KI für HLK-Optimierung bedeutet bei Optificient, das tatsächliche Verhalten von Heizungs-, Lüftungs- und Klimatisierungstechnik (HLK) zu modellieren und daraus laufend angepasste Sollwerte abzuleiten. Die Industrial Analytics IA GmbH, ein Unternehmen der Infineon Technologies AG, stellt die Software vom 5. bis 7. Oktober auf der Expo Real 2026 in München vor. Sie ist bereits verfügbar und richtet sich an Betreiber und Dienstleister, die den Energieverbrauch bestehender HLK-Anlagen senken wollen.
Der Ansatz setzt beim Betrieb vorhandener Technik an, nicht beim Austausch von Anlagen. Industrial Analytics positioniert Optificient für einzelne gewerbliche und industrielle Gebäude ebenso wie für größere Immobilienportfolios. Für Facility-Management-Unternehmen und Anbieter von Gebäudeautomation ist dabei vor allem relevant, wie sich die Software in bestehende Systeme einbinden und über mehrere Standorte hinweg einsetzen lässt.
Hybride Modelle steuern Sollwerte nach
Optificient kombiniert nach Angaben von Industrial Analytics KI-Methoden mit physikbasierten Modellen. In diese hybriden Modelle fließt auch Betriebswissen von HLK-Fachleuten sowie Ingenieurinnen und Ingenieuren ein. Die Software orientiert sich am realen Systemverhalten: Sie identifiziert fortlaufend Betriebsbedingungen für die angeschlossenen HLK-Systeme und passt Sollwerte in Echtzeit automatisch an. Dabei sollen definierte Betriebsgrenzen eingehalten werden.
Damit geht die Funktion über das Anzeigen möglicher Ineffizienzen hinaus. Die Software soll Änderungen im laufenden Anlagenbetrieb umsetzen. Industrial Analytics nennt Wärme- und Kälteerzeugung sowie Luftaufbereitung und -verteilung als HLK-Funktionen, die sich damit optimieren lassen. Welche Funktionen an einem Standort tatsächlich eingebunden werden, hängt von der dort vorhandenen Infrastruktur ab; eine konkrete technische Konfiguration für einzelne Gebäudetypen beschreibt die Mitteilung nicht.
Das Unternehmen stellt den hybriden Ansatz rein statistischen Verfahren gegenüber und beansprucht dafür mehr Transparenz und Betriebssicherheit. Als mögliche Einsatzumgebungen nennt es industrielle Produktionsstätten, Rechenzentren, Krankenhäuser und Bürogebäude. Gerade bei solchen unterschiedlichen Nutzungen ist die Einhaltung der jeweils definierten Betriebsgrenzen ein Bestandteil des beschriebenen Optimierungsverfahrens.
Einsparungen aus abgeschlossenen Projekten
Für abgeschlossene Projekte beziffert Industrial Analytics die jährliche Einsparung bei HLK-bezogenen Energiekosten auf fünf bis 30 Prozent. Die Spannweite hängt laut Unternehmen vom Gebäudetyp und von der Ausgangssituation im Betrieb ab. Es handelt sich damit nicht um einen pauschalen Wert für jede Installation. Angaben zu Zahl, Größe oder Laufzeit der Projekte sowie zu den jeweiligen Vergleichswerten enthält die Mitteilung nicht.
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Die genannte Kennzahl bezieht sich ausdrücklich auf Energiekosten der HLK-Technik, nicht auf die gesamten Energiekosten eines Gebäudes. Industrial Analytics führt als weitere Ziele geringere Emissionen und einen effizienteren Betrieb an, nennt dafür jedoch keine gesonderten Projektergebnisse. Für die Einordnung der Einsparspanne sind daher die konkreten Anlagen und Betriebsbedingungen maßgeblich, unter denen sie erzielt wurde.
Integration in vorhandene Gebäudetechnik
Optificient ist als Software-Add-on für bestehende Gebäudeleit-, Energiemanagement- und Betriebssysteme konzipiert. Industrial Analytics zufolge soll die Integration unabhängig von der zugrunde liegenden Hardware- oder Softwareinfrastruktur möglich sein. Betreiber können damit ihre vorhandenen IT- und Gebäudeautomationssysteme weiter nutzen. Die Mitteilung nennt allerdings weder einzelne unterstützte Schnittstellen noch Voraussetzungen für die Anbindung bestimmter Anlagen.
Bei der Bereitstellung sieht der Anbieter zwei Varianten vor: Die Software kann in einer Cloud-Umgebung oder vollständig vor Ort, also On-Premises, betrieben werden. Diese Wahl ist insbesondere für Organisationen relevant, die Vorgaben zum Umgang mit Betriebsdaten berücksichtigen müssen. Welche Daten Optificient für die Modellierung und die automatische Anpassung der Sollwerte im Einzelnen benötigt, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
White-Label-Angebot für Dienstleister
Neben dem direkten Einsatz durch Gebäudebetreiber bietet Industrial Analytics Optificient als White-Label-Software an. Facility-Management-Unternehmen und Anbieter von Gebäudeautomation können darauf aufbauende HLK-Optimierungsservices unter eigener Marke anbieten. Der Anbieter sieht darin eine Möglichkeit, entsprechende Dienstleistungen bereitzustellen, ohne die KI-Software selbst entwickeln zu müssen.
„Gleichzeitig wollen sie ihren Kunden messbaren Mehrwert bieten, ohne dabei die betriebliche Komplexität zu erhöhen“, sagt Lisa Erdmann, CEO von Industrial Analytics, über die Anforderungen an solche Angebote. Die Mitteilung beschreibt jedoch keine vertraglichen oder organisatorischen Modelle für White-Label-Partner. Auch dazu, wie Aufgaben bei der laufenden Betreuung zwischen Softwareanbieter und Dienstleister verteilt werden, macht sie keine Angaben.
Entwicklung in industriellen Umgebungen
Die Technologie hinter Optificient wurde ursprünglich für anspruchsvolle industrielle Umgebungen entwickelt. Nach Angaben von Industrial Analytics wurde sie im realen Produktions- und Gebäudebetrieb validiert, unter anderem in Anlagen und Fertigungsstandorten, die Infineon betreibt. Konkrete Ergebnisse aus diesen Standorten nennt die Mitteilung nicht. Industrial Analytics bietet die Software nun auch für Gewerbeimmobilien, Bürogebäude und weitere industrielle Einrichtungen an.
Optificient ist laut Anbieter ab sofort verfügbar. Während der Expo Real 2026 zeigt Industrial Analytics vom 5. bis 7. Oktober eine Live-Demonstration in Halle A3 am Stand TB75. Details zu Preisen, Projektlaufzeiten oder dem Aufwand für die Inbetriebnahme enthält die Ankündigung nicht.
Häufig gestellte Fragen
Wie optimiert Optificient bestehende HLK-Anlagen?
Die Software kombiniert KI-Methoden mit physikbasierten Modellen, modelliert das tatsächliche Anlagenverhalten und passt Sollwerte im laufenden Betrieb automatisch an. Dabei sollen definierte Betriebsgrenzen eingehalten werden.
Welche Einsparungen nennt Industrial Analytics?
Für abgeschlossene Projekte nennt das Unternehmen jährliche Einsparungen von fünf bis 30 Prozent bei HLK-bezogenen Energiekosten. Die Spannweite hängt laut Anbieter vom Gebäudetyp und der Ausgangssituation ab.
Wie kann Optificient bereitgestellt werden?
Optificient ist als Add-on für bestehende Gebäudeleit-, Energiemanagement- und Betriebssysteme konzipiert. Die Software kann in einer Cloud-Umgebung oder vollständig vor Ort betrieben werden.
Weitere Informationen auf: www.infineon.com
Quelle: Infineon