Modulare Schnelllade-Infrastruktur für wirtschaftliche Energieabgabe:

ABB M-Series: Laden neu gedacht

von Julia Petz
Foto: © ABB E-mobility

Die neue M-Series ist ein modulares Split-System, das Ladeleistungen von 200 kW bis 1,2 MW ermöglicht und sich vor Ort schrittweise erweitern lässt. Entwickelt für öffentliche Schnelllade-Standorte, Flottendepots sowie Retail- und Destination-Charging, erlaubt sie Betreibern, ihre Infrastruktur entlang der tatsächlichen Nachfrage auszubauen.

Mit dem Wandel öffentlicher Ladenetzwerke hin zu leistungsfähigen Infrastrukturmodellen verschiebt sich auch der Wettbewerb. Entscheidend ist nicht länger die installierte Leistung, sondern die tatsächlich gelieferte Energie und die Wirtschaftlichkeit auf Standortebene. ABB E-mobility bringt mit der OM M-Series jetzt ein modulares, luftgekühltes Split-System auf den Markt, das Stromerzeugung und Leistungsabgabe trennt und so ermöglicht, Ladeinfrastruktur gezielt an ganz unterschiedliche Einsatzprofile anzupassen, anstatt generische Hardware auszurollen.

Leistung ist damit nicht länger an einzelne Ladepunkte gebunden. Die M-Series verbindet zentrale Power Cabinets mit einem Portfolio spezialisierter Dispenser: Solo, Duo, Dock und Ultra. Unterstützt werden die Ladeformate CCS1, CCS2, NACS und MCS. Durch diese Trennung kann Ladeinfrastruktur gezielt auf unterschiedliche Kundensegmente ausgerichtet werden, mit jeweils eigenen Nutzungsprofilen, Verweildauern und wirtschaftlichen Anforderungen.

„Die Branche hat ein Jahrzehnt darauf verwendet, die Nennleistung zu optimieren. Heute müssen Betreiber die Kosten der tatsächlich gelieferten Energie über die gesamte Lebensdauer eines Standorts in den Fokus stellen“, sagt Michael Halbherr, CEO von ABB E-mobility. „Leistung ist nur dann relevant, wenn sie zuverlässig bereitgestellt werden kann, und zwar über unterschiedliche Fahrzeugarchitekturen, Ladepunkte und Auslastungsniveaus hinweg. Genau dafür wurde die M-Series entwickelt.“

Im Zentrum der OM M-Series steht die System-Architektur und wie Leistung bereitgestellt wird. Statt die installierte Leistung auf maximale Spitzenlast auszulegen, wird sie als gemeinsam nutzbare Ressource verstanden. Die verfügbare Kapazität wird dynamisch auf die Ladepunkte verteilt und in Echtzeit an die tatsächliche Nachfrage angepasst. Dieses Prinzip ermöglicht es Betreibern, mit geringerer installierter Leistung auszukommen und gleichzeitig eine hohe Leistungsabgabe unter Last sicherzustellen. Das senkt die Kosten der gelieferten Energie und verbessert die operative Performance.

Die M-Series skaliert von 200 kW bis 1,2 MW und unterstützt bis zu 24 Ladepunkte, ohne die Spitzenladeleistung zu beeinträchtigen. Die Leistungskapazität lässt sich vor Ort in 400-kW-Schritten über bis zu drei miteinander verbundene Power Cabinets erweitern, ohne dass ein Standort neu geplant oder bestehende Investitionen abgeschrieben werden müssen. So wächst die Infrastruktur entlang der tatsächlichen Nachfrage und statt allein auf Basis von Prognosen.

Mit einer Leistungsdichte von 625 kW pro Quadratmeter, entsprechend 1.200 kW auf 1,92 Quadratmetern, bietet das System mehr installierte Leistung auf gleicher Fläche als vergleichbare High-Power-Split-Systeme. Das verbessert direkt die Wirtschaftlichkeit von Standorten, insbesondere dort, wo Platz begrenzt oder Flächen- und Immobilienkosten hoch sind.

Entscheidend ist die tatsächlich gelieferte Leistung, nicht die Nennleistung. Unterschiedliche Elektrofahrzeuge nehmen Leistung unterschiedlich auf. Bei konventionellen Systemen geht ein Teil der verfügbaren Leistung in der Übergabe verloren. Die M-Series stellt sicher, dass die tatsächlich gelieferte Leistung nahezu der installierten Nennleistung entspricht und damit die gesamte Leistung konsequent genutzt wird. Die Power-Delivery-Unit verteilt die verfügbare Kapazität in Echtzeit über alle Ladepunkte und Fahrzeugtypen hinweg und passt die Leistung dynamisch an sich verändernde Nachfrageprofile im Tagesverlauf an.

Entwickelt für das reale Wachstum von Standorten

Die M-Series ist auf drei zentrale Standorttypen ausgelegt, die sich in Leistungsanforderungen, Nutzungsprofilen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen deutlich unterscheiden.

Öffentliche Schnelllade-Korridore: Standorte lassen sich von einem einzelnen 400-kW-Power Cabinet auf bis zu 1,2 MW mit bis zu 24 Ladepunkten erweitern, in 400-kW-Schritten und ohne erneute Standortplanung. Bereits installierte Power Cabinets generieren über alle Ausbaustufen hinweg weiter Erträge. Für CPOs mit großen Standortportfolios ermöglicht das eine Verlagerung von Investitionen hin zu einer nachfragebasierten Skalierung.

Retail- und Hospitality-Standorte: An Supermärkten, Tankstellen oder Logistikhubs balanciert das System dynamisch zwischen High-Power-Laden bei niedriger Auslastung und parallelem Laden mit geringerer Leistung bei hoher Auslastung. So wird die Nutzung der installierten Kapazität maximiert, während sich die Nachfrage im Tagesverlauf verändert. Bereits installierte Power Cabinets schaffen auch in Ausbauphasen weiterhin wirtschaftlichen Wert.

Gewerbliche Flottendepots: Betreiber, die gemischte Flotten aus Vans, Lkw und Bussen elektrifizieren, müssen Investitionsentscheidungen unter hoher Unsicherheit treffen. Fahrzeugmix, Elektrifizierungstempo und MCS-Bereitschaft sind häufig noch nicht abschließend planbar. Die M-Series adressiert diese Unsicherheit durch Erweiterung in 400-kW-Schritten und richtet damit Infrastrukturkosten am tatsächlichen Flottenwachstum aus, statt allein auf Basis von Prognosen. Unabhängig von der installierten Leistung kann das System sowohl High-Power-Gelegenheitsladen als auch nächtliches Laden mit geringerer Leistung abbilden, ohne dass separate Infrastrukturen für unterschiedliche Einsatzprofile notwendig sind.

Die M-Series lässt sich in die Asset Operations Plattform von ABB E-mobility integrieren und bietet Echtzeit-Transparenz, KI-gestützte Fehlererkennung sowie optimierte Serviceprozesse im Feld. Sie baut auf der mit dem iF Design Award ausgezeichneten HMI auf, die mit der A400 und der C50 eingeführt wurde, und sorgt so für ein konsistentes Nutzererlebnis für Betreiber über das gesamte Portfolio hinweg. Optional kann ein AC-gekoppeltes Batteriespeichersystem integriert werden, um Lastspitzen zu glätten und zusätzliche Flexibilität auf Standortebene zu schaffen, insbesondere bei Netzrestriktionen. Offene APIs und ein SDK ermöglichen die nahtlose Integration in bestehende Betreibersysteme und Drittplattformen.

Vom All-in-One-System zum Split-System
Einzelne Hochleistungs-Ladesäule für Elektrofahrzeuge im Studio.

Kompakte Solo-Ladesäule für flexible Einsatzszenarien (Bild: ABB E-mobility)

Die M-Series baut auf der A-Series auf und markiert einen strukturellen Wandel in der Architektur von Ladeinfrastruktur. Die A-Series hat ein All-in-One-System etabliert, das für eine einfache Installation und eine konsistente Bereitstellung von High-Power-Ladeleistung an öffentlichen und Destination-Standorten steht. Die M-Series führt dieses Prinzip weiter und überführt es in ein Split-System, das Stromerzeugung und Leistungsabgabe trennt und damit anwendungsspezifische Konfigurationen ermöglicht, anstatt generische Systeme auszurollen.

Beide Serien (M- und A-Series) basieren auf derselben luftgekühlten, intern entwickelten Siliziumkarbid-Leistungselektronikplattform mit Schutzklasse IP54 sowie einer gemeinsamen Referenzarchitektur, die seit 2024 kommerziell im Einsatz ist. Die M-Series baut auf dieser technologischen Grundlage auf und erweitert sie um Innovationen in der Leistungsbereitstellung sowie ein Portfolio spezialisierter Dispenser. Dadurch entstehen neue Einsatzmöglichkeiten, ohne den Reifegrad des Systems zu beeinträchtigen.

Weitere Informationen finden Sie unter: e-mobility.abb.com

Quelle: ABB E-mobility

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