Jahresbilanz 2025:

Solarstrom auf Rekordkurs – Batteriespeicher wachsen mit

von Laura Peichl
Foto: © Pixabay

Die Stromerzeugung aus Solaranlagen erreichte 2025 ein neues Rekordhoch. Ihr Anteil an der heimischen Stromerzeugung wuchs auf rund 18 Prozent. Die Photovoltaik überholte damit im vergangenen Jahr die Braunkohle (rd. 14 %) und das Erdgas (rd. 16 %) bei der heimischen Stromerzeugung. Nach der Windenergie (rd. 27 %) zählt Solarenergie damit zu den zwei wichtigsten Stromerzeugungsquellen in Deutschland.

Die hierzulande mittlerweile mehr als 5,5 Millionen installierten Photovoltaikanlagen erzeugten im vergangenen Jahr rund 87 Terawattstunden Strom (2024: 72 TWh). Dies geht aus einer vorläufigen Jahresbilanz des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) auf Basis von Daten des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme hervor. Trotz der positiven Erzeugungsstatistik warnt der Verband vor einer rückläufigen Entwicklung beim Photovoltaik-Zubau. Eine Verschlechterung der regulatorischen Rahmenbedingungen müsse unbedingt vermieden werden, um die Klimaziele und die Branche mit ihren über 100.000 Beschäftigten nicht zu gefährden.

So sei die Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen zwar deutlich gestiegen, das solare Ausbautempo habe sich aber 2025 entschleunigt. Nach Verbandsangaben wurden vorläufigen Prognose nach im Jahr 2025 neue Solarstromanlagen mit einer Leistung von rund 17,5 Gigawattpeak (GWp) in Deutschland neu in Betrieb genommen. Die neu installierte Photovoltaikleistung liegt damit in etwa auf Vorjahresniveau (17,7 GWp).

Um das für das Jahr 2030 gesetzlich verankerte Photovoltaik-Ausbauziel in Höhe von 215 GWp zu erreichen, sei hingegen ein jährlicher PV-Zubau von rund 20 Gigawatt erforderlich. Mit einer inzwischen erreichten PV-Gesamtleistung von rund 118 GWp sei erst gut die Hälfte des Weges geschafft (vgl. Pressegrafik).

Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer der Interessenvertretung von rund 1.200 Solar- und Speicherunternehmen appelliert vor diesem Hintergrund an die Bundesregierung, weitere Marktbarrieren abzubauen und die Förderkulisse für Solaranlagen keinesfalls weiter zu verschlechtern. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hatte im Herbst weitere Einschnitte bei der Förderung neuer Solardächer angekündigt, nachdem diese bereits zu Jahresbeginn 2025 eingeschränkt wurde.

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Zwischen den einzelnen Photovoltaik-Marktsegmenten zeigten sich 2025 deutliche Entwicklungsunterschiede: Während die neu installierte PV-Leistung ebenerdig errichteter Solarparks um etwa 25 Prozent zulegte, ging der PV-Zubau auf Eigenheimen und Gewerbedächern mit rund 25 Prozent beziehungsweise fünf Prozent 2025 deutlich zurück. Die neu installierte Leistung kleiner Steckersolargeräte (sogenannte „Balkonkraftwerke“) nahm im gleichen Zeitraum um rund 25 Prozent zu. Die 2025 neu installierten rund 17,5 GWp verteilten sich wie folgt auf die einzelnen Marktsegmente: Solarparks wurden im letzten Jahr mit einer Leistung von insgesamt rund acht GWp in Betrieb genommen (2024: rd. 6,5 GWp). Auf Industrie- und Gewerbedächern (Leistungsklasse >30 kWp) wurden PV-Systeme mit einer Leistung von rund 3,7 GWp neu installiert (Vorjahr rd. 3,9 GWp), im PV-Heimsegment (Leistungsklasse ≤ 30 kWp) wurden nur rund 5,2 GWp PV neu installiert (2024 rd. 6,8 GWp). Die Leistung der 2025 neu installierten Steckersolargeräte betrug rund 0,5 GWp (2024: rd. 0,4 GWp).

Die Kapazität stationärer Stromspeicher hat sich in nur fünf Jahren mehr als verfünffacht. Nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) sind inzwischen rund 2,4 Millionen Batteriespeicher in Deutschland in Betrieb. Zumeist wurden sie in Kombination mit einer Photovoltaikanlage installiert, um den selbst erzeugten Solarstrom rund um die Uhr nutzen zu können. In Summe betrage die Gesamtspeicherkapazität damit bereits deutlich über 25 Gigawattstunden (GWh). Das reicht rechnerisch aus, um den durchschnittlichen privaten Tagesstromverbrauch von über drei Millionen modernen 2-Personen-Haushalten in Deutschland zu speichern. Nach Einschätzung des BSW-Solar müsste der jährliche Ausbau von Batteriespeicherkapazitäten jedoch mehr als verdoppelt werden, um die Stromversorgung in den kommenden Jahren effizient und weitestgehend auf Erneuerbare Energien umzustellen. Dafür bedürfe es einer weiteren Verbesserung der regulatorischen Rahmenbedingungen.

Batteriespeicher sind ein wichtiger Schlüssel für eine erfolgreiche Energiewende. Sie bringen die Stromerzeugung mit dem Stromverbrauch in Einklang, kappen Stromspitzen in der Mittagszeit, reduzieren den Netzausbaubedarf und können auch zur Notstromversorgung eingesetzt werden.

Trotz erfreulicher Zuwächse in den letzten Jahren befindet sich der Speicherausbau in Deutschland nach Einschätzung von Energieexperten noch nicht auf der Zielgeraden. Nach Meinung des BSW-Solar muss die installierte Batteriespeicherkapazität bis 2030 auf rund 100 GWh vervierfacht werden.

Nach einer vorläufigen Bilanz des BSW-Solar wurden 2025 knapp 600.000 neue stationäre Batteriespeicher mit einer Kapazität von insgesamt rund 6,5 GWh neu in Betrieb genommen. Dies entspricht einem leichten Kapazitätsplus gegenüber dem Vorjahr 2024 in Höhe von rund fünf Prozent. Während die Nachfrage nach Heimspeichern gegenüber 2024 um rund acht Prozent zurückging, boomte der Markt für neu installierte Groß-Batteriespeicher der Megawattklasse. Er konnte sich nach Verbandsangaben mehr als verdoppeln. Ein Kapazitätsplus in Höhe von immerhin rund 30 Prozent verzeichneten 2025 neu installierte Gewerbespeicher.

Auch für das Jahr 2026 erwartet der BSW-Solar ein weiteres Marktwachstum bei Großspeichern. Im Heimsegment werde die weitere Investitionsbereitschaft stark von der Weiterentwicklung des regulatorischen Rahmens für die Photovoltaik und für Wärmepumpen abhängen. Für ihre Nutzer ist die Kombination aller drei Energiewende-Technologien von besonderem Vorteil. Auch für den Klimaschutz zahlt sie sich besonders aus.

„Damit Speicher ihr volles Potenzial entfalten können, sollten Netzanschlussverfahren beschleunigt werden und Netzentgeltregeln künftig Anreize zur Systemdienlichkeit enthalten. Zudem müssen schnell massengeschäftstaugliche Prozesse geschaffen werden, unter anderem durch Digitalisierung bei den Netzbetreibern, und Speicher lösungsorientiert in den Redispatch integriert werden“, erklärt der Hauptgeschäfteführer des BSW-Solar, Carsten Körnig.

Weitere Informationen auf: www.solarwirtschaft.de

Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft e.V.

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