RealEstateCore-Erweiterung für interoperable Smart-Building-Systeme

Zumtobel und Fagerhult validieren offenen Standard für Beleuchtungsdaten

von David Lodahl

Die Zumtobel Group und die Fagerhult Group haben gemeinsam eine Erweiterung des offenen Gebäudedatenstandards RealEstateCore entwickelt. Die sogenannte „Lighting Extension“ soll Beleuchtungssysteme herstellerübergreifend in digitale Gebäudemodelle integrieren und wurde laut Unternehmensangaben in einer realen Gebäudeumgebung validiert.

Entstanden ist die Erweiterung im Rahmen des internationalen RealEstateCore-Konsortiums. Die Fagerhult Group leitet dort die Arbeitsgruppe „Beleuchtung“. An der fachlichen Entwicklung waren Organic Response, ein Unternehmen der Fagerhult Group, sowie Tridonic, die Technologiemarke der Zumtobel Group, beteiligt.

Beleuchtung als Teil des Gebäudedatenmodells

Die Lighting Extension definiert ein gemeinsames Framework für die Beschreibung, den Austausch und die Nutzung von Beleuchtungsdaten in intelligenten Gebäuden. Damit sollen Lichtsysteme nicht isoliert betrachtet werden, sondern als Bestandteil eines übergeordneten digitalen Gebäudeökosystems.

Für Betreiber, Planer und Systemintegratoren ist vor allem die Interoperabilität relevant. Werden Beleuchtungsdaten nach einem gemeinsamen Modell beschrieben, können sie leichter mit anderen Gewerken und Systemen verknüpft werden. Die Pressemeldung nennt unter anderem HLK-Systeme, Zutrittskontrolle, Belegungsmanagement und Energiemanagement.

Damit adressiert das Projekt eine zentrale Herausforderung in der Gebäudeautomation: Viele Smart-Building-Anwendungen scheitern nicht an einzelnen Komponenten, sondern an uneinheitlichen Datenmodellen, proprietären Schnittstellen und hohem Integrationsaufwand.

Validierung im KTH Dig-IT Lab

Entwickelt und validiert wurde die Erweiterung im KTH Dig-IT Lab. Die Forschungs- und Testumgebung beschäftigt sich mit digitalen Gebäuden, Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und intelligenten Betriebsstrategien. Nähere technische Details zur konkreten Testinstallation, zu eingesetzten Protokollen oder zur Art der Validierung nennt die Mitteilung nicht.

Aus Anwendersicht liegt der mögliche Nutzen in standardisierten Datenstrukturen. Sie können die Integration von Beleuchtungs- und Gebäudesystemen vereinfachen, Wartungsaufwand reduzieren und datenbasiertes Gebäudemanagement unterstützen. Ob und wie rasch sich solche Modelle in realen Projekten durchsetzen, hängt allerdings von der Akzeptanz bei Herstellern, Integratoren, Gebäudeeigentümern und Softwareanbietern ab.

RealEstateCore als offener Gebäudedatenstandard

RealEstateCore, kurz REC, ist ein offener internationaler Standard für Gebäudedaten. Er soll Eigentümern und Betreibern ermöglichen, Daten aus unterschiedlichen Gebäudesystemen herstellerunabhängig zu erfassen, auszutauschen und zu nutzen. Zusammen mit dem Brick Schema bildet REC eine Grundlage für die digitale Vernetzung von Smart Buildings.

Die Erweiterung um Beleuchtungsdaten ist deshalb fachlich relevant, weil Lichtinfrastruktur in modernen Gebäuden zunehmend mit Sensorik, Steuerung, Belegungsinformationen und Energieoptimierung verbunden ist. Beleuchtung wird damit zu einem Datenpunkt im Gebäudebetrieb – nicht nur zu einer elektrischen Verbrauchergruppe.

Einordnung der beteiligten Unternehmen

Die Zumtobel Group mit Sitz in Dornbirn ist ein international tätiger Lichtkonzern mit den Marken Zumtobel, Thorn und Tridonic. Im Geschäftsjahr 2025/26 erzielte das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Umsatz von 1,0404 Milliarden Euro und beschäftigte rund 5.070 Mitarbeitende.

Die Fagerhult Group ist ein europäischer Anbieter professioneller Beleuchtungslösungen mit 13 Marken in vier Geschäftsbereichen. Das Unternehmen nennt für 2025 einen Umsatz von 7.891 Millionen schwedischen Kronen und rund 4.100 Mitarbeitende in 27 Ländern.

Stimmen zum Projekt

Johan Lembre, Chief Technology Officer der Fagerhult Group, sieht offene Standards als Voraussetzung für das Potenzial intelligenter Gebäude: „Offene Standards tragen dazu bei, dass intelligente Gebäude ihr Potenzial voll ausschöpfen können. Dies ist ein wichtiger Schritt für die Branche und zeigt, dass Beleuchtung weit über die reine Beleuchtungsfunktion hinausgeht und so zur Gebäudeintelligenz beiträgt und Nachhaltigkeitsbestrebungen vorantreibt. Wir freuen uns, dieses Projekt gemeinsam mit der Zumtobel Group umgesetzt zu haben.“

Mathias Dür, Senior Director Technical & Aftersales Services bei der Zumtobel Group, betont die Bedeutung herstellerübergreifender Zusammenarbeit: „Die Digitalisierung von Gebäuden kann ihr volles Potenzial nur dann entfalten, wenn Systeme verschiedener Hersteller nahtlos zusammenarbeiten. Gemeinsam mit der Fagerhult Group leisten wir einen konkreten Beitrag zu offenen Standards, die die Interoperabilität fördern und Gebäudeeigentümern mehr Flexibilität, Transparenz und langfristigen Mehrwert bieten. Eine solche Zusammenarbeit ist unerlässlich, um den Übergang zu intelligenteren und nachhaltigeren Gebäuden zu beschleunigen.“

Weitere Informationen auf: www.z.lighting

Quelle: Zumtobel Group

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