Bei der energetischen Modernisierung eines denkmalgeschützten Schulgebäudes in Rothenburg ob der Tauber haben die Hgt Ingenieure Gmbh auf kabellose und batterielose Gebäudeautomation von EnOcean gesetzt. Hintergrund war die Anforderung, Licht, Sonnenschutz und Raumklima in ein neues Nutzungskonzept zu integrieren, ohne die geschützte Bausubstanz durch Kabelschlitze oder sichtbare Aufputzinstallationen zu verändern.
Das Projekt zeigt exemplarisch, welche Rolle funkbasierte Gebäudetechnik bei Sanierungen im Bestand spielen kann. Gerade bei historischen Gebäuden stoßen konventionelle Installationswege rasch an Grenzen, wenn Wände, Decken oder Oberflächen nicht verändert werden dürfen oder bestehende Leitungsinfrastrukturen nicht weiterverwendbar sind.
Denkmalschutz und neue Raumkonzepte

Bei der Modernisierung eines denkmalgeschützten Schulgebäudes setzte die HGT Ingenieure GmbH auf die kabellose und batterielose Gebäudeautomation von EnOcean. (Bild: EnOcean GmbH)
Das Schulgebäude wurde im Zuge der Sanierung mit einem modernen Clusterkonzept ausgestattet. Unterrichtsräume sind dabei über Glaswände miteinander verbunden. Daraus ergaben sich erhöhte Anforderungen an die Steuerung von Beleuchtung, Verschattung und Raumtemperatur.
„Bei diesem Projekt galt es, Denkmalschutz, moderne Gebäudetechnik und die Bedürfnisse eines zeitgemäßen Schulbetriebs in Einklang zu bringen. Eine konventionelle Elektroinstallation mit Verkabelung kam nicht in Frage, ebenso wenig ein Schlitzen der Wände oder eine sichtbare Aufputzinstallation“, erklärt Andre Hanft, Projektleiter der Hgt Ingenieure Gmbh.
EnOcean-Komponenten für Licht, Jalousien und Heizung
Zum Einsatz kamen laut EnOcean Schaltermodule mit Einfach- und Doppelwippen, Heizkörperstellantriebe, Temperaturbedienelemente sowie ein EnOcean/KNX-Gateway mit 32-Kanal-Antenne. Über diese Komponenten werden im Gebäude Beleuchtung, Sonnenschutz und Raumtemperatur gesteuert.
Die Funkschalter und Bedienelemente konnten ohne Leitungsverlegung an den jeweils benötigten Positionen angebracht werden. Nach Angaben der Projektbeteiligten mussten dafür weder Kabel verlegt noch Wände geöffnet werden. Damit blieb die historische Bausubstanz erhalten.
Flexibilität bei späteren Änderungen
Ein wesentlicher Vorteil der gewählten Lösung liegt in der Anpassbarkeit. Werden Räume künftig anders genutzt oder organisatorisch verändert, lassen sich Schalter und Bedienelemente versetzen, ohne neue Leitungen zu installieren. Für Schulen, Kindergärten und andere öffentliche Gebäude mit wechselnden Nutzungsanforderungen kann das ein relevanter Planungsfaktor sein.

Bei der Modernisierung eines denkmalgeschützten Schulgebäudes setzte die HGT Ingenieure GmbH auf die kabellose und batterielose Gebäudeautomation von EnOcean. (Bild: EnOcean GmbH)
„Seit der Inbetriebnahme arbeitet die Gebäudeautomation zuverlässig und störungsfrei. Die EnOcean-Technologie hat Planung und Bau erheblich erleichtert und bietet denselben Komfort wie eine klassische Businstallation. Ihre Flexibilität, einfache Montage und zuverlässige Funktion haben uns überzeugt“, sagt Hanft. Bei der Umsetzung arbeitete Hgt Ingenieure mit dem EnOcean-Vertriebspartner Thermokon zusammen.
Einordnung für Sanierungen im Bestand
Für Elektroplaner, Installationsbetriebe und Betreiber ist das Projekt vor allem wegen der Rahmenbedingungen relevant: Denkmalschutz, eingeschränkte Eingriffsmöglichkeiten in die Bausubstanz und gleichzeitig steigende Anforderungen an Energieeffizienz und Komfort. Funkbasierte, energieautarke Komponenten können hier eine Alternative zu klassischer Verkabelung darstellen, wenn technische Anforderungen, Funkabdeckung und Systemintegration projektspezifisch geprüft werden.
EnOcean verweist im Zusammenhang mit dem Projekt zudem auf geringeren Installationsaufwand und reduzierten Materialeinsatz durch den Verzicht auf Leitungen. Diese Angaben stammen aus dem Hersteller- und Projektumfeld und sind im jeweiligen Anwendungsfall zu bewerten.
Weitere Informationen auf: www.enocean.com
Quelle: EnOcean GmbH