Drei Tage Architekturprogramm auf der Gebäudetechnikmesse in Hamburg:

Internationales ArchitekturForum Get Nord 2026: Umbau und Ressourcen im Fokus

von Julia Petz
Foto: © Hamburg Messe und Congress/Romanus Fuhrmann

Das Internationale ArchitekturForum auf der Get Nord 2026 findet vom 19. bis 21. November in Hamburg statt. Unter dem Leitthema „Future Building – Architecture | Resources | Technology“ diskutieren nationale und internationale Architektinnen und Architekten über nachhaltiges Bauen im Bestand, den Einsatz von Ressourcen und die Verbindung von architektonischer Qualität und technologischer Innovation. Ausgerichtet wird das Forum vom Architektur Centrum Hamburg. Für Fachleute aus Planung und Gebäudetechnik bietet das Programm Einblicke in konkrete Umbauprojekte und unterschiedliche Ansätze für den Umgang mit bestehenden Gebäuden.

Warum der Gebäudebestand im Mittelpunkt steht

Die Debatte über künftiges Bauen betrifft nicht allein neue Baustoffe oder technische Lösungen. Das ArchitekturForum richtet den Blick ebenso auf die Frage, wie vorhandene Gebäude erhalten, umgebaut und an veränderte Anforderungen angepasst werden können. „Wir erleben einen grundlegenden Wandel der Bedingungen, unter denen Architektur entsteht. Das Forum möchte zeigen, dass Zukunft nicht nur im Neubau liegt, sondern ebenso im Weiterbauen, im Umgang mit Ressourcen und in der Fähigkeit, Räume an neue gesellschaftliche Bedürfnisse anzupassen“, erklärt Volker Roscher, Geschäftsführer des Architektur Centrum Hamburg.

Den Hintergrund liefern Zahlen aus dem im Mai 2026 veröffentlichten Global Status Report for Buildings and Construction 2025–2026 des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) und der Global Alliance for Buildings and Construction (GlobalABC). Demnach entfallen rund 37 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen auf den Gebäudesektor einschließlich der Bauwirtschaft. Gebäude und Bauwesen stehen zudem für nahezu 50 Prozent der weltweiten Materialentnahme. Die globale Gebäudefläche erreichte 2024 dem Bericht zufolge 273 Milliarden Quadratmeter und wuchs binnen eines Jahres um 1,7 Prozent. Etwa die Hälfte der Gebäude, die 2050 existieren werden, muss laut Bericht erst noch gebaut oder renoviert werden.

Programm am ersten Tag: Kulturorte und Alsterschwimmhalle

Zum Auftakt stellt Lacaton & Vassal Architectes aus Montreuil den umfassenden Umbau des Hamburger Kulturveranstaltungsortes Kampnagel vor. Das Büro ist für einen Ansatz bekannt, der bestehende Strukturen erhält und für neue Nutzungen weiterentwickelt. Mitgründerin Anne Lacaton erhielt 2025 den Jane Drew Prize. Amelie Deuflhard und Jonas Zipf beleuchten anschließend die Bauherrenperspektive: Welche Anforderungen entstehen, wenn bestehende Kulturorte weiterentwickelt werden, und welche Möglichkeiten eröffnet ihre Transformation?

Ein weiteres Hamburger Beispiel bringen gmp Architekten in das Programm ein. Anhand der Alsterschwimmhalle zeigen sie, welches Potenzial im Umbau und in der Weiterentwicklung vorhandener Gebäude liegt. Der erste Veranstaltungstag behandelt damit unterschiedliche Maßstäbe des Weiterbauens – vom Kulturveranstaltungsort bis zum öffentlichen Schwimmbad. Im Vordergrund stehen die architektonischen Entscheidungen und die Anforderungen, die sich aus dem jeweiligen Bestand ergeben.

Programm am zweiten Tag: Räume an neue Nutzungen anpassen

Am zweiten Forumstag geht es um die Qualität und Veränderbarkeit von Räumen. Innauer Matt aus Bezau in Österreich sprechen über „Sinn und Sinnlichkeit des Raums“. Zu den vorgestellten Arbeiten zählt der Kunstraum Kassel, der 2023 mit dem Deutschen Architektur Preis ausgezeichnet wurde. ATAMA aus Gent zeigen anhand des Projekts M AT-FELIX-1450 Möglichkeiten transformativer Architektur.

Hoskin Architects aus Berlin widmen sich unter dem Thema „people focused design“ dem Umbau der Marienfeste in Würzburg. Die Anlage wird in mehreren Bauabschnitten zu einem modernen und barrierefreien Museum umgebaut. Das Büro stellt damit ein Projekt vor, bei dem die Anpassung eines bestehenden Bauwerks an heutige Nutzungsanforderungen im Zentrum steht. Für das Parkhead Health & Social Care and Community Hub in Glasgow erhielten Hoskin Architects 2026 einen RIAS Award.

Programm am dritten Tag: Umbaukultur, Forschung und Baustoffe

Der dritte Tag verbindet Fragen der Umbaukultur mit Forschung zu nachhaltiger Architektur und dem bewussten Umgang mit Materialien. Alexander Poetzsch aus Dresden befasst sich damit, was eine zeitgemäße Umbaukultur auszeichnet. Als Projektbeispiel stellt er die Scheune am Rathaus Strehla vor, die für den DAM Preis 2027 nominiert ist.

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Florian Nagler aus München spricht über Eigenschaften nachhaltiger Architektur und gibt Einblicke in die Forschungshäuser Bad Aibling. Er wurde 2026 für sein Gesamtwerk, seine Forschung und seine architektonische Haltung mit der Heinrich-Tessenow-Medaille ausgezeichnet. Den Abschluss gestaltet Anupama Kundoo, die in Pondicherry, Berlin und Mumbai arbeitet. Am Beispiel des Wall House behandelt sie die Materialität von Gebäuden und die Frage, wie sich der Einsatz von Baustoffen mit architektonischer Qualität verbinden lässt.

Teilnahme am Forum ist kostenfrei
Weiteres Bild im Zusammenhang mit der GET NORD

Die Get Nord verbindet Gebäudetechnik mit Architektur und Planung. (Bild: Hamburg Messe und Congress/Romanus Fuhrmann)

Die Teilnahme am Internationalen ArchitekturForum ist kostenfrei, setzt aber eine Anmeldung voraus. Nach Angaben der Veranstalter ist die Teilnahme grundsätzlich als Fortbildung nach § 5 Absatz 1, Satz 1 der Fortbildungssatzung der Hamburgischen Architektenkammer Hamburg anerkannt. Das gilt auch für die Architektenkammern Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Berlin sowie für die Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein.

Das Forum ist Teil der Get Nord, einer Fachmesse für technische Gebäudeausstattung. Sie findet alle zwei Jahre auf dem Gelände der Hamburg Messe und Congress statt und verbindet die Gewerke Elektro, Sanitär, Heizung und Klima mit Architektur, Planung, Großhandel und Industrie. Für den Messebesuch verweist die Get Nord auf einen gesonderten Ticketverkauf.

Anmeldung ab 14. Oktober über das Architektur Centrum

Die Anmeldung zum ArchitekturForum ist ab Mittwoch, 14. Oktober 2026, über die Website des Architektur Centrums unter www.architektur-centrum.de möglich. Eine Anmeldung ist erforderlich, obwohl die Teilnahme am Forum kostenfrei ist. Angaben zu Fristen nach Anmeldestart oder zur Zahl verfügbarer Plätze enthält die Ankündigung nicht.

Für Fachbesuchende der Get Nord stehen Messetickets über die Website der Messe zur Verfügung. Die getrennten Hinweise zu Forum und Messebesuch sind bei der Planung relevant: Die kostenfreie Teilnahme am ArchitekturForum ersetzt nicht die in der Ankündigung eigens genannte Ticketinformation für die Fachmesse.

Geführte Touren zeigen Materialien und Lösungen für die Planung

Ergänzend zum Vortragsprogramm bietet die Get Nord 2026 Guided Architects‘ Tours für Architektinnen und Architekten sowie Planerinnen und Planer an. Die Touren führen zu ausgewählten Ausstellenden. Dort sollen jeweils 15-minütige Fachimpulse Einblicke in Materialien, konstruktive Lösungen und Produkte geben. Im Anschluss können Teilnehmende deren Einsatzmöglichkeiten für konkrete Planungsaufgaben diskutieren.

Weitere Informationen zu den Touren und zur Anmeldung bietet das Architektur Centrum unter www.architektur-centrum.de. Die geführten Besuche ergänzen die Projektvorträge des Forums um den direkten Kontakt zu Ausstellenden. Welche Unternehmen an den Touren teilnehmen und welche Produkte sie vorstellen, geht aus der Ankündigung nicht hervor.

Weitere Programmpunkte der Get Nord: Medaille und Fachpreise

Am Freitag, 20. November 2026, verleiht das Architektur Centrum – Gesellschaft für Architektur und Baukultur e. V. um 10.30 Uhr die Semper-Medaille vor geladenen Gästen. Die Auszeichnung würdigt Personen oder Institutionen, die sich für Architektur und Stadtentwicklung in Hamburg engagieren, und erinnert an den in Hamburg geborenen Architekten Gottfried Semper.

Das Architektur Centrum Hamburg und die Hamburg Messe und Congress GmbH vergeben außerdem zum siebten Mal den Get Nord ArchitekturAward. Prämiert wird ein Messeauftritt, der Architektinnen und Architekten anspricht und den fachlichen Austausch zwischen Herstellern und Planenden fördert. Hinzu kommt der Lichtpreis für Beleuchtungsprojekte, der seit 2014 alle zwei Jahre verliehen wird. Auf der Get Nord präsentieren nach Angaben der Messe rund 650 Unternehmen Produkte und Lösungen, unter anderem zu Energieeffizienz, erneuerbaren Energien, Energiemanagement und Gebäudesystemtechnik.

Häufig gestellte Fragen

Wann und wo findet das Internationale ArchitekturForum statt?

Es findet vom 19. bis 21. November 2026 auf der Get Nord in Hamburg statt.

Ist die Teilnahme am ArchitekturForum kostenfrei?

Ja. Die Teilnahme am Forum ist kostenfrei, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich. Für den Messebesuch verweist die Get Nord auf einen gesonderten Ticketverkauf.

Ab wann ist die Anmeldung zum ArchitekturForum möglich?

Die Anmeldung ist ab Mittwoch, 14. Oktober 2026, über die Website des Architektur Centrums unter www.architektur-centrum.de möglich.

Weitere Informationen finden Sie unter www.get-nord.de.

Quelle: Hamburg Messe und Congress GmbH

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