Das Exklusiv-Interview zum Abschied von Alexander Mehler:

„Ich möchte von Herzen Danke sagen!“

von Sandra Eisner
Foto: © Alexander Mehler

Er war das Gesicht der Mehler Elektrotechnik Ges.m.b.H. Nun ist er es nicht mehr, denn – wie wir exklusiv berichteten – hatte sich Alexander Mehler per 11.08.2021 aus der Geschäftsführung zurückgezogen. Wir sprachen mit ihm über diese gewaltige Veränderung innerhalb des Familienbetriebs.

Interview: Thomas Graf-Backhausen

Text: Mag. Sandra Eisner

Vielerorts zeigte man sich irritiert ob der einschlagenden Neuigkeit, dass Alexander Mehler nicht mehr als Geschäftsführer beim Familienunternehmen Mehler Elektrotechnik tätig ist. Bekannt für seine Handschlagqualität, nutzte Alexander Mehler das Gespräch mit i-Magazin-Herausgeber Thomas Graf-Backhausen, um seinen langjährigen Mitarbeitern, Partnern und Kunden seinen Dank für die erfolgreiche Zusammenarbeit auszusprechen. Auch für das Unternehmen hat er nur wohlmeinende Worte: „Ich wünsche der Firma, dass sie auf ihrem erfolgreichen Kurs bleibt, das Team weiterhin gut zusammenarbeitet und die Kunden ihre Treue Mehler gegenüber beibehalten.“ Lesen Sie nachfolgend weitere Details zum Abschied Alexander Mehlers vom Familienunternehmen.

Herr Mehler, wie lange waren Sie im Unternehmen tätig?
Alexander Mehler: Ich war 40 Jahre lang im Familienunternehmen beschäftigt, wobei mein Bezug zur Firma bereits im Kindesalter begann – durch die Beschäftigung mit Metall, Draht, Stromkreisen sowie Auf- und Zusammenbau von Schaltschränken. Mit 15 Jahren habe ich die Lehre im elterlichen Betrieb begonnen und anschließend in allen möglichen Bereichen gearbeitet – vom Zuschnitt über das Schweißen bis hin zur Pulverbeschichtung und Montage sowie Elektrotechnik. Ich habe damals meinen Vater bereits oft zu den Prüfanstalten (ÖVE) begleitet, was mich sehr interessiert und mir auch großen Spaß gemacht hat.

Wie gestaltete sich Ihre weitere Reise im Familienbetrieb?
Mehler: Als mein Bruder die Firma schließlich verließ, tauchte ich mehr in den technischen Verkauf ein, in Kundenbetreuung, Entwicklung, Organisation. Da die Firma damals noch eine überschaubare Größe hatte, war ich ebenso im Einkauf tätig, außerdem im Bereich Mitarbeiterführung – als »Allrounder« habe ich so ziemlich alles erlernt und vieles erfahren. Es hat mir großen Spaß gemacht und so ist mir auch vieles gelungen in den letzten 25 Jahren: Angefangen bei der Verkehrstechnik in Zusammenarbeit mit der Firma Kapsch, haben wir unter anderem den doppelwandigen Schaltschrank in Aluminiumtechnik entwickelt und damit den ersten größeren Auftrag abgewickelt. Es folgten u. a. der wasserdichte Schrank »Oktopus« sowie die Selbstklimatisierung (Cool Cabinet) und viele weitere Innovationen – sowie der TSRM-Industrieschrank – die ich aktiv mitentwickelt habe. Vor 12 Jahren haben wir uns bereits mit dem Thema Elektromobilität beschäftigt, was heute ein großes Geschäftsfeld darstellt. Was die Speichertechnologie betrifft, stellen wir Gehäuse für viele internationale Firmen her, wir bieten Generatoren, Notstromversorgungen für Rechenzentren usw. Vor ein paar Jahren habe ich das Sechs-Stufen-Programm eingeführt, wobei der Kunde vom Leerschrank bis zum vorkonfektionierten Schrank in der Mechanik wählen kann. Was meinem Vater bereits sehr wichtig war und ich mit Überzeugung fortführte, war die Unterstützung unseres Fachgroßhandels – davon profitiert Mehler heute noch und ist sehr dankbar dafür, weil die Standardprodukte verstärkt über den Großhandel am Markt platziert werden.

Wann wurden Sie Geschäftsführer?
Mehler: Im Jahr 2014 wurden mein Bruder und ich dann formell Geschäftsführer, wobei ich bereits zuvor in dieser Richtung tätig war – jedoch nicht »am Papier«. Mein Bruder waltete im Hintergrund, in der Produktion, während ich das Sprachrohr nach außen darstellte, das bedeutet, ich habe mich den Geschäftsabschlüssen gewidmet, den Veranstaltungen, Messen, den Jahresvereinbarungen und Kundenkontakten (Großhändler, Elektriker) …

Als Sie angefangen haben, sich den Themen Verkauf und Entwicklung zu widmen – wie viele Mitarbeiter waren damals im Unternehmen tätig und wie viele sind es heute?
Mehler: Damals waren es weniger als 100 Mitarbeiter, heute sind es 240. Natürlich haben wir maschinell stark aufgerüstet, die Effizienz gesteigert und uns auch flächenmäßig stark vergrößert.

Als bekannt wurde, dass Sie den Familienbetrieb verlassen, gab es viel Irritation innerhalb der Branche, weil Sie als expliziter Ansprechpartner und Treiber im Unternehmen angesehen wurden. Was erwartet die Vertragspartner nun durch diese Veränderung in der Zusammenarbeit? Werden Vereinbarungen, die erfolgreich mit Ihnen geschlossen wurden, eingehalten?
Mehler: Davon bin ich überzeugt. Es gibt eine neue Geschäftsleitung und im Hintergrund sehr viele kompetente Mitarbeiter in den Abteilungen – gemeinsam werden sie natürlich ihr Bestes geben. Ich bin mir dessen bewusst, dass es nicht einfach ist. Wichtig ist aber dennoch, den bisher erfolgreichen Weg weiterzugehen.

Haben Sie eine Botschaft für Ihre bisherigen Partner, Mitarbeiter, Kunden?
Mehler: Ich möchte den langjährigen Kunden meinen Dank aussprechen – und zwar jedem einzelnen. Durch Schulungen, Messen etc. sind viele persönliche Kontakte entstanden, die auf Sympathie, Vertrauen und Handschlagqualität aufgebaut wurden. Wer mich kennt, weiß, dass ich immer zu meinem Wort gestanden habe – das war mir stets wichtig. Auch bei allen Großhändlern, mit denen wir die letzten Jahre und Jahrzehnte viel erreicht haben, möchte ich mich bedanken. Wir haben gemeinsam vieles entwickelt, Aktionen erstellt, verschiedene Sonderlösungen geschaffen, die Läger gemeinsam aufgebaut. Das alles war erreichbar durch Einsatz und Handschlagqualität. Ein großes Dankeschön geht auch an die Mitarbeiter, ohne die das Unternehmen heute nicht da wäre, wo es ist.

Welche Pläne haben Sie für Ihre Zukunft, wie geht es weiter?
Mehler: Aktuell genieße ich meine Freizeit – die in den letzten Jahrzehnten eher spärlich ausgefallen war – mit meiner Frau. Wir haben das große Glück, eine herzliche, intakte Familie zu haben, mit unseren beiden Kindern, unseren Enkel- und auch Schwiegerkindern genießen wir ein harmonisches Zusammenleben. Natürlich ist es mit 55 Jahren für mich noch etwas zu früh für die Pension und so gibt es bereits konkrete Planungen, die berufliche Zukunft betreffend, gemeinsam mit meiner Frau in den Bereich der Nachhaltigkeit tiefer einzutauchen. Allerdings werden wir zuerst mit dem Alten abschließen, bevor wir uns dem Neuen widmen.

Herr Mehler, vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für die Zukunft!

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