Anna Gasselseder, Schülerin der HTL Paul-Hahn-Straße, wurde diese Woche mit dem Oesterreichs Energie Preis 2025 ausgezeichnet. Mit ihrem Diplomprojekt ParFormer setzte sie sich gegen zahlreiche Einreichungen aus ganz Österreich durch und zeigte eindrucksvoll, wie praxisorientierte Ingenieursarbeit zur Energiewende beitragen kann.
Das Linzer Technikum (HTL Paul-Hahn-Straße) zählt zu den führenden technischen Bildungseinrichtungen Oberösterreichs und bietet ein breites Ausbildungsangebot in den Fachrichtungen Elektrotechnik, Informatik, Maschinenbau und Mechatronik. Im Fokus steht dabei die Verbindung von fundierter theoretischer Ausbildung und praxisnaher Projektarbeit. Schülerinnen und Schüler lernen, komplexe technische Systeme zu verstehen, zu planen und eigenständig umzusetzen – von der Idee bis zum funktionsfähigen Prototypen.

Teamfoto von AnjaHönegger (links) und Anna Gasselseder (rechts) (Bild:
Besonderer Wert wird an der Schule auf Innovationsförderung, Nachhaltigkeit und Teamarbeit gelegt. Durch enge Kooperationen mit Unternehmen entstehen praxisnahe Projekte, die weit über den Unterricht hinausgehen und häufig direkt in der Industrie Anwendung finden – wie im Fall von ParFormer.
Das von Anna Gasselseder gemeinsam mit Anja Hönegger entwickelte Software-Tool dient der Berechnung und Bewertung der Parallelschaltung von Leistungstransformatoren. Ziel ist es, Netzbetreibern ein Werkzeug zur Verfügung zu stellen, das Überlastungen vermeidet, die Betriebssicherheit erhöht und die Integration erneuerbarer Energien erleichtert. Die Anwendung prüft automatisch die Kompatibilität mehrerer Transformatoren, visualisiert die Lastverteilung und unterstützt so die effiziente Netzplanung.

Anna Gasselseder auf der EUCYS (Bild: Kaspars Teilāns)
In enger Zusammenarbeit mit Netz Oberösterreich wurde das Tool praxisnah getestet und in deren Projektplanung integriert. Besonders gelobt wurde die benutzerfreundliche Oberfläche sowie die technische Genauigkeit der Berechnungen.
Mit ParFormer konnte Anna Gasselseder bereits mehrere Auszeichnungen gewinnen – darunter den Ersten Platz bei Jugend Innovativ, den Umweltpreis der Stadt Linz und einen Sonderpreis beim European Union Contest for Young Scientists (EUCYS) 2025 in Riga. Als Teil dieses EU-weiten Wettbewerbs erhielt sie außerdem den University of Latvia Prize, der einen Aufenthalt an der Universität Lettlands und die Teilnahme an der International Deep Tech Atelier Konferenz 2026 umfasst, wo sie ParFormer vor einem Investorenpanel präsentieren wird.
„Unser Ziel war es, ein Tool zu entwickeln, das nicht nur technisch funktioniert, sondern echten Mehrwert für den Netzbetrieb bietet“, erklärt Gasselseder. Mit ParFormer ist ihr und ihrem Team genau das gelungen – ein Beispiel dafür, wie technisches Know-how, Innovationsgeist und Engagement bereits in der Ausbildung zu wegweisenden Ergebnissen führen können.
Nach der Matura an der HTL Paul-Hahn-Straße setzt Anna Gasselseder ihren Weg in der Elektrotechnik konsequent fort: Sie studiert derzeit Elektrotechnik an der Technischen Universität München (TUM). Auch in Zukunft möchte sie sich mit Themen rund um Netzstabilität, Energieübertragung und die Integration erneuerbarer Energien beschäftigen. Ihr Ziel ist es, durch innovative Lösungen zu einer nachhaltigen und sicheren Energieversorgung beizutragen – ein Anspruch, den sie mit ParFormer bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat.


