Investitionen stärken Versorgungssicherheit und treiben Energiewende voran:

Netzausbau für stabile Energie

von Nakisa Kaltenbach
Foto: © Stadtwerke Amstetten

Aktuelle Entwicklungen zeigen es wieder einmal deutlich: Österreichs Energieversorgung und -preise hängen stark von globalen Ereignissen ab. Bei internationalen Konflikten stagnieren Energielieferungen, die Preise steigen und hierzulande breitet sich Unruhe aus. Nur strategische und intensive Investitionen in die Energieinfrastruktur können dem entgegenwirken, ist Jürgen Hürner, Geschäftsführer der Stadtwerke Amstetten, überzeugt. Denn: Ohne einen Ausbau der Stromnetze kann die Energiewende nicht funktionieren und Österreich ist auf Lieferketten aus dem EU-Ausland angewiesen.

Die Energiepreise und -reserven sind derzeit wieder in aller Munde. Wir spüren es nicht zum ersten Mal: Kaum steigen internationale Konflikte, schnellen die Preise für Öl, Gas und Co. in die Höhe. Angst vor den Strom- und Heizkosten oder vor dem nächsten Tanken sind die Folge. Die Bevölkerung und Politik sind alarmiert und Lösungen werden händeringend gesucht. Und das nicht zum ersten Mal. Es ist ein Teufelskreis, den es zu brechen gilt, ist Jürgen Hürner, Geschäftsführer der Stadtwerke Amstetten, überzeugt.

Die „österreichische Lösung sei „jammern, aber nichts ändern“

„Um die Abhängigkeit von internationalen Ereignissen zu verringern, braucht es in Österreich intensive Investitionen in die Energie- und Mobilitätswende – und einen Ausbau der EU-weiten Zusammenarbeit. Das kostet Geld und wird in der Landschaft sichtbar sein, aber noch viel teurer ist es, wenn wir nichts tun. Unabhängigkeit von dem EU-Ausland gelingt nur, wenn unsere Energieversorgung auf eigenen Beinen steht“, ist Jürgen Hürner, Geschäftsführer der Stadtwerke Amstetten, überzeugt. Die vergangenen Jahre haben immer wieder aufgezeigt, wie stark internationale Krisen Haushalte und Unternehmen hierzulande belasten. Doch die „österreichische Lösung“ sei „jammern, aber nichts ändern“. Dabei ist eine sichere Energieversorgung die zentrale Voraussetzung für eine leistbare Versorgung; und für einen starken Wirtschaftsstandort. Investitionen, insbesondere in Stromnetze, erneuerbare Energie, Speicheranlagen und in nachhaltige Mobilität, sind entscheidend, um Energie künftig verlässlicher und für alle langfristig günstiger zu machen.

Regionaler Energieversorger zeigt mit Großprojekten vor, wie es gelingen kann

Moderne Netze verbinden Regionen mit hoher nachhaltiger Energieproduktion mit Industrie, Städten und Gemeinden. Gleichzeitig ermöglichen intelligente Netze, Speichertechnologien und digitale Systeme, Schwankungen bei Wind- und Sonnenenergie auszugleichen und Energie effizient zu verteilen. So entstehe ein verlässliches Energiesystem – das aber erst mit Investitionen flächendeckend etabliert werden müsse, so Hürner. Er spricht bei seinen Vorschlägen nicht von Fantasievorstellungen – selbst kleinste Städte können die Energiewende vorantreiben und viele Regionen zeigen bereits vor, wie diese Entwicklung gelingen kann. Unter seiner Leitung blicken beispielsweise die Stadtwerke Amstetten allein 2025 auf fünf Großprojekte zurück, die auf die regionale, nachhaltige Energie- und Wasserversorgung einzahlen: Es wurde ein innovativer „Service Point“ geschaffen, der die Energiewende angreifbarer macht und die Bevölkerung zu all ihren Fragen rund um die Energiewende berät. Mit Juli starteten zudem sechs neue, zu 100 % mit Ökostrom aus dem eigenen Wasserkraftwerk betriebene, Elektrobusse. Sie transportieren seither 20 % mehr Fahrgäste als zuvor die dieselbetriebenen.

Die Stadtwerke Amstetten errichteten einen der größten E-Ladeparks Österreichs mit rund 40 Ultraschnellladestationen – weitere folgen. Für noch mehr Sicherheit und Unabhängigkeit eröffneten sie zudem einen neuen Großspeicher, der Schwankungen im Energiesystem ausgleicht. Ein neuer Hochbehälter versorgt zudem 1.400 Haushalte autark mit Trinkwasser. In Kombination zahlen die Projekte auf eine Erhöhung der Unabhängigkeit ein, um in Zeiten von Versorgungsknappheit aus dem Ausland auch mittelfristig die Versorgung mit Energie und Trinkwasser zu gewährleisten. Besonders hierbei spielen kleinere Netzbetreiber eine wichtige Rolle – sie sind die unmittelbaren Versorger ihrer Regionen. Denkt man dieses Konzept größer und ganzheitlich, ist dieser Ansatz auf ganz Österreich übertragbar.

Geschäftsführer der Stadtwerke Amstetten im Anzug in Büroumgebung

Jürgen Hürner, Geschäftsführer der Stadtwerke Amstetten (Bild: © Patricia Washüttl, Stadtwerke Amstetten)

Netzausbau und Speicheranlagen für mehr Verlässlichkeit

Der Ausbau der österreichweiten Energieinfrastruktur und Speicheranlagen sorgt dafür, dass beispielsweise Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Sonne und Wasser, verlässlich und jederzeit dorthin transportiert werden kann, wo und wann er gebraucht wird. Das reduziere Abhängigkeiten von teuren – und unsicheren – Importen, ist Hürner überzeugt. Das heißt konkret: Ist Strom aus Wasser-, Wind- oder Sonnenkraft zuverlässig im eigenen Netz verfügbar, sinkt der Bedarf an fossilen Energiequellen aus dem Ausland und es gibt weniger Preisschwankungen. Investitionen in die heimische Energieversorgung wirken zudem auf mehreren Ebenen: Kurzfristig schaffen sie Arbeitsplätze und beleben die Wirtschaft. Mittelfristig erhöhen sie die Versorgungssicherheit und stabilisieren die Energiepreise. Langfristig entsteht so ein robustes Energiesystem, das Krisen besser standhält und auch Innovationen fördert. Dadurch profitiert Österreich nachhaltig und die Lebensqualität steigt. Die Energiewende ist somit ein notwendiger Schritt für eine lebenswerte Zukunft.

„Investitionen sind eine strategische Zukunftsentscheidung“

Auch künftig haben die Stadtwerke Amstetten einiges vor: Ab 2026 forcieren sie mit einer Investition von 5,7 Mio. Euro eine 8 Megawatt starke Photovoltaik-Offensive in der Region. Mit Abschluss bis 2030 erzielen sie damit die nachhaltige Versorgung von zusätzlich 2.400 Haushalten in Amstetten. „Investitionen in die Energieinfrastruktur sind eine strategische Zukunftsentscheidung und Überzeugungssache. Sie sind im ersten Schritt teuer, schaffen aber die Grundlage für eine leistbare, sichere und nachhaltige Energieversorgung – und damit wirtschaftliche Stabilität für Unternehmen und Haushalte und in weiterer Folge für Wachstum“, ist Hürner überzeugt. „Um österreichweit eine Veränderung zu schaffen, reicht es aber nicht, wenn wir in Amstetten allein vorangehen. Es braucht einen nationalen Veränderungswillen. Nur mit gemeinsamer Kraft aller Interessensgruppen – Stakeholder, Politik und Gesellschaft – wird die Energiewende gelingen“, appelliert er abschließend.

Quelle: Stadtwerke Amstetten 

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