe ist damit nicht nur eine Frage der Norm, sondern der praktischen Verantwortung gegenüber Mitarbeiter:innen. Besonders bei Schichtarbeit, Tätigkeiten mit hoher visueller Beanspruchung oder in sicherheitskritischen Bereichen können professionelle LED-Lösungen maßgeblich zur Gesundheitsprävention beitragen.

Damit wird deutlich: Die LED-Umrüstung ist mehr als eine technologische Modernisierung – sie ist ein aktiver Schritt hin zu einem gesünderen, sichereren und nachhaltigeren Arbeitsumfeld.

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