SolarEdge erweitert die Verfügbarkeit seines dreiphasigen PV- und Speichersystems Nexis auf Österreich und die Schweiz. Nach dem Marktstart in Deutschland können Installationsbetriebe das System nun auch in den beiden weiteren DACH-Märkten bestellen. Im Mittelpunkt steht eine kombinierte Lösung für private Photovoltaikanlagen mit Hybrid-Wechselrichter, modularem Batteriespeicher und optionaler Ersatzstromversorgung für das gesamte Haus.
Für den österreichischen Markt ist die Einführung vor allem vor dem Hintergrund steigender Eigenverbrauchsanforderungen relevant. Sinkende Einspeisevergütungen, dynamischere Stromtarife und der Wunsch nach höherer Unabhängigkeit erhöhen den Bedarf an integrierten PV-Speicher-Systemen. SolarEdge positioniert Nexis genau in diesem Segment.
Bis zu 20 kW Wechselrichterleistung
Das System basiert auf einem neuen dreiphasigen Hybrid-Wechselrichter mit bis zu 20 kW AC-Leistung. Laut Hersteller fasst das sogenannte MultiRange-Konzept mehrere Leistungsklassen in einer Wechselrichtereinheit und Teilenummer zusammen. Das soll insbesondere Planung, Lagerhaltung und Logistik für Installationsbetriebe vereinfachen.
Der Wechselrichter wiegt nach Herstellerangaben 30,6 kg und benötigt weniger Platz als frühere Modelle. Integriert sind unter anderem eine Antenne sowie ein DC-Überspannungsschutz. Die Inbetriebnahme erfolgt über die SolarEdge Go App. SolarEdge gibt an, dass sich die Inbetriebnahmezeit des Gesamtsystems durch eine überarbeitete Installateur-Oberfläche und neue Software von mehreren Stunden auf unter 30 Minuten reduzieren könne.
Technisch setzt der Wechselrichter auf Siliziumkarbid-Technologie. SiC-Halbleiterschalter sollen kleinere Bauformen, eine höhere Leistungsdichte und bessere thermische Eigenschaften ermöglichen. SolarEdge verweist zudem auf Effizienzvorteile im niedrigen Leistungsbereich, der bei privaten PV-Anlagen häufig auftritt. Die genannten Werte beruhen auf Herstellerangaben.
Modularer LFP-Speicher mit 5-kWh-Blöcken
Zur Nexis-Plattform gehört ein modular aufgebauter Batteriespeicher auf LFP-Basis. Die Speichereinheiten bestehen aus 5-kWh-Blöcken, die zu Batterietürmen kombiniert werden. Pro Wechselrichter soll die Speicherkapazität künftig auf bis zu 80 kWh erweiterbar sein. Laut SolarEdge wird die volle Kapazität von 80 kWh voraussichtlich im ersten Quartal 2027 verfügbar. Mit der aktuellen Firmware unterstützt das System bis zu drei Batterietürme mit insgesamt bis zu 60 kWh.
Die Batterie ist sowohl mit einphasigen als auch mit dreiphasigen Wechselrichtern kompatibel. Für Installationsbetriebe kann das die Variantenvielfalt reduzieren. Die einzelnen Batteriemodule werden laut Hersteller über eine steckbare Architektur ohne zusätzliche Verkabelung verbunden.
Battery Optimizer und Ersatzstromfunktion
SolarEdge integriert in Nexis eine neue Battery-Optimizer-Technologie. Sie soll einzelne Batterieblöcke unabhängig überwachen, verwalten und bei Bedarf isolieren. Dadurch will der Hersteller die Ausfallsicherheit auf Blockebene erhöhen und den Betrieb bei niedriger Leistung effizienter gestalten. Komponenten wie die DC-DC-Platine sollen an der Anlage austauschbar sein, um Serviceeinsätze zu vereinfachen.
Über das SolarEdge Home Backup Interface kann das Nexis-System auch eine Ersatzstromversorgung für das gesamte Haus bereitstellen. SolarEdge nennt dafür eine Leistung von bis zu 20 kW. Zusätzlich verweist das Unternehmen auf ThermoShield als mehrschichtiges Sicherheitskonzept für Brand-, Elektro- und Wärmeschutz. Es soll die Anforderungen der UL-9540A-Norm erfüllen beziehungsweise übertreffen.
Deutschland-Start als Referenz
Die Einführung in Österreich und der Schweiz folgt auf den Start in Deutschland. Dort verzeichnete SolarEdge nach eigenen Angaben innerhalb weniger Wochen mehrere Tausend Bestellungen. Mehr als 1.300 Systeme seien bereits bundesweit installiert worden.
Dietmar Staudacher, Country Manager Österreich und Schweiz bei SolarEdge, sieht die Markteinführung in einem Umfeld steigenden Eigenverbrauchsbedarfs: „Beide Märkte entwickeln sich zunehmend zu einem höheren Eigenverbrauch von Solarstrom, und wir erwarten, dass immer mehr Hausbesitzer auf Batteriespeicher setzen werden.“
Für Elektroinstallationsbetriebe und PV-Fachunternehmen liegt der praktische Nachrichtenwert der Einführung weniger in einzelnen Leistungsdaten als in der Systemintegration: Wechselrichter, Speicher, Backup-Funktion und App-basierte Inbetriebnahme werden als durchgängige Plattform angeboten. Wie stark sich die versprochenen Vereinfachungen in der Praxis auswirken, wird sich mit den ersten Installationen in Österreich und der Schweiz zeigen.
Weitere Informationen finden Sie unter www.solaredge.com.
Quelle: SolarEdge