Kapruner Speicherprojekt erreicht nächsten Bauabschnitt:

Limbergsperre: Betonarbeiten für Erhöhung abgeschlossen

von David Lodahl
Foto: © Verbund | Johannes Wiedl

Beim Ausbau der Speicherinfrastruktur in Kaprun ist ein wesentlicher Bauabschnitt abgeschlossen: Die Betonierarbeiten an den Sperrenblöcken für die Erhöhung der Limbergsperre am Hochgebirgsstausee Wasserfallboden wurden laut Verbund am 30. August 2026 beendet. Damit rückt das Projekt in die nächste Bauphase.

Die bestehende, 120 Meter hohe Limbergsperre wird bis Ende 2027 um 8,70 Meter erhöht. Ziel ist es, den Nutzinhalt des Hochgebirgsstausees Wasserfallboden von derzeit 81,2 Millionen Kubikmetern auf 93,9 Millionen Kubikmeter zu steigern. Das entspricht einem Plus von 12,7 Millionen Kubikmetern beziehungsweise 15,6 Prozent.

Für die Energiewirtschaft ist vor allem die zusätzliche Speicherkapazität relevant. Nach Angaben von Verbund steigt die Speicherkapazität des Wasserfallbodens von rund 160 Gigawattstunden um weitere rund 30 Gigawattstunden. Der Ersteinstau mit dem neuen Stauziel ist für den Spätsommer 2027 vorgesehen, die Gesamtfertigstellung für Ende 2027.

Betonage in 25 Sperrenblöcken

Für die Erhöhung der Talsperre wurden in 25 Blöcken rund 24.500 Kubikmeter Beton eingebaut. Damit der neue Bauteil dauerhaft mit dem Bestand verbunden werden kann, wurde die Oberfläche der bestehenden Sperre zunächst mit Hochdruckwasserstrahlen aufgeraut. Dabei kamen laut Presseaussendung Drücke von bis zu 3.000 bar zum Einsatz.

Zusätzlich wurden bis zu 2,85 Meter tiefe Eisenstäbe vormontiert. Auf dieser vorbereiteten Bestandsfläche wurden anschließend die einzelnen Betonblöcke errichtet. Mit Abschluss der Sperrenbetonage ist die gesamte Talsperre nun auf eine Höhe von 1.680,10 Metern erhöht.

Temperaturführung als technische Herausforderung

Ein zentraler Punkt bei den Betonierarbeiten war die Temperaturführung des Frischbetons. Die Temperatur musste im Bereich zwischen 7 und 12 Grad Celsius liegen. Hintergrund ist die Hydratationswärme, die beim Aushärten des Betons entsteht und bei massiven Bauteilen zu Spannungen und Rissbildungen führen kann.

Vor allem in wärmeren Jahreszeiten wurde dem Beton daher Scherbeneis beigemischt. Insgesamt kamen dafür laut Verbund rund 1.200 Tonnen Eis zum Einsatz. Um Transportwege kurz zu halten, wurden Beton und Eis direkt vor Ort im hochalpinen Gelände unterhalb der Moosersperre hergestellt. Auch die Zuschlagstoffe wurden am Berg gelagert, um ihre Temperatur möglichst niedrig zu halten. Die Betonierarbeiten fanden aus demselben Grund überwiegend in den Nachtstunden statt.

Weitere Arbeiten bis Ende 2027

Nach Abschluss der Sperrenbetonage folgen weitere Bau- und Ausrüstungsschritte. In den kommenden Monaten wird auf die erhöhte Sperre eine 1,10 Meter starke Kronenplatte aufgesetzt. Zusätzlich ist eine 1,35 Meter hohe Brüstungsmauer vorgesehen.

Danach stehen weitere Arbeiten am Nassschacht, am Hochwasserüberlaufbauwerk sowie an der technischen Ausstattung an. Erst mit diesen Schritten kann das neue Stauziel vorbereitet werden.

Zentrale Projektdaten
  • Limbergsperre: Fertigstellung 1951, Erhöhung bis 2027
  • Höhe nach Erhöhung: 128,7 Meter
  • Kronenlänge: 357 Meter
  • Mauerstärke am Fuß: 37 Meter
  • Mauerstärke an der Krone: 6 Meter
  • Bestehendes Betonvolumen: 446.000 Kubikmeter
  • Bestehender Nutzinhalt Wasserfallboden: 81,2 Millionen Kubikmeter
  • Nutzinhalt nach Erhöhung: 93,9 Millionen Kubikmeter
  • Zusätzliche Speicherkapazität: rund 30 Gigawattstunden

Weitere Informationen auf: www.verbund.com 

Quelle: Verbund

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