Die kleinen Funk- und WLAN-Aktoren der bulgarischen Shelly Group haben sich in den vergangenen Jahren in unzählige Unterputzdosen geschoben – überall dort, wo eine vollwertige Bussystem-Nachrüstung zu teuer oder zu aufwendig war. Nun greift ein Konzern danach: Schneider Electric hat am 24. September ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für alle ausstehenden Shelly-Aktien angekündigt. Die beiden Gründer, die zusammen rund 57 Prozent halten, ziehen mit.
Geboten werden 70 Euro je Aktie, das bewertet die Shelly Group mit 1,2 Milliarden Euro. Gegenüber dem unbeeinflussten Referenzkurs vom 28. Juli 2026 von 55,20 Euro sind das nach Rechnung des Konzerns 27 Prozent Aufschlag. Bieterin ist die SE 2026 A SAS, eine indirekte Tochter. Das Angebot gilt nur, wenn Schneider Electric anschließend mindestens 95 Prozent des Grundkapitals hält – dann folgen Squeeze-out und Börsenrückzug. Der Abschluss ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen.
Für die Praxis zählt weniger die Summe als die Einordnung: Bezugspunkt ist nicht das Schalterprogramm, sondern das Energiemanagement im Bestand. „By combining Shelly’s software-led home energy platform with Schneider Electric’s technology leadership, we unlock the next level of Energy Intelligence across residential, retrofit and small commercial buildings“, sagt Frederic Godemel, Executive Vice President Energy Management, Schneider Electric – also Wohnbau, Sanierung und kleines Gewerbe.
Zu Marke, Standorten, Vertriebswegen und zur Frage, ob die Geräte ohne Cloud-Konto lokal steuerbar bleiben, sagt die Aussendung nichts.
Quelle: Schneider Electric