Aufbereitung, Speicherung und Transport von grünem Wasserstoff:

H2Future in Linz: Erweiterung für industrielle Wasserstoffversorgung

von Laura Peichl
Foto: © Verbund | West4Media Filmproduktions GmbH

H2Future ist eine Wasserstoffpilotanlage von voestalpine und Verbund am voestalpine-Standort in Linz. Die beiden Projektpartner starten nach einer dreijährigen Erweiterung die nächste Ausbaustufe: Neben der Erzeugung können sie nun auch Reinigung, Verdichtung, Speicherung, Verladung und Weiterverwendung von grünem Wasserstoff erforschen. Dafür ergänzen eine Verdichtungs- und Reinigungsanlage sowie fünf Wasserstofftanks die seit 2019 betriebene Anlage. Die Erweiterung kostet 16,4 Millionen Euro und soll Erkenntnisse zur Aufbereitung und Bereitstellung von Wasserstoff für industrielle Anwendungen liefern.

Welche technischen Eckdaten hat die Elektrolyseanlage?

Die H2Future-Anlage arbeitet mit Protonen-Austausch-Membran-Technologie, kurz PEM. Bei einer Anschlussleistung von sechs Megawatt kann sie stündlich 1.200 Kubikmeter grünen Wasserstoff erzeugen. Der Elektrolyseur besteht aus zwölf Stacks mit jeweils 50 Elektrolysezellen. Seit der Inbetriebnahme im Jahr 2019 hat die Pilotanlage nach Angaben der Projektpartner fast 2.000 Tonnen grünen Wasserstoff produziert und zahlreiche Versuchsprogramme durchlaufen.

H2FUTURE: Wasserstoffforschung am Standort Linz

Die Erweiterung von H2Future in Linz ergänzt die Forschung um Reinigung, Verdichtung, Speicherung und Verladung von grünem Wasserstoff. (Bild: voestalpine | Michael Jurtin)

Ein Belastungstest bestätigte laut den Projektpartnern sowohl die Belastbarkeit im Dauerbetrieb als auch die Fähigkeit, schnell auf große Laständerungen zu reagieren. Die Anlage wird insbesondere zum Ausgleich von Frequenzschwankungen im Stromnetz eingesetzt. Solche Schwankungen entstehen durch die unregelmäßige Verfügbarkeit erneuerbarer Energien oder unterschiedliche Strombedarfe. Damit umfasst die bisherige Forschung neben der Wasserstoffproduktion auch das Verhalten des Elektrolyseurs bei wechselnden Anforderungen aus dem Stromnetz.

Wie wird der Wasserstoff gespeichert und bereitgestellt?

Im Folgeprojekt H2Future-Follow-Up stehen vor allem Reinheit und Druck als Qualitätsmerkmale für industrielle Anwendungen im Mittelpunkt. Der in der Elektrolyse erzeugte Wasserstoff wird verdichtet, gereinigt und zwischengespeichert. Vier der fünf neuen Speichertanks sollen Schwankungen zwischen der fluktuierenden Erzeugung und dem Verbrauch ausgleichen und damit zur Versorgungssicherheit beitragen.

Der fünfte Tank ist als Versandtank vorgesehen. Über ihn soll ab Ende 2027 die Demonstrationsanlage HY4SMelt am voestalpine-Standort Linz direkt versorgt werden. Dafür ist eine rund einen Kilometer lange Rohrleitung vorgesehen.

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Für die Bereitstellung außerhalb des Standorts lässt sich der Wasserstoff mit Hochdruckverdichtern auf bis zu 500 bar komprimieren und in Trailer für den Straßentransport abfüllen. Dieser Transportweg macht ihn auch für externe Abnehmer sowie weitere Forschungs- und Industrieprojekte verfügbar. Dazu zählt SuSteel am voestalpine-Standort Donawitz: Das Forschungsprojekt nutzt den Wasserstoff über einen Trailer des Forschungspartners K1-MET.

Wasserstoffpilotanlage H2Future (Bild: voestalpine | Martin Eder)

Was ist bereits angelaufen, welche Schritte folgen?

Die ersten Funktionstests der Erweiterung wurden bereits gestartet. Erste Forschungsergebnisse erwarten die Projektpartner Ende 2026. Damit sind die laufenden technischen Tests von den noch ausstehenden Ergebnissen zur Aufbereitung und Bereitstellung zu unterscheiden. Auch die direkte Versorgung von HY4SMelt über die Rohrleitung liegt noch in der Zukunft; ihr Beginn ist für Ende 2027 vorgesehen.

Das Folgeprojekt läuft bis Dezember 2030. Es wird aus Mitteln der Umweltförderung des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus gefördert. Der Forschungsumfang geht über den bisherigen Schwerpunkt der Erzeugung hinaus und umfasst nun auch die nachgelagerten Schritte bis zur industriellen Weiterverwendung.

Welche Rolle spielt Wasserstoff für die Stahlproduktion?

voestalpine ordnet die Wasserstoffforschung in die Transformation seiner Stahlproduktion ein. „Langfristig streben wir bis 2050 eine Stahlproduktion mit Net-Zero-CO2-Emissionen an.“ Das erklärt Herbert Eibensteiner, CEO voestalpine AG. Wasserstoff soll dabei nach seinen Angaben eine wichtige Rolle übernehmen.

Als nächsten Schritt im Programm greentec steel plant voestalpine, im ersten Halbjahr 2027 jeweils einen grünstrombetriebenen Elektrolichtbogenofen in Linz und Donawitz in Betrieb zu nehmen. Damit will der Konzern bis 2029 zunächst bis zu 30 Prozent seiner CO2-Emissionen einsparen. Die Elektrolichtbogenöfen sind somit ein konkret terminierter Schritt der Umstellung; die erweiterte Wasserstoffpilotanlage dient der weiteren Forschung zur industriellen Nutzung von grünem Wasserstoff.

Weitere Informationen auf: www.verbund.com

Quelle: Verbund

Häufig gestellte Fragen

Welche technischen Eckdaten hat die H2Future-Elektrolyseanlage?

Die Anlage in Linz nutzt Protonen-Austausch-Membran-Technologie (PEM). Bei einer Anschlussleistung von sechs Megawatt kann sie stündlich 1.200 Kubikmeter grünen Wasserstoff erzeugen. Der Elektrolyseur besteht aus zwölf Stacks mit jeweils 50 Elektrolysezellen.

Wie wird der Wasserstoff bei H2Future gespeichert und transportiert?

Der Wasserstoff wird verdichtet, gereinigt und in fünf neuen Tanks zwischengespeichert. Vier Tanks sollen Schwankungen zwischen Erzeugung und Verbrauch ausgleichen. Der fünfte ist als Versandtank vorgesehen und soll ab Ende 2027 die direkte Versorgung von HY4SMelt über eine Rohrleitung ermöglichen. Für externe Abnehmer kann der Wasserstoff auf bis zu 500 bar komprimiert und in Straßentransport-Trailer abgefüllt werden.

Wann werden Ergebnisse aus der H2Future-Erweiterung erwartet?

Die ersten Funktionstests wurden bereits gestartet. Erste Forschungsergebnisse erwarten die Projektpartner Ende 2026. Das Folgeprojekt H2Future-Follow-Up läuft bis Dezember 2030.

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