Zwischen Windspitzen und Dunkelflauten:

Über die Windkraft und die Notwendigkeit starker Netze

von Laura Peichl
Foto: © EVN / Daniela Matejschek

Dass die Windkraft vor allem im Winter von Bedeutung ist, zeigte sich auch in den letzten Wochen. „Bei Schneefall, eisiger Kälte und starkem Wind beweist die Windkraft ihre Stärke. Rund zwei Drittel des Windstroms werden in den Wintermonaten generiert. Dann, wenn die Wasserkraft traditionell eher schwach ist und auch der Sonnenstrom aufgrund der dunklen Jahreszeit eher ausbleibt“, erklärt EVN Vorstandsdirektor Stefan Stallinger.

(Bild: Daniela Matejschek)

In Niederösterreich beträgt der Anteil der Windkraft in den Wintermonaten im Mittel rund 80 %. „Es gibt also regelmäßig Phasen, in denen die Windkraft den Strom-Bedarf unseres Bundeslandes deckt. Der Wind ist die erneuerbare Winterenergie.“, so Stallinger.

Neben Sonnenkraft und Wasserkraft bietet die Windkraft die ideale Ergänzung für ein zukunftsfittes Energiesystem.

Schwankungen der Erneuerbaren eine Herausforderung

Die Grundlage für ein erneuerbares Energiesystem sind starke Netze. Schließlich müssen die hohen, dezentralen Einspeisemengen auch entsprechend transportiert werden. Dazu kommt: Sonne und Wind sind eben nicht immer verfügbar.

Wie enorm diese Aufgabe ist, zeigte sich in den letzten Tagen: „Im Jänner 2026 hatten wir im Netz der Netz NÖ Stunden mit 1.800 Megawatt Erzeugung aus Wind – und zehn Stunden später dann gar keine”, erläutert der Technik-Vorstand. Zum Vergleich: Die Höchstlast beim Verbrauch liegt bei rund 1.600 Megawatt.

Trotz dieser Schwankungen bleibt die Versorgung stabil. “Denn in Niederösterreich haben wir ein Netz, das mit diesen Schwankungen schon umgehen kann”, so Stallinger. Damit das auch in Zukunft so ist, bleibt kaum ein Stein auf dem anderen. Laufend wird das Netz ausgebaut und modernisiert, sowie an intelligenten, digitalen und innovativen Lösungen gearbeitet.

Ausbau der Erneuerbaren geht weiter

Die EVN hat jedenfalls noch viel vor. „Bis 2030 wollen wir unsere Windkraftleistung von rund 561 MW auf 770 MW und die PV-Leistung von aktuell 133 MWp auf 300 MWp ausbauen“, erklärt Stallinger.

Ein realistisches Ziel, wenn man die Projektpipeline der EVN Naturkraft betrachtet. Im Jahr 2026 befinden sich vier Windparks und eine PV-Anlage gleichzeitig in Bau. Dies sind die Windparks Ebenfurth, Neusiedl an der Zaya, Großsierning und Großkrut-Poysdorf, sowie die PV-Anlage in Ollersdorf.

Netz-Ausbau bis 2030

(Bild: Daniela Matejschek)

Die Ziele der österreichischen Klima- und Energiestrategie sehen bis 2030 eine Verzehnfachung der Energie aus Photovoltaikanlagen und eine Verdoppelung aus Windkraftanlagen vor. In ihrer Rolle als Verteilnetzbetreiberin stellt das die Netz NÖ vor eine gewaltige Herausforderung, da das Stromnetz in vergleichbar kurzer Zeit auf den verschiedenen Ebenen modernisiert und ausgebaut werden muss.

Das Modernisierungsprogramm bis 2034 umfasst:

  • Neu- oder Ersatzneubau von etwa 55 Umspannwerken inkl. Anschlussleitungen (dzt. sind 92 Umspannwerke in Betrieb)
  • Jährliche Errichtung von etwa 700 Trafostationen (langjähriger Schnitt von etwa 250 Stationen)
  • Verlegen von etwa 1.000 km Mittel- und Niederspannungskabel pro Jahr

Dieser starke Ausbau ist zwingend notwendig. Denn der Umbau des Energiesystems schreitet mit großen Schritten voran. Rund 25 Prozent der Sonnenkraftwerke Österreichs befinden sich hier in Niederösterreich – und mehr als 50 % der Windkraftanlagen.

Die Netz NÖ investiert alleine in diesem Geschäftsjahr rund 520 Mio. in den Ausbau der Infrastruktur, um die Energiezukunft „auf den Boden zu bringen“.

Weitere Informationen auf: www.evn.at 

Quelle: EVN AG

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