Energiesituation aktuell:

Spannung in der Luft

von Jasmin Fuerbach
von Jasmin Fürbach, BA. BA. Foto: © Pixabay

Wenn der Russland-Krieg eines zeigt, dann, dass Österreichs Abhängigkeit von russischem Öl und Gas nicht nur problematisch, sondern regelrecht katastrophal sein kann. Die Auswirkungen auf die österreichische Energieversorgung sind so verheerend wie vorhersehbar. Eine energieeffiziente Lösung für Österreich ist demnach nicht länger ein Soll, sondern ein Muss. Was priorisiert werden muss, ist ein grüner Weg aus der Abhängigkeit von russischem Öl und Gas.

von Jasmin Fürbach, BA. BA.

Gestern: Russland dreht den Hahn zu

Die Zahlen der Vergangenheit sprechen für sich und trüben den Blick in die Zukunft, sollten keine grundlegenden Änderungen eingeführt werden. Im Jahr 2021 reichte der Wert der Erdöl- und Erdgasimporte in Österreich bis 7,3 Mrd. Euro. Damit wurden zwei Drittel der Energiemenge in Österreich aus dem Ausland importiert, 80 % davon aus Russland, so Karl Schellmann, Energieexperte des WWF Österreich.

Wie sehr sich diese Zahlen auf den Alltag der österreichischen Bevölkerung auswirken, wurde erst durch den russischen Einmarsch in der Ukraine deutlich. Es handelte sich nicht allein um eine Kriegserklärung, sondern um eine Machtdemonstration gegenüber Ländern wie Österreich, deren Stromverbrauch von Russland abhängt.

Lösungsansätze für den Ausstieg aus der fossilen Abhängigkeit müssen auf erneuerbare Energiequellen fokussieren. (Bild: Pixabay)

Lösungsansätze für den Ausstieg aus der fossilen Abhängigkeit müssen auf erneuerbare Energiequellen fokussieren. (Bild: Pixabay)

Heute: Hunger nach Energie

Von steigenden Lebensmittelpreisen bis zu Verzögerungen bei Lieferketten hat der Russland-Krieg massive Auswirkungen auf die österreichische Bevölkerung, die im Alltag spürbar sind. Beispielsweise steigt der Nettostromimport im Vergleich zum Vorjahr auf 10,4 %; in privaten Haushalten steigen damit auch Strompreise in ungeahnte Höhen. Im Mittelpunkt dieser Energiekrise steht der Begriff Versorgungsknappheit.

Auch der Umstieg auf erneuerbare Energie schreitet nur schleppend voran. Die Folge ist ein um 2 % sinkendes BIP und ein Steigen der Inflation auf 8 % bis Mitte 2022.

Morgen: Heilige Dreifaltigkeit

Österreichs Bevölkerung verlangt nach Lösungsansätzen, die die Stromversorgung des Landes in Zeiten der Unsicherheit garantieren. Dieser Weg aus der Abhängigkeit funktioniert jedoch nur durch die Zusammenarbeit der Heiligen Dreifaltigkeit aus Politik, Wirtschaft und Bevölkerung. WWF und der Umweltdachverband fordern 5-Punkte- und 8-Punkte-Programme, die dieselbe Botschaft teilen: Nur durch stärker forcierte Energiegesetze, Sensibilisierungsprogramme für Energiesparen und Verbraucherreduktion und der Beschleunigung der Mobilitätswende ist der prekären Energiesituation in Österreich Herr zu werden.

Der WWF und der Umweltdachverband präsentieren innovative Lösungen wie das Projekt EMMA, das Energie aus Biomasse gewinnt. (Bild: Pixabay)

Der WWF und der Umweltdachverband präsentieren innovative Lösungen wie das Projekt EMMA, das Energie aus Biomasse gewinnt. (Bild: Pixabay)

Das 8-Punkte-Programm fordert: Förder- und Ausbauprogramm für Biogas, Entwicklungs- und Förderprogramm zur Nutzung der Geothermie, Priorisierung der Photovoltaik, Sensibilisierungsprogramm für Energiesparen und Verbrauchsreduktion, Beschlussfassung und Umsetzung eines wirksamen Energieeffizienzgesetzes, Abbau der Warteschlange genehmigter Windkraftanlagen, klimafitten Waldumbau für Biomasse-Offensive nutzen, Steigerung der Sanierungsquote.

Auch das 5-Punkte-Programm setzt einen ähnlichen Fokus: Ambitioniertes Energieeffizienzgesetz, jährliche Energiespar-Milliarde, gesetzlich vorgegebener Ausstieg aus Öl und Gas, Fachkräfte-Offensive, Beschleunigung der Mobilitätswende.

Einen innovativen Lösungsvorschlag präsentiert außerdem das Projekt EMMA, das Wasserstoff aus Rindermist gewinnt. Der Kerngedanke aller Lösungsansätze ist die Produktion von regionaler Energie, die von Windkraft aus den Bundesländern über die Installation von PV-Anlagen bis zur Energiegewinnung aus Biomasse reicht.

Der Russland-Krieg hat in jedem Fall eines aufgezeigt: Der Jetzt-Zustand in Österreich kann nicht länger aufrechterhalten werden, das Konstrukt des Energieimports kollabiert. Der einzige Lichtblick in einer ansonsten dunklen Zukunft des vollständigen Blackouts ist der Umstieg auf erneuerbare Energie. Mit Solarenergie leuchten Photovoltaik, Biomasse und Windkraft den Weg aus, den es zu bestreiten gilt, um der fossilen Abhängigkeit von Russland zu entkommen.

Weitere Informationen auf www.i-magazin.com

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