Übungen zu verschiedenen Stromsituationen erfolgreich verlaufen:

E-Control warnt vor Spiel mit der Angst

von Sandra Eisner
Foto: © pixabay

Kürzlich wurden zwei Übungen rund um die Stromversorgung in Österreich durchgeführt, an denen die E-Control beteiligt war. Unter Federführung des Landes Tirol gab es eine Übung mit dem Szenario einer Strommangellage.

„In solch einer Situation ist vor allem die schnelle und reibungslose Kommunikation entscheidend, denn es gilt, die Minderversorgung mit Strom so zu managen, dass es zu keinem Stromausfall kommt“, erklärt E-Control-Vorstand Alfons Haber. Und weiter: „Hier sind sehr viele Beteiligte involviert, bis hinein in die Wirtschaft, da es beispielsweise notwendig sein kann, einzelne, größere Verbraucher präventiv vom Netz zu nehmen, um dieses für die große Menge der Netzkunden zu sichern.“

Die zweite Übung fand bereits am Dienstag, 9. November, zentral bei der Regulierungsbehörde E-Control statt. Hier wurde unter Beteiligung vor allem des Übertragungsnetzbetreibers APG ein regionaler Stromausfall simuliert, ausgelöst – so die Übungsannahme – durch einen witterungsbedingten, schweren technischen Schaden. „Bei dieser Simulation ging es vor allem um die Abläufe und die technische Einsatzbereitschaft beim Regulator selbst. Weitergehende Implikationen z. B. mit den Blaulichtorganisationen wurden dabei nicht durchgespielt“, erläutert Haber die Übung in seinem Haus.

Übungen sind Routine

„Eine Übung ist immer dann erfolgreich, wenn vorbereitete Abläufe in der Praxis erprobt werden und man etwas daraus lernt“, bringt E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch die Zielsetzungen und Ergebnisse der beiden Übungen, deren zeitliche Nähe im Übrigen Zufall sind, auf den Punkt. „Die Energiewelt wird zunehmend komplexer, das muss sich natürlich auch in den Übungsszenarien niederschlagen. Hier müssen neue Herausforderungen stets mitgedacht werden. Und jede gute Übung zeigt dabei auch Verbesserungspotenziale auf“, so Urbantschitsch. Solche Potenziale zu erkennen und die entsprechenden Maßnahmen zu setzen, sei bei den aktuellen Übungen im Vordergrund gestanden und auch gelungen.

Wie dies bei allen Übungen im Energiebereich der Fall sei, denn, so ist es laut Haber und Urbantschitsch wichtig zu betonen: „Notfallszenarien auszuarbeiten, Notfallmaßnahmen zu planen und zu üben, das ist in der Energiewirtschaft mit allen beteiligten Stakeholdern Routine, wie bei anderen Bereichen auch.“ Übungen fänden daher seit Jahrzehnten regelmäßig statt und nicht erst jetzt. Viele der Vorkehrungen und Übungen seien zudem gesetzlich verpflichtend.

Ängste schüren nicht hilfreich

Kritisch sehen die beiden Mitglieder des Vorstands der Regulierungsbehörde die derzeit beinahe inflationäre Verwendung des Begriffs »Blackout« und das damit oft verbundene Schüren von Ängsten. „Wir hatten im Vorfeld der Tiroler Übung eine Vielzahl von Anrufen und E-Mails bei unserer Beratungsstelle von besorgten Bürgerinnen und Bürgern, die von vermeintlichen Stromabschaltungen gehört haben“, zeigt sich Urbantschitsch wenig amüsiert über die Verbreitung von Falschmeldungen vor allem in den Sozialen Netzwerken.

„Wenn Expertinnen und Experten oder sogar Institutionen mit Blackout-Schlagworten um Aufmerksamkeit heischen, dann kann das im Zweifelsfall kritisch werden.“ Denn, wie häufig betont, sei im echten Krisenfall verlässliche und schnelle Information ein wesentlicher Faktor, wobei Vertrauen eine große Rolle spiele. „Wenn aber ständig der Alarm ausgerufen wird, reagiert am Ende niemand mehr, wenn es tatsächlich ernst wird“, führt Haber aus.

Vorsorge und Vorbeugen

Gegen eine Vorsorge, auch im privaten Bereich, für Krisenfälle ist natürlich nichts einzuwenden, ganz im Gegenteil, hält auch die E-Control fest. „Auf Seiten der Energiewirtschaft gilt dies natürlich entsprechend genauso – Prävention ist enorm wichtig. Es muss also stets Sorge getragen werden, dass der Aus- und Umbau, die Instandhaltung und der Betrieb des Energiesystems in einer Weise zu geschehen haben, dass Notfälle nach höchster Wahrscheinlichkeit gar nicht erst entstehen können“, so Haber. Dass nicht nur Österreich, sondern ganz Europa hier auf einem sehr guten Weg ist, hat nicht nur der viel zitierte Fall im Jänner gezeigt, als ein nicht unerhebliches, technisches Gebrechen mittels großteils automatisierter Vorkehrungen bei den Netzbetriebsstellen für Verbraucherinnen und Verbraucher weitestgehend unbemerkt und folgenlos eingefangen werden konnte. „Das zeigen auch die seit Jahren hohen Verfügbarkeitswerte von Strom, die stets bei über 99,9 Prozent liegen“, betont Alfons Haber abschließend.

Weitere Informationen auf: www.e-control.at

Surftipps:

Erklärfilme zur Versorgungssicherheit und Krisenprävention:

https://youtu.be/EjW4w9CDg0Q , https://youtu.be/bNlSmkbaSy8

Fachinformationen und Berichte zur Versorgungssicherheit mit Strom: https://tinyurl.com/6v973c2z

Quelle: APA

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