Der aktuelle Netzentwicklungsplan zeigt den konkreten Ausbaupfad für Österreichs Strominfrastruktur: In den kommenden zehn Jahren sollen rund 9 Milliarden Euro in den Um- und Ausbau des Netzes investiert werden. Damit wird die Grundlage geschaffen, um Versorgungssicherheit, leistbare Energie und wirtschaftliches Wachstum langfristig abzusichern.
Netze als Grundlage für Standort, Digitalisierung und Souveränität
Der Netzausbau ist eine zentrale Voraussetzung für die Zukunft des Standorts Österreich. Dieser entscheidet darüber, ob Industrie transformieren kann, ob neue Investitionen ins Land kommen und ob Österreich im internationalen Wettbewerb bestehen kann.
Für ein zukunftsfittes Stromnetz braucht es drei zentrale Voraussetzungen:
- Ausreichende Kapazitäten für steigende Nachfrage
Die Notwendigkeit des Ausbaus wird durch die aktuelle Marktentwicklung deutlich unterstrichen. Derzeit liegen Netzzugangsanfragen von über 10.000 Megawatt aus Wind- und Photovoltaikprojekten vor, zusätzlich haben Rechenzentren einen Bedarf von rund 2.500 Megawatt angemeldet. „Die Nachfrage zeigt klar: Investitionen folgen der Infrastruktur. Für die Industrie ist entscheidend, dass Strom in ausreichender Menge und zu einem günstigen Preis verfügbar ist. Kapazitätsstarke Leitungen sichern günstige Strompreise. Umspannwerke sind wie große Steckdosen, an die sich Industriebetriebe anschließen können. Der Netzausbau ist daher die Voraussetzung für industrielle Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit“, betont Gerhard Christiner, Vorstandssprecher der APG. - Leistungsfähige Ost-West-Übertragung
Für ein funktionierendes Energiesystem muss Strom effizient durch ganz Österreich transportiert werden können. Insbesondere die Verbindung zwischen Ost und West ist entscheidend, um erneuerbare Energie optimal zu nutzen und Versorgungssicherheit zu gewährleisten. - Stärkere internationale Anbindung
Günstiger Strom muss auch nach Österreich gelangen können. Eine stärkere Integration in den europäischen Strommarkt – insbesondere durch die Deutschlandleitung – ist daher ein zentraler Bestandteil eines zukunftsfitten Stromsystems.

Übersicht des österreichischen Stromnetzes mit geplanten und bestehenden Leitungen im Netzentwicklungsplan. (Bild: APG)
Konkrete Projekte sichern Transformation
Der Netzentwicklungsplan umfasst eine Vielzahl konkreter Projekte im ganzen Land. Dazu zählen unter anderem das Projekt Sichere Stromversorgung Zentralraum Oberösterreich als Grundlage für die industrielle Transformation – etwa im Bereich klimaneutraler Stahlproduktion –, die Deutschlandleitung zur stärkeren Integration in den europäischen Strommarkt sowie den großen Netzausbaucluster Netzverstärkung Ost im Osten Österreichs zur Integration erneuerbarer Energien. Das größte Projekt, das sich derzeit in Planung befindet, ist der Ausbau der 380-kV-Leitung im Netzraum Kärnten. Derzeit findet die Detailplanung der Trasse statt, bei der in einem intensiven Stakeholder-Prozess alle wesentlichen Akteure – u.a. Bürgerinnen und Bürger, Gemeinden, Bundesländer, Sozialpartner – eingebunden sind.
All diese Projekte sorgen dafür, dass Strom künftig effizient, planbar und genau dort verfügbar ist, wo er gebraucht wird – in der Industrie, in den Regionen und bei neuen Investitionen.
Netzausbau als Motor für Wachstum und Beschäftigung
Die wirtschaftliche Bedeutung des Netzausbaus geht weit über den Energiesektor hinaus. Die geplanten Investitionen lösen eine breite Dynamik aus: Rund 90.000 Beschäftigungsverhältnisse werden gesichert oder geschaffen, gleichzeitig entstehen fiskalische Effekte von rund 2,8 Milliarden Euro. Insgesamt belaufen sich die Wertschöpfungseffekte auf 6,57 Milliarden Euro. Der Multiplikator liegt mit 1,93 weit höher als der Schnitt von 1,47. Das bedeutet, dass jeder investierte Euro weitere Wertschöpfungseffekte bei den direkten Auftraggebern von 93 Cent in der heimischen Wirtschaft erzeugt. Die APG-Investitionen sind ein zentraler Wirtschaftsmotor: Sie sichern Beschäftigung, stärken die heimische Wertschöpfung und schaffen die Grundlage für eine erfolgreiche Energiewende.
EABG als Schlüssel für schnelleren Ausbau
Damit Strominfrastrukturprojekte rasch umgesetzt werden können, braucht es die richtigen politischen Rahmenbedingungen. Die Bundesregierung hat dazu den Gesetzesentwurf für das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) vorgelegt. Ziel ist es, Genehmigungsverfahren deutlich zu beschleunigen, Zuständigkeiten zu bündeln und Planungssicherheit zu schaffen. Das EABG ist somit der Schlüssel, damit der Netzausbau in Österreich Fahrt aufnimmt.
Weitere Infos zum Netzentwicklungsplan: Netzentwicklungsplan 2025 – Österreich braucht Strom
Quelle: APG