Fachtagung in Wien mit Rekordbeteiligung:

Neues ElWG im Fokus: Branche diskutiert Herausforderungen

von Laura Peichl
Foto: © Oesterreichs Energie

Mehr als 200 Fachleute aus Energiewirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Recht kamen zur Fachtagung der Oesterreichs Energie Akademie nach Wien. Diskutiert wurde der Entwurf für das überarbeitete Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG), das zentrale Weichen für die Energiewende stellen soll. Klar wurde: Die Branche drängt auf rechtliche Klarheit, stabile Rahmenbedingungen und praktikable Lösungen – insbesondere bei Preisänderungen, Netzplanung und Speicherintegration.

Gesetzesreform mit Signalwirkung

Das aktuelle ElWG stammt aus dem Jahr 2010. Angesichts technologischer Entwicklungen, geopolitischer Herausforderungen und der forcierten Energiewende gilt eine grundlegende Neufassung als überfällig. Die Bundesregierung plant, den Entwurf noch in diesem Jahr in die parlamentarische Begutachtung zu bringen. „Wir stehen im Energiebereich vor enormen Herausforderungen. Rechtliche Klarheit ist dafür unabdingbar“, betonte Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie, in ihrer Eröffnungsrede.

Preisänderungsrecht als Streitpunkt

Ein Schwerpunkt der Tagung lag auf dem Preisänderungsrecht, das in den letzten Jahren immer wieder für juristische Auseinandersetzungen sorgte. Rechtsanwalt Klaus Oberndorfer erklärte, der aktuelle Entwurf beinhalte erstmals eine gesetzliche Grundlage, die auf bestehender Judikatur basiere. Ob dies zu tatsächlicher Rechtssicherheit führe, werde sich jedoch erst in der Praxis zeigen.

Kundenzufriedenheit durch stabile Rahmenbedingungen

Herwig Hauenschild von der EnergieAllianz Austria unterstrich die Bedeutung planbarer Rahmenbedingungen für die gesamte Branche: „Kunden wünschen sich berechenbare Preise. Dafür brauchen wir ein klares, eindeutiges Gesetz – eines, das Energieversorgung ermöglicht und nicht zusätzliche Rechtsunsicherheit schafft.“

Netzplanung: Flexibel, sicher und bezahlbar

Eva Tatschl-Unterberger von der KNG-Kärnten Netz GmbH wies auf die Notwendigkeit wirtschaftlich tragfähiger Netzinfrastrukturen hin. Nur so könne die Energiewende gelingen. Auch E-Control-Vorstand Alfons Haber sprach sich für eine kostenoptimierte Netzentwicklung und gezielte Anreize für netzdienliches Verhalten aus.

Photovoltaik und Speicher im Blick

Hubert Fechner, Obmann der Österreichischen Technologieplattform Photovoltaik, richtete den Blick auf die technologische Entwicklung. Die Integration dezentraler Erzeuger, insbesondere aus dem PV-Bereich, erfordere fortschrittliche Speicherlösungen. Diese seien der Schlüssel für ein stabiles und nachhaltiges Energiesystem.

Abschluss mit Podiumsdiskussion

Zum Abschluss der Tagung diskutierten Vertreter:innen aus Ministerien, Energieunternehmen und Regulierungsbehörden über zentrale Zukunftsthemen wie Netzintegration und den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. Dabei wurde deutlich: Das neue ElWG soll nicht nur rechtliche Sicherheit schaffen, sondern auch die technische und wirtschaftliche Grundlage für die Energiewende in Österreich bilden.

Weitere Informationen auf: www.oesterreichsenergie.at

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