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                                    20 5/2025zul%u00e4ssig %u2013 zum Beispiel, wenn Netzbenutzer freiwillig an Flexibilit%u00e4tsm%u00e4rkten teilnehmen.W%u00e4hrend Kalt die regulatorische Architektur skizzierte, erg%u00e4nzte Harald Strahberger von der Kanzlei Kinstellar den rechtlichen Unterbau. Mit der neuen EU-Richtlinie NIS 2 r%u00fccke die Cybersecurity von Ladeinfrastruktur in den Rang kritischer Infrastruktur. Betreiber m%u00fcssen k%u00fcnftig umfassende Sicherheitskonzepte umsetzen, die sowohl Datenschutz als auch IT-Sicherheit abdecken. Die rechtliche Verantwortung f%u00fcr Datenfl%u00fcsse, Fernwartung und Netzkommunikation liegt damit direkt bei den Betreibern. Verst%u00f6%u00dfe k%u00f6nnen nicht nur technische, sondern auch haftungsrechtliche Konsequenzen haben.Damit r%u00fcckte der Workshop die Ladeinfrastruktur erstmals in einen neuen Kontext: als rechtlich regulierten, sicherheitsrelevanten Bestandteil der Energieversorgung %u2013 ein Rollenwechsel, der die Branche grundlegend ver%u00e4ndern wird.Digitalisierung und Betrieb %u2013 Von der Technik zur VerantwortungWie komplex der Alltag der Ladeinfrastruktur geworden ist, zeigte Michael Messner von der Energie Steiermark. Er beschrieb die Ladeeinrichtung als IT-System mit physischem Ausgang %u2013 ein vernetztes Ger%u00e4t, das Datenstr%u00f6me in Echtzeit verarbeitet.Jede Ladestation kommuniziert %u00fcber Open Charge Point-Protokolle (OCPP) mit Backends, Roaming-Schnittstellen, Abrechnungssystemen, Lastmanagement und Sicherheitsservern. Verz%u00f6gerte Abrechnungsdaten, Signaturfehler im Rahmen des Eichrechts oder doppelte Kommunikationskan%u00e4le z%u00e4hlen heute zu den h%u00e4ufigsten St%u00f6rquellen. Die Fehleranalyse gestalte sich schwierig, da Ursachen oft auf mehreren Ebenen liegen.Auch organisatorische Aspekte spielen eine Rolle: Herstellervorgaben, eingeschr%u00e4nkte Reparaturrechte und Garantiebedingungen f%u00fchren dazu, dass Betreiber f%u00fcr einfache Eingriffe autorisierte Servicetechniker ben%u00f6tigen. Mit zunehmender Ladeleistung wachsen die Anforderungen %u2013 DC-Lader erfordern zus%u00e4tzliche Fachkenntnisse, etwa Schaltberechtigungen f%u00fcr Mittelspannungsanlagen.Messner machte deutlich, dass Ladeinfrastruktur heute ohne fundierte IT-Kompetenz nicht mehr zuverl%u00e4ssig zu betreiben ist. Als Gegenma%u00dfnahmen setzt sein Unternehmen auf eigene Softwarel%u00f6sungen, standardisierte Servicevertr%u00e4ge und intensive Schulungsprogramme. Damit verschiebt sich die Verantwortung der Betreiber von der elektrischen Installation hin zum digitalen Betrieb %u2013 ein Wandel, der viele Unternehmen erst noch erreichen muss.Eichrecht und Qualit%u00e4tssicherung %u2013 Zwischen Pr%u00e4zision und PraxisEin weiteres zentrales Thema war das Eichrecht. Roman Eichinger vom OVE stellte das Positionspapier vor, das sein Verband im Sommer 2025 ausgearbeitet hat. Es b%u00fcndelt Erfahrungen aus der Praxis und formuliert Vorschl%u00e4ge zur Anpassung der bestehenden Vorschriften f%u00fcr Ladetarifger%u00e4te, um die Abrechnung nach geladener Energie zu autowww.ove.atwww.i-magazin.comNEWS OVE-Mobility-WorkshopVon Ladeparks mit Megawattleistung %u00fcber batteriegest%u00fctzte Schnelllader bis zu bidirektionalem Laden: Die siebten E-Mobilit%u00e4tstage von Oesterreichs Energie zeigten, wie schnell sich %u00d6sterreichs Energiesystem elektrifiziert %u2013 und wo die Engstellen liegen. Barbara Schmidt machte klar, dass Stromverbrauch kein Feind der Klimaziele ist: %u201eJede Kilowattstunde, die im Netz flie%u00dft, senkt die Belastung aller.%u201c Andreas Reinhardt vom BE%u00d6 forderte Vertrauen statt Verunsicherung. Zukunftsforscher Gerd Sendlhofer zeigte, wie regionale Energiezellen das R%u00fcckgrat einer neuen Mobilit%u00e4tskultur bilden k%u00f6nnen, w%u00e4hrend Philipp Wieser (AustriaTech) den rasant wachsenden Hochleistungs-Ladeausbau als %u00f6sterreichische Erfolgsgeschichte pr%u00e4sentierte.Parallel dazu konkretisierte Kathrin Goldammer vom Reiner Lemoine Institut die Forschungsinitiative %u201eStele%u201c, die E-Lkw-Ladehubs plant, und Gerald Mayrhofer (Linz AG) warnte vor %u00fcberfordernden Fristen der EU-Geb%u00e4uderichtlinie. Hans-J%u00fcrgen Salmhofer (BMK) versprach Planungssicherheit durch neue F%u00f6rderlinien, w%u00e4hrend Hauke Hinrichs (Smatrics) und Kajetan Mazenauer (Avia Volt Suisse) bewiesen, dass Ladeinfrastruktur l%u00e4ngst wirtschaftlich funktioniert %u2013 wenn Netz, Speicher und Intelligenz zusammenspielen.Das Fazit: E-Mobilit%u00e4t ist kein Zukunftsversprechen mehr, sondern Realit%u00e4t in Bewegung %u2013 von der Baustelle bis Br%u00fcssel. Die Energieund Mobilit%u00e4tswelt w%u00e4chst zusammen, digital, systemdienlich und entschlossen.E-Mobilit%u00e4t mit System: %u00d6sterreich unter StromFACT-BOX:Digitale Kontrolle trifft elektrische Kraft: Der vollelektrische Mercedes-Benz eActros stand bei den E-Mobilit%u00e4tstagen von Oesterreichs Energie sinnbildlich f%u00fcr die neue Generation smarter Nutzfahrzeuge. Per App l%u00e4sst sich Ladezustand, Reichweite und Fahrzeugstatus in Echtzeit %u00fcberwachen %u2013 ein Beispiel daf%u00fcr, wie Vernetzung und Elektromobilit%u00e4t im Schwerverkehr zusammenwachsen.Alle Vortr%u00e4ge, O-T%u00f6ne, Studien und Fotos der E-Mobilit%u00e4tstage 2025 finden Sie in der Langfassung auf www.i-magazin.comHier geht%u2019s zum vollst%u00e4ndigen Berichthttps://i-magazin.com/der-ove-mobility-workshop-zur-zukunft-der-elektromobilitaet/Scannen Sie den QR-Code jetzt!Scannen Sie den QR-Code jetzt!Foto: Mercedes BenzDigitalisierung & Betrieb: Michael Messner (Energie Steiermark) zur zunehmenden IT-Verflechtung von Ladeeinrichtungen.Eichrecht & Qualit%u00e4t: Roman Eichinger (OVE) %u00fcber Fristverl%u00e4ngerungen, Pr%u00fcfverfahren und europ%u00e4ische Harmonisierung.Europa & Perspektive: Johannes Hasibar (AustriaTech) mit Zahlen und Strategien im europ%u00e4ischen Vergleich.Fotos: www.i-magazin.com
                                
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