E-Mobilität zwischen Rückenwind und Gegenwind:

Deutschland lädt, Österreich bremst

von Julia Petz
Foto: © www.i-magazin.com/KI generiert

In Deutschland ziehen die BEV-Zulassungen kräftig an. Ausgerechnet jetzt diskutiert Österreich über neue Belastungen für privat genutzte E-Firmenwagen. Das ist zumindest erklärungsbedürftig.

Der deutsche Pkw-Markt tritt im Mai 2026 auf der Stelle. 239.448 Neuzulassungen bedeuten gegenüber dem Vorjahresmonat praktisch: Stillstand. Spannend wird es erst, wenn man unter die Motorhaube der Statistik blickt. Denn während der Gesamtmarkt kaum vom Fleck kommt, legen reine Elektroautos deutlich zu. Rund 60.000 BEV wurden im Mai neu zugelassen – ein Plus von 39 Prozent. Von Jänner bis Mai kamen in Deutschland 283.949 neue batterieelektrische Pkw auf die Straße. Das sind 41 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Damit zeigt sich einmal mehr: Der Markt reagiert, wenn die Richtung stimmt. Insgesamt erreichten Elektrofahrzeuge inklusive Plug-in-Hybriden im Mai 87.890 Neuzulassungen. Ihr Anteil am Gesamtmarkt lag damit bei 36,7 Prozent. Mehr als jedes dritte neu zugelassene Auto in Deutschland hatte also einen Stecker. Der VDA hat seine Prognose für den deutschen E-Pkw-Markt folgerichtig auf 1,07 Millionen Einheiten angehoben. Dazu kommt: Die seit 19. Mai beantragbare E-Auto-Förderung beginnt laut Verband langsam Wirkung zu entfalten.

Und Österreich? Dort wird parallel darüber diskutiert, die bisherige Sachbezugsbefreiung für privat genutzte E-Dienstwagen ab 2027 zu beenden und durch einen reduzierten Sachbezug zu ersetzen. Der kolportierte Wert liegt zwar deutlich unter jenem für Verbrenner. Aber er liegt eben nicht mehr bei null.

Das mag budgetär argumentierbar sein. Verkehrspolitisch ist es heikel. Denn Firmenflotten sind einer der wichtigsten Hebel, über den Elektroautos zuerst in Stückzahlen auf die Straße und später leistbar in den Gebrauchtwagenmarkt kommen. Wer den Hochlauf der Elektromobilität will, sollte nicht ausgerechnet jene Schiene bremsen, über die viele E-Autos überhaupt erst in den Alltag gelangen.

Deutschland sendet gerade ein Signal: fördern, beschleunigen, Markt stabilisieren. Österreich riskiert das Gegenbild: reden von Transformation, rechnen gegen den Hochlauf. Das ist keine Strategie. Das ist ein Kurzschluss im politischen Sicherungskasten.

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