Nach den Lockdowns in den letzten Jahren ist hoffentlich wieder ein »normaler« Herbst und Winter zu erwarten

Von Förderungen, Materialpreisen und Kollektivvertragsverhandlungen

von David Lodahl
von Andreas Wirth Foto: © www.i-magazin.com

Das bedeutet auch für uns, Augen und Ohren offen zu halten, zumal wir den Blick schon auf Aufträge für das kommende Geschäftsjahr, aber auch einen Rückblick auf die letzten zwei Monate werfen können. Alarmanlagen und Videoüberwachungen sind wieder gefragt, die Zahl der Einbrüche und Diebstähle steigt leider wieder. Das heißt, das Know-how und das Können unserer ELEKTRIKER ÖSTERREICHS ist wieder gefragt. Die Anfragen unserer Kunden häufen sich bereits seit dem Sommer. In vielen Bundesländern gibt es Förderungen für die Installation einer Alarmanlage oder sogar einer Videoüberwachung. Beratet eure Kunden mit eurem fachmännischen Wissen und holt euch die Aufträge ins Haus. Das ist ein Unternehmertum, so wie wir Elektriker es kennen: ein Unternehmertum, das Sicherheit schafft und Qualität garantiert!

Viele von uns sitzen bereits eifrig an Angeboten und Ausschreibungen für das kommende Geschäftsjahr und sind sich nicht sicher, ob die aktuellen Preise der Industrie auch später halten werden. Das ist eine extrem schwierige Situation, wie wir sie die letzten 30 Jahre nicht mehr hatten. Ihr findet nützliche Praxis-Tipps dazu im Corona-Infoteil auf der Website der Bundesinnung. Mein Tipp ist nach wie vor, Angebotsbindungen so kurz wie möglich zu halten und die Materialpreise bei großen Aufträgen mit dem Metallpreisindex in den Vertrag hineinzubringen. Bei einigen Auftraggebern ist uns dies bereits im heurigen Jahr gelungen. Wie wir alle wissen, ist der Metallpreis – sprich Alu und Kupfer – unser großes Problem. Hier raten wir bei Angeboten ebenfalls, die Zuleitungen als variable Position (Preisgleitklauseln) zu verankern.

Angebote beinhalten natürlich auch die Arbeitszeit. Aktuell stehen wir mit der Gewerkschaft mitten in den Kollektivvertragsverhandlungen. Ihr könnt Euch sicher denken, dass sich die Verhandlungen im heurigen Jahr besonders schwierig gestalten werden. Wir ELEKTRIKER ÖSTERREICHS wissen, dass die Krisenzeit für das Elektrogewerbe noch lange nicht vorbei ist. Zuerst die Gesundheitskrise und jetzt eine Rohstoff- und Lieferkrise und dazu noch die steigenden Energiepreise. Das alles führt uns in eine sehr angespannte Verhandlungssituation mit der Gewerkschaft, die diese Probleme kaum sieht und aktuell bei den Verhandlungen mit der Elektroindustrie eine Erhöhung von 4,5 % fordert, wie wir aus den Medien wissen.

Unsere Mitarbeiter sind das Rückgrat unserer Unternehmen. Wir werden alles tun, um mit einem überhöhten Abschluss nicht Arbeitsplätze zu gefährden. Deswegen werden wir der Gewerkschaft ein sehr faires Angebot machen, damit sich unsere Mitarbeiter das tägliche Leben natürlich auch im kommenden Jahr leisten können. Mit sehr viel Fingerspitzengefühl möchten wir die unternehmerische Sicht der Dinge klar darlegen und sie für die derzeitig schwierige wirtschaftliche Situation sensibilisieren. Gemeinsam und mit unseren Mitarbeitern werden wir aber auch diese Situation meistern. „Durch‘s Reden kommen die Leit zsam.“ Ich persönlich hoffe, dass sich der Hausverstand und die Vernunft bei der Gewerkschaft durchsetzen und gehe optimistisch für euch in die diesjährigen KV-Verhandlungen.

Euer
Andi Wirth
Bundesinnungsmeister

Ähnliche Artikel

Hinterlassen Sie einen Kommentar

* Zur Speicherung Ihres Namens und Ihrer E-Mailadresse klicken Sie bitte oben. Durch Absenden Ihres Kommentars stimmen Sie der möglichen Veröffentlichung zu.