Gira Referenz: Smartes Betondruckhaus in Deutschland

Visionäres Betondruckhaus Beckum dank Gira smart

von David Lodahl
Foto: © Detlef Podehl

Nach nur zehn Monaten Bauzeit ist Deutschlands erstes Haus aus einem 3D-Betondrucker bezugsfertig. Als Smart Home konzipiert wurde es mit Gebäudetechnik von Gira ausgestattet.

Das erste Haus in Deutschland, das aus dem Drucker kam, steht im nordrhein-westfälischen Beckum, geplant von den ortsansässigen Mense-Korte ingenieure + architekten, die das Projekt auch in der Bauleitung bis zur Fertigstellung begleitet haben. Entstanden ist ein zweigeschossiges Einfamilienhaus mit etwa 160 Quadratmetern Wohnfläche und einer weichen Formensprache, die ohne Ecken und Kanten auskommt.

Weltweit betrachtet ist es nicht das erste seiner Art – doch in vielerlei Hinsicht das ausgereifteste. Einer der entscheidenden Unterschiede zu bereits existierenden Gebäuden aus dem Drucker ist, dass dort Wandkonstruktionen meist ungedämmt sind – was in Deutschland gar nicht zugelassen ist. Die große Herausforderung bestand deshalb in der EnEV-konformen Planung. Entscheidend war hier die Konstruktion des Hauses: Sie basiert auf dreischaligen Wänden, die mit Isoliermasse verfüllt wurden. Da der Druck in Schichten erfolgt, wirkt jede Wand außen und innen so, wie mit einem immensen Kammzugputz versehen.

Und noch eine wesentliche Neuerung weist das Gebäude in Beckum auf: So war der Druck einer einfachen Wand zwar früher bereits möglich, doch jetzt wurden Tür- und Fensteröffnungen sowie Aussparungen in den Druckprozess integriert. Während des Druckvorgangs berücksichtigte der Drucker auch die später zu verlegenden Leitungen und Anschlüsse für die gebäudetechnische Ausstattung. Wo etwa eine Steckdose geplant war, stoppte der Drucker und begann hinter ihr erneut. Dann wurde eine Leerdose eingesetzt oder bei größeren Aussparungen ein Edelstahlblech darübergelegt.

In Beckum mussten somit keine Schlitze mehr nachträglich geklopft werden. Zuvor hatten Architekt und Bauherr am Computer ein 3-D-Modell des Hauses entworfen, in das sämtliche Fenster und Türen, jede Steckdose, jede Versorgungsleitung einprogrammiert waren. Anschließend übersetzte ein Computer die Informationen und steuerte damit den Spritzroboter, der einen Spezialbeton aus einem Silo saugte und die Mauern aufschichtete – fast wie mit einer Sahnespritze – und dabei die für das Haus typischen runden Formen erzeugte.

Dieser spezielle 3D-Betondruck verlangte eine ganzheitliche Sichtweise auf den Bauprozess, in den auch die Elektroplanung frühzeitig mit einbezogen werden sollte. Die Smart Home-Planung ähnelt im Prinzip der eines klassisch errichteten Neubaus: Gesteuert wird das installierte KNX System vom kompakten Server Gira X1 in Verbindung mit dem Fernwartungsmodul Gira S1, als Bediengeräte kamen zwei Gira G1 auf jeder Etage zum Einsatz. Die übrigen Funktionen werden über den neuen Gira Tastsensor 4 geregelt. Die Steckdosen sind in die gerundete Designlinie Gira E3 integriert. Die Türkommunikation erfolgt per TKS-IP-Gateway über das Gira System 106, der G1 dient als Wohnungsstation.

Während des Druckvorgangs berücksichtigte der Drucker auch die später zu verlegenden Leitungen und Anschlüsse. Wo etwa eine Steckdose geplant war, stoppte er und begann hinter ihr erneut. Dann wurde eine Leerdose eingesetzt. (Bild: Gira)

Durchaus als Herausforderung erwiesen sich die geriffelten Innenwände für den beauftragten Elektroinstallationsbetrieb. Denn trotz der vom Drucker vorgesehenen Aussparungen musste im Detail nachgearbeitet werden. Doch hier sollen künftige Bauvorhaben durch eine noch präzisere Spritzgusstechnik Abhilfe schaffen – immerhin ist das Wohnhaus Beckum ein Pionierprojekt, das Optimierungen verträgt. Freuen konnten sich die Elektrofachhandwerker aber darüber, dass aufgrund der exakten Vorplanung keine Schlitze mehr geklopft werden mussten. In Summe ist für sie das 3D-Haus in Beckum nichts, was sie vor grundsätzlich neue Herausforderungen gestellt hätte.

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Weitere Informationen zu diesem Projekt, unter www.gira.at.

Quelle: Gira Giersiepen GmbH & Co. KG

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