Statistik Austria vergleicht vernetzte Anwendungen 2024 und 2026

Smart Home in Österreich: Nutzung steigt auf 36 %

von Laura Peichl
Foto: © www.i-magazin.com | KI generiert

Smart-Home-Lösungen sind vernetzte Geräte und Systeme, die über das Internet gesteuert oder automatisiert werden können. In Österreich nutzen 2026 laut Statistik Austria 36 % der 16- bis 74-Jährigen solche Anwendungen für Heizung, Beleuchtung, Haushaltsgeräte oder Sicherheit – zwölf Prozentpunkte mehr als 2024. Das zeigt die am 27. Oktober 2026 veröffentlichte Erhebung zum Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in Haushalten. Smarte Unterhaltungsgeräte werden gesondert erfasst und erreichen bereits 74 % dieser Altersgruppe.

Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria, beschreibt die Entwicklung so: „Smart-Home-Lösungen, also vernetzte Geräte und Systeme, die über das Internet gesteuert oder automatisiert werden können, halten in immer mehr Haushalten Einzug.“ Die Erhebung unterscheidet mehrere Anwendungsbereiche und weist deren Nutzung nach Alter und Bildungsabschluss aus.

Energiemanagement bleibt der häufigste Smart-Home-Anwendungsbereich

Smarte Energiemanagementsysteme nutzen 2026 rund 25 % der 16- bis 74-Jährigen. Bei der vorangegangenen Erhebung dieser Anwendungen im Jahr 2024 waren es 17 %. Damit bleibt die Energieanwendung innerhalb der erfassten Smart-Home-Lösungen vor Haushalts- und Gartengeräten sowie Sicherheitssystemen der am weitesten verbreitete Bereich.

Zur Kategorie zählen beispielsweise Thermostate, Stromzähler sowie internetgesteuerte Heizungs- und Beleuchtungssysteme. Die Erhebung fasst damit unterschiedliche Anwendungen der vernetzten Energie- und Gebäudetechnik zusammen. Der ausgewiesene Nutzungsanteil bezieht sich auf diese Kategorie insgesamt, nicht auf die Verbreitung eines einzelnen Gerätetyps wie eines Thermostats oder einer Heizungssteuerung.

Haushaltsgeräte und Sicherheitssysteme legen ebenfalls zu

Internetverbundene Haushalts- oder Gartengeräte erreichen 2026 einen Nutzungsanteil von 21 %, nach 12 % im Jahr 2024. Dazu gehören Backöfen und Waschmaschinen ebenso wie Staubsauger- oder Rasenmähroboter. Der Zuwachs beträgt auf Basis der gerundeten Angaben neun Prozentpunkte.

Smarte Sicherheitssysteme verwenden 16 % der befragten Altersgruppe; zwei Jahre zuvor waren es 9 %. Unter dieser Kategorie erfasst Statistik Austria unter anderem Alarmanlagen, Rauchmelder, Überwachungskameras, Bewegungsmelder und Türschlösser. Der Vergleich 2024 zu 2026 zeigt damit in allen drei ausgewiesenen Smart-Home-Anwendungsbereichen eine höhere Nutzung. Die Bereiche unterscheiden sich jedoch weiterhin deutlich in ihrer Verbreitung: Energiemanagement liegt vor Haushaltsgeräten und Sicherheitstechnik.

Bei jungen Erwachsenen steigt die Nutzung deutlich

Besonders stark wächst die Nutzung von Smart Home in Österreich bei jüngeren Menschen. Unter den 16- bis 24-Jährigen steigt der Anteil von 17 % im Jahr 2024 auf 33 % im Jahr 2026 und hat sich damit nahezu verdoppelt. Bei den 25- bis 34-Jährigen nimmt er im selben Zeitraum von 28 % auf 44 % zu.

Die detaillierten Ergebnisse für 2026 zeigen bei den 35- bis 44-Jährigen mit 43,4 % einen ähnlich hohen Anteil wie bei den 25- bis 34-Jährigen mit 43,7 %. In der Altersgruppe von 45 bis 54 Jahren liegt der Wert bei 40,6 %. Die beiden älteren Gruppen erreichen 30,6 % bei den 55- bis 64-Jährigen und 24,4 % bei den 65- bis 74-Jährigen.

Der Bildungsabschluss geht mit unterschiedlichen Nutzungsanteilen einher

Auch nach dem höchsten Ausbildungsabschluss unterscheiden sich die Ergebnisse. Bei Personen mit Hochschulabschluss verwenden rund 48 % entsprechende Anwendungen, gegenüber rund 22 % der Personen mit Pflichtschulabschluss. Damit nutzt in der Gruppe mit Hochschulabschluss fast jede zweite Person Smart-Home-Lösungen.

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Zwischen diesen beiden Gruppen liegen Personen mit Lehre oder Abschluss einer berufsbildenden mittleren Schule mit 33,5 % sowie Personen mit Matura mit 42,8 %. Die Aufschlüsselung beschreibt die Verbreitung innerhalb der jeweiligen Bildungsgruppe. Gründe für die Unterschiede nennt die veröffentlichte Auswertung nicht.

Smarte Unterhaltung erreicht knapp drei Viertel

Mit dem Internet verbundene Unterhaltungsgeräte bleiben der am weitesten verbreitete Bereich unter den ausgewiesenen smarten Geräten und Systemen. Ihr Nutzungsanteil steigt von 66 % im Jahr 2024 auf 74 % im Jahr 2026. Dieser Wert ist getrennt vom Anteil der Smart-Home-Lösungen für Energie, Haushalt und Sicherheit zu betrachten.

Innerhalb der Unterhaltungselektronik dominieren Smart-TVs: Ihr Anteil wächst von 60 % auf rund 68 %. Smarte Audiosysteme oder Lautsprecher verwenden inzwischen rund 32 %, gegenüber 26 % zwei Jahre zuvor. Internetverbundene Spielekonsolen erreichen laut Detailtabelle 24,4 %, nach 21,5 % im Jahr 2024.

Nach Alter reicht die Nutzung smarter Unterhaltungsgeräte 2026 von 86,2 % bei den 16- bis 24-Jährigen bis zu 50,2 % bei den 65- bis 74-Jährigen.

Sprachassistenz und Wearables werden gesondert erfasst

Virtuelle Sprachassistenzsysteme nutzen 2026 rund 26 % der 16- bis 74-Jährigen. Der entsprechende Wert lag 2024 bei rund 22 %. Bei den 16- bis 24-Jährigen steigt die Nutzung im Zweijahresvergleich von 30 % auf 38 %. Junge Frauen setzen solche Anwendungen mit 41 % etwas häufiger ein als junge Männer mit 35 %.

Wearables erreichen 2026 rund 34 %, nach rund 29 % im Jahr 2024. In dieser Kategorie erfasst die Statistik beispielsweise Smartwatches, Fitness-Armbänder, Safety-Tracker, vernetzte Kopfhörer sowie weitere internetverbundene Kleidung oder Accessoires. Sprachassistenzsysteme und Wearables stehen in der Auswertung als eigene Kategorien neben Smart-Home-Lösungen und smarter Unterhaltungselektronik.

Datengrundlage sind rund 5.500 befragte Personen

Statistik Austria führte die Erhebung von April bis Juli 2026 mit Webfragebögen und Telefoninterviews durch. Befragt wurden insgesamt rund 4.300 Haushalte und 5.500 Personen. Erfasst werden Haushalte mit mindestens einem Mitglied im Alter von 16 bis 74 Jahren sowie die darin lebenden Personen dieser Altersgruppe. Die Nutzungszahlen sind daher keine Anteile an sämtlichen Haushalten oder an der Bevölkerung aller Altersstufen.

Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich die Angaben auf die Nutzung in den letzten drei Monaten vor der Befragung. Die Vergleichsdaten für 2024 wurden ebenfalls von April bis Juli erhoben. Statistik Austria führt die IKT-Erhebung jährlich als Stichprobenerhebung mit einem europaweit einheitlichen Fragenprogramm, standardisierten Definitionen und einheitlicher Methodik durch.

Die rechtliche Grundlage bilden die Verordnung (EU) 2019/1700, die Durchführungsverordnung (EU) 2025/1322 und die delegierte Verordnung (EU) 2025/1440. Die Regelungen verpflichten Österreich und die anderen EU-Mitgliedstaaten zur Datenlieferung.

Weitere Informationen auf: www.statistik.at

Quelle: Statistik Austria

Häufig gestellte Fragen

Wie verbreitet ist Smart Home in Österreich 2026?

2026 nutzen laut Statistik Austria 36 % der 16- bis 74-Jährigen in Österreich vernetzte Anwendungen für Energie, Haushalt oder Sicherheit. Das sind zwölf Prozentpunkte mehr als 2024. Die Angaben beziehen sich auf Personen dieser Altersgruppe, nicht auf sämtliche Haushalte.

Welche Smart-Home-Anwendungen werden am häufigsten genutzt?

Smarte Energiemanagementsysteme liegen 2026 mit einem Nutzungsanteil von rund 25 % vorne. Internetverbundene Haushalts- oder Gartengeräte erreichen 21 %, smarte Sicherheitssysteme 16 %. Die Anteile beziehen sich auf die 16- bis 74-Jährigen in Österreich.

Zählen smarte Unterhaltungsgeräte zum ausgewiesenen Smart-Home-Anteil von 36 %?

Nein. Statistik Austria erfasst smarte Unterhaltungsgeräte getrennt von Smart-Home-Lösungen für Energie, Haushalt und Sicherheit. Unterhaltungsgeräte erreichen 2026 einen Nutzungsanteil von 74 % der 16- bis 74-Jährigen.

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