Ist das Internet ein Spielverderber?

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Denn abgesehen davon, dass die innovativen Großhandelsunternehmen dieser Branche hinter den Kulissen an Systemen feilen, die als zukunftsträchtig gelten mögen, ist vor allem die traditionelle Beziehung zwischen Elektrounternehmen und Konsumenten möglicherweise eine mit Ablaufdatum. Immer häufiger treffe ich auf Elektrotechnikunternehmer, die die Zeichen der Zeit erkennen und meinen, dass es so nicht weiter gehen kann. Im Speziellen hat man Probleme, Preise zu erzielen, mit denen man wirtschaftlich ein Auslangen findet – immerhin sollen unter anderem mit den Stundentarifen die Kosten des Unternehmens gedeckt werden. Denn neben den Arbeitnehmern wollen ja auch das Finanzamt, die Sozialversicherung, die Gemeinde und sonstige Institutionen bedient werden. Und so ganz nebenbei soll man ja auch über das beste Werkzeug verfügen – denn ohne dieser Hilfsmittel ist auch kein vernünftiges Arbeiten möglich.
Und dann fallen uns auch noch die Kollegen aus der Branche in den Rücken. Die einen wollen ihre Mitarbeiter »auslasten« und »kaufen« sich damit Projekte und andere wiederum verkaufen über ebay & Co Material, das auf Baustellen übrig blieb, deutlich unter dem Einkaufspreis. Die Folgen daraus sind fatal: Denn während Elektrotechniker A die Ware im Internet abstößt, macht Elektrotechniker B anderenorts einem Kunden C ein Angebot, in dem der besagte Artikel Teil dessen ist. C – auch nicht blöd – überprüft die Positionen des Angebotes, indem er sie im Internet sucht … und findet … und zwar jene von A. Ungeachtet dessen, dass A nur 10 Stück von der Ware verkauft, stellt C seinen Elektriker B zur Rede. B, der in Anbetracht eines verhältnismäßig kleinen Aufschlages auf den Material-Einkaufspreis, den er nun auch noch einzubüßen droht, den Stundenpreis niedriger kalkuliert hatte, steht nun endgültig vor der finanziellen Misere. Teils selbst-, teils fremdverschuldet verliert er den Auftrag, weil C kein Vertrauen mehr in ihn setzt. Und wenn´s ganz blöd läuft, dann hat B die Ware bereits bestellt gehabt. Und was macht B damit, wenn sein Großhändler die Ware nicht mehr zurücknimmt (soll auch mal vorkommen)? B stellt die Ware auf ebay und die Spirale beginnt sich von Neuem zu drehen. Aber kann man A oder B vorwerfen, die Ware loswerden zu wollen? Ich behaupte »Nein«. Wir müssen nur lernen, mit den Veränderungen, die das Internet und ihre Mechanismen mit sich bringen, umzugehen. Ein Vorschlag wäre, statt der Aufgliederung von Material- und Arbeitszeitpositionen im Angebot in Zukunft nur noch Funktionspreise anzubieten. Wenn alle geschlossen dazu übergehen würden, das Paket »Lichtsteuerung«, »Sicherheit in den vier Wänden« oder ähnliches anzubieten, würden wir auch aufhören, uns derart »gläsern« zu verhalten und C könnte in Folge dessen auch nicht im Netz auf Suche gehen. Ein anderer Weg wäre, den Materialeinkauf entweder C zur Gänze selbst zu überlassen, oder seine Erledigung gegen einen Aufschlag einer »Provision« C anzubieten, in beiden Fällen jedoch, die Stundensätze deutlich anzuheben. Natürlich unter der Voraussetzung, dass die Qualität der erbrachten Arbeit im richtigen Verhältnis dazu steht.

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