OLED am Netz

von Thomas Buchbauer

Weiterhin wird für die Leuchtenkonstruktion die Anzahl der benötigten Bauteile reduziert, was die Entwicklung künftiger OLED-Systeme für Serienanwendungen vereinfachen kann. OLEDs ermöglichen vollständig neue Varianten der Beleuchtung. Wie LEDs basieren auch OLEDs auf Halbleitertechnologie, die eine extrem effiziente Lichtausbeute bietet – und somit dazu beiträgt, die Kosten sowie auch die ökologischen Auswirkungen der Beleuchtung zu reduzieren. Doch im Gegensatz zu LEDs und herkömmlichen Glühlampen geben OLEDs Licht über eine größere Fläche ab. Das erzeugte Licht hat eine natürlich weiche und angenehm diffuse Charakteristik. Außerdem ist es blendfrei. OLEDs sind extrem flach und erlauben daher die Integration in viele Oberflächen sowie den Entwurf von Lichtquellen in einer Vielzahl von unterschiedlichen Formen und Größen.

Darüber hinaus lassen sich OLEDs vollständig dimmen und können viele verschiedene Lichtfarben erzeugen, darunter auch hochwertiges weißes Licht, das Anwender von den herkömmlichen Lichtquellen kennen und schätzen. Dies macht OLEDs äußerst attraktiv für allgemeine Beleuchtungsanwendungen.

Bisher erforderten die physischen Eigenschaften von OLEDs jedoch einen Betrieb mit einer Niedervolt-Gleichstromquelle. Dagegen können die von Philips Research entwickelten wechselstrombetriebenen Weißlichtmodule nun direkt mit Netzspannung betrieben werden.

„Um unseren Prototyp zu bauen, haben wir selbst entwickelte Anschluss- und Integrations-Technologie kombiniert“, erklärt Dr. Dirk Hente von Philips Research. „Mit Netzspannung betriebene, klassische LEDs kommen aktuell in den Handel. Unser Prototyp markiert den Durchbruch für eine ähnliche Entwicklung bei den organischen LEDs.“

Der Wegfall von Treiberelektronik bringt Herstellern von Beleuchtungslösungen verschiedene Vorteile. Die Anzahl der Bauteile in einem fertigen System wird reduziert, was die Systemintegration und die Montage vereinfacht. Weiterhin wird die Zuverlässigkeit des Endprodukts erhöht und kürzere Markteinführungszeiten werden ermöglicht. Darüber hinaus ergeben sich mehr Designmöglichkeiten und der Bereich potenzieller OLED-Anwendungen wird erweitert.

Philips begann 1991 mit der Erforschung von OLEDs. Heute ist Philips Lighting mit seiner Produktfamilie Lumiblade führend in der Industrialisierung und Kommerzialisierung der OLED-Beleuchtungstechnologie (www.lumiblade.com). Dieser jüngste Durchbruch ist ein bedeutender Schritt hin zu neuen Lumiblade-Systemen, mit denen die Lebensqualität der Menschen durch Licht verbessert werden kann.

Philips Research entwickelt sein wechselstrombetriebenes Modul in Zusammenarbeit mit Dipl.-Phys. Holger Spahr vom Institut für Hochfrequenztechnik, TU Braunschweig, im Rahmen des Projekts TOPAS 2012. Dieses Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt und vereint führende industrielle und akademische Einrichtungen bei der Entwicklung von OLEDs für die Beleuchtungssysteme der Zukunft.

www.philips.at

Ähnliche Artikel

Hinterlassen Sie einen Kommentar

* Zur Speicherung Ihres Namens und Ihrer E-Mailadresse klicken Sie bitte oben. Durch Absenden Ihres Kommentars stimmen Sie der möglichen Veröffentlichung zu.

Unseren Newsletter abonnieren - jetzt!

Neueste Nachrichten aus der Licht- und Elektrotechnik bestellen.