reev & Schneider Electric zeigen Wege zur E-Mobilitätswende:

Strom statt Diesel: Die neue Logik der Flotten

von Sandra Eisner
Foto: © reev

Die Elektrifizierung von Flotten steht nicht mehr in Frage – nur noch das „Wie“ ist offen. Politischer Druck, wirtschaftliche Vorteile und neue Förderkulissen machen elektrisches Fahren für Betriebe zur strategischen Notwendigkeit. Doch wie gelingt die Umsetzung bei begrenztem Netzanschluss, wachsenden Energiepreisen und komplexer Ladeinfrastruktur? In einem gemeinsamen Webinar zeigten reev und Schneider Electric, wie sich Hardware, Software und smarte Planung zu einem wirtschaftlichen Gesamtkonzept verbinden lassen – vom Depot bis zum Ladepunkt.

Druck von allen Seiten – aber auch Chancen

Die Elektromobilität entwickelt sich weiter, auch wenn der große Hype vergangener Jahre einem pragmatischen Realismus gewichen ist. Seit dem abrupten Ende der Umweltbonusförderung im Dezember 2023 hat sich der Markt konsolidiert. Dennoch liegt der Anteil von E-Autos an den Neuzulassungen in Deutschland laut Branchenzahlen im August 2025 bei rund 20 Prozent.

Was wie eine Herausforderung wirkt, bietet in Wahrheit klare Chancen: Die EU-Flottenregulierung (in Vorbereitung) verpflichtet große Unternehmensflotten ab 2027 zu 75 Prozent E-Fahrzeugen bei Neuzulassungen – ab 2030 sogar zu 100 Prozent. Kommunale Betriebe sind durch die „Clean Vehicles Directive“ schon heute an klare Quoten gebunden. Wer nicht umstellt, riskiert mittelfristig den Anschluss – nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich.

Komplexe Anforderungen an Infrastruktur und Netz

Während der politische Rahmen gesetzt ist, sieht es in der Praxis oft anders aus. Unternehmen stehen vor technischen Herausforderungen: Die Ladeinfrastruktur muss skalierbar, PV- und speicherfähig, eichrechtskonform, netzdienlich und abrechenbar sein. Dazu kommt: Viele Standorte sind durch limitierte Netzanschlüsse eingeschränkt – und eine Erweiterung ist nicht immer wirtschaftlich darstellbar.

Hier setzen reev und Schneider Electric an: Mit einer durchdachten Kombination aus DC- und AC-Hardware, intelligentem Lastmanagement und flexibel konfigurierbaren Softwarelösungen wollen sie den Weg ebnen – für Wohnquartiere, Unternehmen, Hotels, Parkhäuser und vor allem Flotten- und Depotanwendungen.

Die Lösung liegt in der Kombination

Während Schneider Electric mit seiner neuen DC-Linie (StarCharge Fast 60 bis 720) den technischen Unterbau liefert, übernimmt reev die Softwareebene. Das Ziel: eine wirtschaftliche, skalierbare und benutzerfreundliche Plattform für den Betrieb und die Abrechnung von Ladepunkten. Besonders überzeugend ist das vorkonfigurierte Zusammenspiel beider Welten – etwa mit vorinstallierten Modems, vorkonfigurierten Ladepunkten und cloudbasiertem Energiemanagement.

Für Installateure bedeutet das: Weniger Aufwand bei Inbetriebnahme und Wartung. Für Betreiber: Transparenz, Steuerungsmöglichkeiten und die Chance, durch gezieltes PV-Überschussladen sowie die Nutzung dynamischer Stromtarife deutliche Einsparungen zu erzielen.

Energiemanagement mit Mehrwert

reev integriert das komplette Last- und Energiemanagement direkt in die eigene Plattform. Das System ist hardwareagnostisch und priorisierungsfähig – wichtig etwa bei der Ladung von Einsatzfahrzeugen oder E-Transportern mit fixen Abfahrtszeiten. Auch die Einbindung ins Netzmanagement gemäß §14a EnWG wird berücksichtigt und kann sogar zur Reduktion der Netzentgelte führen.

Ein weiteres Plus: Die Plattform ermöglicht nicht nur interne Abrechnung, sondern auch Roaming und öffentliches Ad-hoc-Laden – und macht damit aus der Ladeinfrastruktur auf Wunsch ein Geschäftsmodell.

Beispiel aus der Praxis

Ein Blick in die Anwendung: Die BTU Beteiligungs GmbH nutzt eine Lösung mit zehn Ladepunkten von Schneider Electric, gesteuert und abgerechnet über reev. Sechs Nutzergruppen, 50.000 kWh geladene Energie in zwei Jahren und über 20 Prozent des Umsatzes durch Roaming zeigen: Intelligente Ladeinfrastruktur funktioniert – technisch, wirtschaftlich und im Alltag.

Ladeinfrastruktur als strategisches Asset

Die Elektrifizierung der Flotte ist mehr als ein ökologisches Bekenntnis – sie wird zur betriebswirtschaftlichen Notwendigkeit. Wer frühzeitig auf flexible, kombinierbare Lösungen setzt, sichert sich nicht nur Fördermittel, sondern auch langfristige Vorteile im Betrieb. reev und Schneider Electric zeigten im Webinar, wie genau das gelingt – und warum es sich lohnt, beim Ladeausbau systemisch zu denken.

Weitere Informationen auf:
www.reev.com 
www.se.com

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