30 Jahre Rexel Austria stehen für den Wandel vom klassischen Elektrogroßhändler zum Lösungs- und Servicepartner. Im Gespräch erklärt CEO Thomas Stadlhofer, wie sich die Branche verändert hat, welche Herausforderungen Kund:innen heute beschäftigen und warum persönliche Beziehungen trotz Digitalisierung wichtiger sind, denn je.
Herr Stadlhofer, Rexel Austria feiert sein 30-jähriges Bestehen. Was bedeutet dieses Jubiläum für Sie als Unternehmen?
Thomas Stadlhofer: Wenn ein Unternehmen so lange erfolgreich besteht, dann gelingt das nur, wenn es sich laufend weiterentwickelt. Und genau das haben wir getan. Wir haben unser Angebot Schritt für Schritt erweitert und unterstützen unsere Kund:innen heute weit über den Produktverkauf hinaus. Gleichzeitig sind wir unseren Werten treu geblieben. Persönliche Beziehungen und Handschlagqualität waren vor 30 Jahren in unseren beiden starken Vertriebsmarken Schäcke und Regro wichtig und sie sind es auch heute noch.
Auch Sie persönlich bringen fast 20 Jahre Branchenerfahrung im Großhandel mit. Was hat sich aus Ihrer Sicht in dieser Zeit am stärksten verändert?
Stadlhofer: Ich erlebe, dass die Anforderungen heute deutlich komplexer geworden sind und die Geschwindigkeit in allen Bereichen zunimmt. Früher hatten Elektriker:innen oft mehr Zeit für die eigentliche Arbeit auf der Baustelle. Heute braucht es schon im Vorfeld wesentlich mehr Planung, Abstimmung und spezialisiertes Know-how. Themen wie Photovoltaikanlagen, Energiespeicher oder Ladeinfrastruktur sind längst zentrale Bestandteile des Alltags und erfordern sorgfältige, aber auch prompte Vorbereitung, um rasch zu unterstützen.
Das merken wir auch in der Zusammenarbeit mit unseren Kund:innen deutlich. Elektriker:innen und Beschaffer:innen müssen heute viel mehr Themen gleichzeitig im Blick behalten und brauchen verlässliche Partner, die sie dabei unterstützen. Genau hier setzen wir bei Rexel Austria an.
Was bedeutet diese Veränderung der Berufsbilder für Rexel als Elektrogroßhändler?
Stadlhofer: Unsere Rolle hat sich verändert. Heute reicht es nicht mehr aus, Produkte zu liefern. Unsere Aufgabe ist es, unseren Kund:innen Arbeit abzunehmen, also Prozesse zu vereinfachen, Abläufe zu automatisieren und Zeit freizuspielen. Und das tun wir mit unseren Services. Zum 30-jährigen Jubiläum wollen wir das nicht nur behaupten, sondern auch messen. Deshalb haben wir uns ganz konkret angesehen, wie viel Zeit und Kosten Betriebe mit unseren Lösungen tatsächlich sparen können.
Und was ist bei den Berechnungen herausgekommen?
Stadlhofer: Bei unseren gewerblichen Kund:innen haben wir berechnet, dass sich durch unsere Services, bspw. Lichtplanung, Verteilerbau oder PV-Planung, bis zu 35 Stunden pro Woche einsparen lassen. Im Industriebereich zeigt unser Prozesskostenrechner ein durchschnittliches Einsparpotenzial von rund 45.000 Euro pro Jahr oder mehr für ein Unternehmen.
Woher wissen Sie, wo Betriebe Unterstützung brauchen? Wie können Sie diese Services so am Punkt entwickeln?
Stadlhofer: Das funktioniert nur, wenn man wirklich nahe an den Kund:innen ist. Genau das ist eine unserer großen Stärken. Unser Vertrieb ist jeden Tag draußen, kennt die Betriebe, kennt die Abläufe und weiß, wo im Alltag manchmal Sand im Getriebe ist. Gleichzeitig stehen wir in engem Austausch mit unseren Lieferant:innen und kennen auch deren Zugänge. Diese Einblicke nehmen wir mit und entwickeln daraus unsere Services weiter.
Gleichzeitig werden Produkte und Beschaffungswege zunehmend digital. Wie verändert das die Zusammenarbeit mit ihren Kund:innen?
Stadlhofer: Natürlich enorm. Einerseits sind viele Prozesse heute deutlich einfacher und schneller geworden. Aber gleichzeitig merken wir auch: Je größer die Auswahl und je komplexer die Lösungen werden, desto wichtiger wird die persönliche Beratung. Das eine ersetzt das andere also nicht. Im Gegenteil. Digitale Lösungen und persönlicher Kontakt gehen Hand in Hand. Und genau diese Kombination macht aus unserer Sicht den Unterschied.
Wie unterstützen Sie Ihre Kund:innen konkret dabei den Überblick zu behalten und neue Entwicklungen tatsächlich mitzumachen?
Stadlhofer: Unsere Aufgabe ist es heute mehr denn je, Orientierung zu geben. Neue Technologien entwickeln sich rasant weiter und die Möglichkeiten werden immer vielfältiger. Wir möchten unsere Kund:innen dabei unterstützen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Deshalb suchen wir ganz bewusst den Austausch mit der gesamten Branche. Ein gutes Beispiel dafür ist der Carbon Tracker von Regro. Wir haben erkannt, dass unsere Kund:innen Nachhaltigkeitsdaten für ihre Berichterstattung benötigen. Gemeinsam mit unseren Lieferant:innen haben wir deshalb eine Lösung entwickelt, die diese Informationen schnell und kompakt bereitstellt.
Zum Abschluss noch ein Blick nach vorne: Welche Chancen sehen Sie für Rexel in den nächsten 30 Jahren?
Stadlhofer: Die kommenden Jahre werden mindestens genauso spannend wie die vergangenen. Ich bin überzeugt, dass die Elektrifizierung in immer mehr Bereichen eine zentrale Rolle übernehmen wird, gerade wenn man die globalen Entwicklungen der letzten Monate betrachtet. Das eröffnet große Chancen, sowohl für unsere Kund:innen als auch für uns als Unternehmen.
Deshalb werden wir unsere Services gezielt weiterentwickeln und unsere Expertise dort ausbauen, wo der Bedarf am größten ist.
Weitere Informationen auf: www.rexel.at
Quelle: Rexel Austria