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36 1/2026LManchmal liegt die eigentliche Innovation nicht im Produkt, sondern im Prozess. Im siebten Wiener Gemeindebezirk ist ein Raum entstanden, der sich konsequent weigert, ein Schauraum zu sein. Hier h%u00e4ngen Leuchten nicht zur Dekoration, sondern zur Diskussion. Entscheidungen fallen nicht alleine am Bildschirm, sondern im Raum. Und wer diesen Ort verl%u00e4sst, nimmt meist mehr mit als eine Produktauswahl %u2013 n%u00e4mlich ein neues Verst%u00e4ndnis davon, wie Licht entsteht.Lichtplanung steht heute unter widerspr%u00fcchlichen Vorzeichen. Sie soll normkonform und effizient sein, zugleich aber atmosph%u00e4risch, individuell und architektonisch pr%u00e4zise. Die technische Komplexit%u00e4t nimmt dabei stetig zu %u2013 Optiken, Steuerungen, Lichtfarben, Akustik und Integration verlangen nach immer mehr Fachwissen und Erfahrung. Genau an dieser Schnittstelle setzt Christian Ipsmiller an. Nach Jahrzehnten in der Lichtbranche, mit tiefem Verst%u00e4ndnis f%u00fcr Planung, Vertrieb und Umsetzung, hat er gemeinsam mit Prolicht-Chef Walter Norz ein Atelier an einen Ort geschaffen, an dem Licht nicht vereinfacht, sondern verst%u00e4ndlich gemacht wird. Ein Raum, in dem Erfahrung auf Struktur trifft %u2013 und Planung zur bewussten Entscheidung wird. Das i-Magazin sprach mit Christian Ipsmiller %u00fcber die Details %u2013 lesen Sie mehr %u00fcber den Vater, den Paten und den Kurator des Konzepts!Christian, dein Atelier versteht sich ausdr%u00fccklich nicht als Schauraum. Was unterscheidet diesen Ort fundamental von klassischen Pr%u00e4sentationsfl%u00e4chen?Christian Ipsmiller: Der Unterschied liegt nicht in der Einrichtung, sondern in der Haltung. Ein Schauraum zeigt Ergebnisse %u2013 das Atelier besch%u00e4ftigt sich mit dem Weg dorthin. In klassischen Showrooms h%u00e4ngen Leuchten, oft perfekt inszeniert, aber losgel%u00f6st vom konkreten Raum, von Nutzung, von Materialit%u00e4t. Hier hingegen wird Licht nicht betrachtet, sondern erarbeitet. Wir sprechen nicht zuerst %u00fcber Design, sondern %u00fcber Sehaufgaben, Raumproportionen, Blickachsen, Oberfl%u00e4chen, Tageslichtanteile. Erst dann %u00fcber Leuchten. Das Atelier ist deshalb bewusst ein Arbeitsraum: mit Mustern, zerlegbaren Leuchten, Materialboards, Akustikelementen und Planungssoftware. Wer hier sitzt, arbeitet %u2013 und trifft Entscheidungen, die sp%u00e4ter nicht mehr korrigiert werden m%u00fcssen.Was bedeutet dieser Ansatz konkret f%u00fcr Architekten, Innenarchitekten und Lichtplaner?Ipsmiller: Vor allem Klarheit. Viele kommen mit diffusen Vorstellungen: Es soll warm sein, nicht blenden, hochwertig wirken. Das ist legitim, aber nicht ausreichend. Im Atelier %u00fcbersetzen wir diese W%u00fcnsche in technische Parameter: Farbtemperatur, Farbwiedergabe, Abstrahlwinkel, Leuchtdichteverteilung, Entblendung, Steuerung. Wir vergleichen 2.700 mit 3.000 Kelvin nicht theoretisch, sondern sichtbar. Wir halten Materialien ins Licht. Wir sprechen %u00fcber Ra-Werte nicht abstrakt, sondern am Objekt. Dadurch ver%u00e4ndert sich die Qualit%u00e4t der Entscheidung massiv %u2013 auch f%u00fcr Bauherren, die keine technische Ausbildung haben.Man kann es kaum fassen: Prolicht spricht von %u00fcber f%u00fcnf Milliarden Konfigurationsm%u00f6glichkeiten. Wie beh%u00e4lt man da die Kontrolle?Ipsmiller: Indem man wei%u00df, warum man etwas ausw%u00e4hlt %u2013 nicht nur was. Diese Vielfalt ist kein Selbstzweck, sondern Voraussetzung f%u00fcr Pr%u00e4zision. R%u00e4ume sind unterschiedlich, Nutzungen ebenso. Ein Downlight ist nicht einfach ein Downlight. Wir konfigurieren hier live: Geh%u00e4usefarbe, Innenreflektor, Optik, Lichtfarbe, Dimmung %u2013 DALI, Casambi, Meta. Und wir sehen sofort technische Daten, Datenbl%u00e4tter, Montageanleitungen und den Listenpreis. Das zwingt zur Auseinandersetzung und verhindert Fehlentscheidungen.Wenn Licht zum Prozess wirdINSIDE PROLICHT ATELIER IPSMILLER:von Thomas Buchbauer %u2013 Recherche, Konzept und KurationDer erfahrene Lichtplaner Christian Ipsmiller steht f%u00fcr einen praxisnahen Ansatz in der Beleuchtungsplanung, bei dem Architektur, Technik und Entscheidungsfindung zusammengef%u00fchrt werden.Foto: %u00a9Prolicht/IpsmillerTECHNIK Prolicht%u201eWenn jemand hier rausgeht und sagt: Ich habe verstanden, warum wir uns so entschieden haben, dann war es richtig. Nicht, weil es billig war. Nicht, weil es trendy war. Sondern weil es passt.%u201cChristian Ipsmiller betreibt das erste Prolicht Atelier in Wien und sagt dazu:

