Eine EU-finanzierte Prüfung von 58 LED-Röhren ergab, dass 48 (83 %) die EU-Anforderungen wegen Problemen mit der Kennzeichnung und Sicherheitshinweisen nicht erfüllten. Die Prüfung wurde von der Generaldirektion Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU der Europäischen Kommission (GD GROW) organisiert.
Insgesamt 31 (53 %) der Proben erfüllten nicht die Anforderungen an die Kennzeichnung. Viele Röhren wiesen Kennzeichnungen auf, die veraltet waren, da die geltende Norm überarbeitet wurde.
Bei der Prüfung der elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) auf Kriterien wie Funkfrequenzemissionen und Spannungsschwankungen wurden hohe Fehlerquoten festgestellt: 33 (60 %) von 55 geprüften Proben erfüllten die Anforderungen nicht.
Die Ergebnisse waren in anderen Bereichen positiver. Alle 58 Proben bestanden die Prüfungen zur Flammenbeständigkeit, Sicherheit bei Störungen, Gesundheitsrisiken durch intensives Licht und Temperaturanstieg während des Betriebs.
Auch in folgenden Bereichen schnitten die Proben positiv ab:
- Wärmebeständigkeit: 56 (97 %) bestanden;
- Mechanische Anforderungen für Verschlüsse: 54 (93 %);
- Schutz vor zufälligem Kontakt mit spannungsführenden Teilen: 53 (91 %);
- Austauschbarkeit: 52 (90 %).
Proben aus 9 Ländern
Die geprüften Proben wurden von den Marktüberwachungsbehörden (MÜB) in Belgien, Finnland, Frankreich, Island, Luxemburg, Malta, Schweden, der Schweiz und Zypern erworben. Drei Viertel wurden im stationären Handel gekauft, der Rest im Internet.
Es wurden Röhren unterschiedlicher Größe geprüft, darunter T5, T8 und T12. Dazu gehörten Plug-and-Play-Röhren und Ballast-Bypass-Röhren. Die meisten Proben boten beide Optionen an. Plug-and-Play-Röhren können Leuchtstoffröhren ohne Änderungen ersetzen und funktionieren mit vorhandenen Vorschaltgeräten in Leuchten.
In einer herkömmlichen Leuchtstoffröhre ist das Vorschaltgerät ein elektrisches Bauteil, das den Strom zur Lampe regelt. Eine Ballast-Bypass-Röhre wird direkt an die Netzspannung angeschlossen. Ihr Einbau erfordert den Ausbau oder die Umgehung des vorhandenen Vorschaltgeräts.
Ballast-Bypass- und Plug-and-Play-Röhren sind im Allgemeinen energieeffizienter und weisen eine längere Nutzungsdauer als herkömmliche Leuchtstoffröhren auf.
Maßnahmen und Empfehlungen
Wirtschaftsbeteiligte wurden aufgefordert, Probleme mit der Kennzeichnung zu beheben. Sollten sie es versäumen, ist mit der Rücknahme von Produkten vom Markt und mit Verkaufsverboten zu rechnen.
Ein Produkt wurde von den Endverbrauchern zurückgerufen, weitere 9 vom Markt genommen. Für drei Proben wurde ein Verkaufsstopp verhängt. Die Wirtschaftsbeteiligten von acht Proben wurden aufgefordert, ihre Produkte zu ändern oder zu verbessern. Für vier weitere Proben wurde verlangt, die Produkte mit geeigneten Warnhinweisen zu kennzeichnen.
Die Ergebnisse wurden im Informations- und Kommunikationssystem für die europäische Marktüberwachung (ICSMS) erfasst, über das die Behörden Informationen über unsichere oder nicht konforme Non-Food-Produkte herausgeben. Es verbessert die Zusammenarbeit zwischen den MÜB, verhindert Doppelarbeit und gewährleistet eine schnellere Beseitigung gefährlicher Produkte vom Markt.
Vor dem Austausch einer Röhre sollte die Stromzufuhr unterbrochen und geprüft werden, ob die neue Röhre für die entsprechende Leuchte geeignet ist und das CE-Zeichen trägt. Hersteller müssen die Anforderungen für LED-Röhren einhalten, während Einzelhändler eine Konformitätserklärung mit den einschlägigen Normen erhalten müssen, bevor sie ein Produkt in Verkehr bringen dürfen.
EU-weite Prüfkampagne
Die Prüfung fand im Rahmen der Gemeinsamen Maßnahmen zur Konformität von Produkten (Joint Actions on Compliance of Products, Jacop) 2024 statt. Jacop wurde in EU– und EFTA-Ländern durchgeführt und hilft MÜB, Arbeitsmethoden zu harmonisieren, Produkte gemeinsam zu prüfen, Risiken abzuschätzen und Korrekturmaßnahmen durchzusetzen. Insgesamt wurden 16 Produktkategorien geprüft.
„Marktüberwachungskampagnen wie Jacop tragen dazu bei, einen fairen Wettbewerb für Unternehmen zu gewährleisten und Verbraucherinnen und Verbraucher vor gefährlichen Produkten zu schützen“, bemerkt Vanessa Capurso, Referentin der GD Grow.
Quelle: Jacop