Gebäudeautomation im Bestand mit drahtloser KNX-Kommunikation:

KNX RF rückt Nachrüstung ohne neue Leitungen in den Fokus

von Thomas Buchbauer
Foto: © www.i-magazin.com | mit KI erstellt

Die KNX Association stellt in ihrem aktuellen Smart-Home-Newsletter KNX RF als Möglichkeit für die drahtlose Nachrüstung von Smart-Home-Funktionen in bestehenden Gebäuden in den Vordergrund. Der Schwerpunkt liegt auf Anwendungen, die sich ohne das Öffnen von Wänden und ohne zusätzliche Busverkabelung integrieren lassen sollen.

Für Elektroinstallateur:innen, Planer:innen und Gebäudetechnik-Unternehmen ist der Ansatz vor allem im Bestand relevant. Gerade bei Mietwohnungen, Renovierungen oder kleineren Modernisierungen können bauliche Eingriffe für neue Leitungen ein wesentlicher Hemmschuh sein. KNX RF adressiert laut KNX Association genau diese Fälle und soll die Erweiterung bestehender oder neu geplanter Smart-Home-Systeme drahtlos ermöglichen.

Sicherheitsanwendungen als Praxisbeispiel

Als Anwendungsbeispiel nennt die KNX Association intelligente Gasmelder. Gaslecks seien im Haushalt nicht unmittelbar sichtbar; ein vernetzter Gasmelder könne entsprechende Risiken früher erfassen, sofern er fachgerecht platziert und korrekt eingebunden ist. Die Organisation verweist dabei auf die Bedeutung der richtigen Montageposition, ohne konkrete technische Installationsvorgaben auszuführen.

Auch intelligente Rauchmelder werden als Teil eines vernetzten Sicherheitssystems genannt. Laut KNX Association können solche Sensoren unter anderem Fernmeldungen ermöglichen und in weitere Sicherheitsfunktionen eingebunden werden, etwa in Kombination mit Kameras oder intelligenten Schlössern. Diese Aussagen sind als allgemeine Systembeschreibung zu verstehen; konkrete Funktionen hängen vom jeweiligen Gerät und der Projektierung ab.

Drahtlose Ergänzung zum kabelgebundenen KNX

KNX ist im Markt vor allem als kabelgebundenes System für Gebäudeautomation etabliert. Die KNX Association betont in diesem Zusammenhang, dass der Einsatz von KNX nicht zwingend mit dem Öffnen von Wänden oder dem Verlegen neuer Leitungen verbunden sein müsse. KNX RF wird dabei als drahtlose Kommunikationsvariante positioniert, mit der sich Funktionen wie Sicherheitsgeräte, Beleuchtung oder Heizung nachrüsten lassen.

Für Fachbetriebe kann das insbesondere bei Sanierungs- und Nachrüstprojekten interessant sein. Drahtlose Komponenten können dort eine Option sein, wo bauliche Eingriffe nicht gewünscht, nicht wirtschaftlich oder nur eingeschränkt möglich sind. Gleichzeitig bleibt die fachgerechte Planung entscheidend: Funkabdeckung, Geräteplatzierung, Spannungsversorgung, Systemintegration und Wartung müssen projektspezifisch geprüft werden.

Einordnung für die Gebäudetechnik

Die aktuelle Kommunikation der KNX Association richtet sich zwar primär an private Hausbesitzer:innen, berührt aber ein für die Branche relevantes Thema: die Erweiterung von Gebäudeautomation im Bestand. Mit KNX RF wird der Fokus auf Anwendungen gelegt, die klassische KNX-Installationen ergänzen können, ohne dass eine vollständige Neuverkabelung erforderlich ist.

Ein Produktlaunch oder konkrete neue technische Spezifikationen werden nicht angekündigt. Der Nachrichtenwert liegt vielmehr in der zunehmenden Betonung drahtloser KNX-Anwendungen für Nachrüstung, Sicherheit und Komfort in Wohngebäuden.

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