Michael Baminger übernimmt bei Oesterreichs Energie:

Mehr Strom, mehr Tempo, mehr Druck

von Julia Petz
von Thomas Buchbauer – Recherche, Konzept und Kuration Foto: © i-Magazin auf Basis von Gallup Austria / Oesterreichs Energie Grundlagenstudie 2026 / mit KI erstellt

Österreich will mehr Strom. Aber bitte leistbar. Bitte sicher. Bitte sauber. Und bitte schneller. Mit Michael Baminger übernimmt ein Praktiker aus der E-Wirtschaft die Spitze von Oesterreichs Energie – und trifft gleich zu Beginn auf ein Land, das die Energietransformation grundsätzlich will, bei Preis, Tempo, Netzen und Akzeptanz aber genauer hinsieht als je zuvor. Die neue Gallup-Umfrage zeigt: Der Rückhalt ist da. Der Druck auch.

Der Wechsel an der Spitze ist mehr als eine Personalie
Barbara Schmidt und Michael Baminger von Oesterreichs Energie bei einem Medientermin zur Energietransformation und zur Gallup-Grundlagenstudie 2026.

Michael Baminger, neuer Präsident von Oesterreichs Energie, und Generalsekretärin Barbara Schmidt erläuterten beim Medientermin die Ergebnisse der Gallup-Grundlagenstudie 2026 und den Kurs der E-Wirtschaft: mehr Strom, mehr Tempo – bei Leistbarkeit und Versorgungssicherheit. (Bild: Oesterreichs Energie)

Es war einer dieser Auftritte vor dem i-Magazin-Mikro, bei denen man schon nach den ersten Minuten merkt: Hier geht es nicht nur um eine neue Funktion, nicht nur um eine Wahl, nicht nur um den höflichen Stabwechsel an der Spitze eines Branchenverbandes. Es geht um einen Richtungswechsel im Ton. Vielleicht sogar um einen Wechsel im Selbstverständnis.

Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie, setzte den Rahmen. Die Präsidien des Verbandes werden üblicherweise alle drei Jahre gewählt. Bei Michael Strugl war das anders. Weil die vergangenen Jahre von Krisen geprägt waren, wurde er ersucht, noch einmal drei Jahre anzuhängen. Aus einer regulären Funktionsperiode wurden sechs Jahre. Aus einer Präsidentschaft wurde eine Ära.

Schmidt sprach von einer „Ära Strugl“ – und zugleich von einer „Ära Krise“. Corona, Gaskrise, Energiemangel, Preisverwerfungen, Unsicherheit an den Märkten, politische Eingriffe, die Sorge um Versorgungssicherheit: Die österreichische E-Wirtschaft habe in dieser Zeit in ihrer Selbstwahrnehmung das Land am Laufen gehalten. Das war nicht nur ein Dank an den scheidenden Präsidenten. Es war auch die Folie, auf der sich die neue Präsidentschaft von Michael Baminger abzeichnete.

Denn während Strugl für Stabilisierung in einer Ausnahmesituation stand, soll Baminger nun für Umsetzung stehen. Schmidt formulierte das unmissverständlich: Die Branche wolle aus dem Krisenmodus heraus. Jetzt gehe es darum, die Transformation zu schaffen – Erneuerbare auszubauen, Netze zu verstärken, Speicher zu errichten, Flexibilität zu ermöglichen und Digitalisierung in ein Energiesystem zu übersetzen, das nicht nur auf Folien gut aussieht.

Genau in diesen Zusammenhang stellte Oesterreichs Energie auch das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz, kurz EABG. Der Gesetzgeber habe wichtige Grundlagen geschaffen, damit Planung, Genehmigung und Ausbau schneller vorankommen. Das allein löst noch keine Baustelle, verkürzt noch kein Verfahren und montiert noch keinen Mast. Aber es ist ein Signal: Die Zeit der Zielbilder soll in die Zeit der Umsetzung kippen.

Ein Mann aus der Praxis übernimmt

Michael Baminger kommt aus der Energiewirtschaft. Vor allem aber kommt er aus dem Vertrieb. Das klingt im ersten Moment nach einer biografischen Fußnote. In Wahrheit ist es für diesen ersten öffentlichen Auftritt in neuer Funktion ein Schlüssel.

Denn Baminger sprach nicht zuerst über Paragrafen, Marktmechanismen oder technische Detailfragen, sondern über Kundinnen und Kunden. Sichere, leistbare und zukunftsfähige Stromversorgung – dieses Dreieck stellte er ins Zentrum. Und in der Mitte dieses Dreiecks stehen für ihn die Menschen, die am Ende des Tages verstehen, bezahlen und akzeptieren müssen, was die Branche, die Politik und die Regulierung gemeinsam auf den Weg bringen.

Baminger suchte dabei sichtbar den Mittelweg. Nicht zu viel Pathos. Nicht zu viel Kleinteiligkeit. Sein Anspruch: auf Faktenbasis das große Bild diskutieren. Dieser „Sweet Spot“, wie er ihn sinngemäß beschrieb, liegt dort, wo die Debatte nicht in ideologische Schlagworte kippt, aber auch nicht in technischen Spezialfragen versinkt, die außerhalb kleiner Expertengruppen niemand mehr nachvollziehen kann.

Die Ausgangsfrage seiner Präsentation war entsprechend einfach: Was wollen die Menschen in diesem Land?

Oesterreichs Energie ließ diese Frage vom Gallup-Institut untersuchen. Die Erhebung wurde im April und Mai 2026 unter 1.000 Personen ab 14 Jahren durchgeführt. Befragt wurde die österreichische Wohnbevölkerung; die Stichprobe wurde nach Bundesländern, Alter und Geschlecht gewichtet. Es ist also keine Stimmung aus dem Bauch der Branche, sondern ein repräsentatives Bild dessen, was Energiepolitik bei den Menschen auslöst.

Würden Ziele Strom erzeugen, wären wir fertig

Bevor Baminger in die Studienergebnisse einstieg, setzte er einen Satz, der hängen bleibt: „Würden Ziele Strom erzeugen, wären wir mit der Transformation fertig.“

Das ist einer jener Sätze, die bei einem Antritt vor Journalistinnen und Journalisten leicht als Pointierung durchgehen könnten. In Wahrheit beschreibt er ziemlich präzise das Dilemma der österreichischen Energiepolitik. Ziele gibt es genug. Ausbaubedarf gibt es genug. Studien gibt es genug. Strategiepapiere gibt es genug. Was fehlt, ist nicht der Wille am Papier. Was fehlt, ist die Geschwindigkeit in der Umsetzung.

Baminger sagte es auch anders: Es reiche nicht, Strategien auf Folien zu zeichnen, Strategiepapiere zu entwerfen, darüber zu schreiben und darüber zu reden. Zielsetzungen allein erzeugen keinen Strom. Die Branche müsse bauen, planen, finanzieren, genehmigen, errichten, betreiben.

Das ist der eigentliche Auftakt seiner Präsidentschaft. Nicht: Wir brauchen neue Ziele. Sondern: Wir müssen endlich liefern.

Oesterreichs Energie will mehr sein als ein Lobbying-Verein

Baminger definierte auch die Rolle des Verbandes. Natürlich sei Oesterreichs Energie die Interessenvertretung der E-Wirtschaft. Aber eben nicht nur das. Der Verband sei mehr als ein Lobbying-Verein.

Das ist ein bemerkenswerter Akzent. Denn gerade in energiepolitischen Debatten wird Branchenvertretungen gerne unterstellt, vor allem Partikularinteressen zu vertreten. Baminger drehte diese Perspektive. Die E-Wirtschaft habe nicht nur Interessen, sondern auch Systemwissen. Sie wisse aus der täglichen Praxis, wie das Gesamtsystem funktioniert. Sie trage Verantwortung für Versorgung, Infrastruktur, Kundenbeziehung, Investitionen und Systemstabilität.

Sein Ansatz ist daher nicht die lauteste Botschaft, sondern der Schulterschluss. Baminger sprach vom Brückenbauen, von Teamarbeit, von der Notwendigkeit, weniger übereinander und mehr miteinander zu sprechen. Die Transformation des Energiesystems sei kein Nebenbei-Projekt, sondern der Umbau des gesamten Energiesystems.

Das klingt konsensual. Aber es ist nicht weich. Denn hinter dieser Einladung zur Zusammenarbeit steht eine klare Forderung: Wenn Österreich mehr Strom, mehr Tempo und mehr Unabhängigkeit will, müssen Politik, Behörden, Unternehmen, Regionen und Bevölkerung gemeinsam handeln. Jeder kann blockieren. Aber keiner kann allein liefern.

Die Preisfrage steht erstmals ganz oben

Der erste große Befund der Gallup-Umfrage betrifft die Prioritäten der Bevölkerung. Erstmals steht nicht die unterbrechungsfreie Stromversorgung an erster Stelle, sondern der möglichst niedrige Preis.

Wichtig ist dabei die Lesart der Gallup-Auswertung: Je niedriger der mittlere Rangplatz, desto wichtiger wurde ein Thema von den Befragten eingestuft. Platz 1 bedeutet also: am wichtigsten. Platz 11: am wenigsten wichtig. In der Detailabfrage nach den wichtigsten Aspekten bei Strom liegt „ein möglichst niedriger Preis“ mit einem mittleren Rangplatz von 3,22 vor der „sicheren, unterbrechungsfreien Stromversorgung“ mit 3,38. Erst danach folgen die verständliche Rechnung, die Frage, woraus der Strom erzeugt wird, Auswahlmöglichkeiten bei Tarifen und Stromprodukten, Kundenservice und umfassende Kundeninformation, Klimaschutzmaßnahmen, Unabhängigkeit von Importen aus dem Ausland, einfacher Lieferantenwechsel, Energieberatung und Effizienzmaßnahmen sowie die Bewertung von Energie.

Das ist ein Einschnitt. Versorgungssicherheit bleibt enorm wichtig. Aber sie wurde vom Preis überholt. Das ist keine akademische Verschiebung, sondern Ausdruck der vergangenen Jahre. Energiekrise, Inflation, hohe Haushaltskosten und die Sorge um Wettbewerbsfähigkeit haben Spuren hinterlassen.

Baminger ordnete diesen Befund als klassisches Präventionsparadoxon ein. Österreich hat ein sehr zuverlässiges Stromsystem. Laut Oesterreichs Energie waren Haushalte 2024 im Durchschnitt nur 24 Minuten ungeplant ohne Strom. Genau weil das System so gut funktioniert, wird seine Leistung im Alltag oft nicht wahrgenommen. Erst wenn Preise steigen, rückt Strom wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

Für die Branche ist die Botschaft unangenehm, aber eindeutig: Leistbarkeit ist nicht mehr ein Thema unter vielen. Sie ist das Thema. Gleichzeitig warnte Baminger davor, Leistbarkeit und Versorgungssicherheit gegeneinander auszuspielen. Strom bleibe nur dann langfristig leistbar, wenn das Gesamtsystem funktioniere – mit starken Netzen, ausreichend heimischer Erzeugung, Speichern, Flexibilität und klaren Rahmenbedingungen.

Netze: Das Thema ist in der Bevölkerung angekommen

Der zweite große Befund betrifft den Ausbau von Netzen und Leitungen. Laut Gallup sagen 57 Prozent der Befragten, dass Österreichs Stromnetze und Leitungen ausgebaut werden müssen. 28 Prozent meinen, sie sollen im derzeitigen Zustand erhalten werden. Nur fünf Prozent sagen, es seien kleinere Investitionen nötig. Zehn Prozent wissen es nicht.

Das ist für die Branche ein wichtiges Signal. Denn Netze sind in der öffentlichen Debatte lange weniger attraktiv gewesen als Photovoltaikanlagen, Windräder oder Wasserkraftwerke. Netze sind Infrastruktur. Sie sind teuer. Sie sind sichtbar. Sie brauchen Verfahren. Sie erzeugen Betroffenheit. Und sie werden oft erst dann vermisst, wenn sie fehlen.

Doch der Ausbau der Erneuerbaren macht den Netzausbau unausweichlich. Strom entsteht zunehmend dezentral, schwankend und nicht immer dort, wo er im selben Moment verbraucht wird. Photovoltaik bringt hohe Mittagsspitzen. Windkraft hängt vom Standort und Wetter ab. Wasserkraft bleibt eine tragende Säule, aber auch sie benötigt leistungsfähige Leitungen und Flexibilität im System.

Dass 57 Prozent den Netzausbau befürworten, zeigt: Die Diskussion der vergangenen Monate und Jahre ist angekommen. Die Menschen verstehen zunehmend, dass eine Energiewende ohne Netze keine Energiewende ist, sondern ein schönes Versprechen mit physikalischem Ablaufdatum.

67 Prozent wollen mehr Stromerzeugung

Noch deutlicher ist das Stimmungsbild beim Ausbau der Stromerzeugung. 67 Prozent sagen, Österreichs Stromerzeugungsmöglichkeiten sollen ausgebaut werden. 23 Prozent halten sie für ausreichend. Neun Prozent wissen es nicht.

Bemerkenswert ist der Vergleich über die Jahre: Der Wunsch nach Ausbau liegt damit wieder sehr hoch. 2022 waren es sogar 72 Prozent, 2023 62 Prozent, 2024 65 Prozent, 2025 59 Prozent und nun 2026 wieder 67 Prozent. Der kurzfristige Rückgang beim Ausbauwunsch im Vorjahr scheint also überwunden.

Das ist mehr als eine Zahl. Es ist ein politischer Auftrag. Denn der Umbau des Energiesystems wird oft so diskutiert, als stünde die Bevölkerung auf der Bremse. Die Gallup-Zahlen zeigen ein differenzierteres Bild: Ja, konkrete Projekte können vor Ort Widerstand auslösen. Ja, Windräder, Leitungen, Kraftwerke und Speicher sind nicht automatisch überall willkommen. Aber grundsätzlich sieht eine klare Mehrheit die Notwendigkeit, mehr Strom in Österreich zu erzeugen.

Genau darauf setzt Baminger. Die Menschen wollten die Transformation nicht nur abstrakt. Sie verstünden, dass Netze und Erzeugung zusammengehören. Die offene Frage sei nicht mehr, ob Österreich mehr erneuerbare Energie, Netze und Speicher braucht. Entscheidend sei, ob man rasch genug planen, genehmigen, finanzieren und bauen kann.

Wasserkraft vor Photovoltaik

Bei den bevorzugten Methoden zur Stromerzeugung zeigt sich ein für Österreich charakteristisches Bild. Wasserkraft liegt in der aktuellen Erhebung an erster Stelle. 83 Prozent befürworten den Ausbau der Stromerzeugung durch Wasserkraft. Photovoltaik folgt mit 77 Prozent knapp dahinter, Windkraft mit 69 Prozent. Biomassekraftwerke kommen auf 57 Prozent, Gaskraftwerke auf 22 Prozent.

Diese Reihenfolge ist energiepolitisch aufschlussreich. Wasserkraft ist in Österreich tief verankert. Sie gilt vielen Menschen als heimisch, robust, zuverlässig und erneuerbar. Dass sie in der aktuellen Befragung im Gesamtbild sogar vor der Photovoltaik liegt, passt zur Debatte dieses Medientermins. Denn die Wasserkraft steht nicht nur für saubere Erzeugung, sondern auch für Systemstabilität und Flexibilität.

Photovoltaik bleibt stark. Sie erreicht mit 77 Prozent nahezu das Niveau des Vorjahres. Windkraft legt ebenfalls deutlich zu – von 62 Prozent im Jahr 2025 auf 69 Prozent im Jahr 2026. Das ist bemerkenswert, weil gerade Windkraft in der konkreten Umsetzung oft stärker umstritten ist als Photovoltaik oder Wasserkraft. Die Zustimmung im Grundsatz wächst – die Konflikte vor Ort verschwinden dadurch aber nicht.

Gaskraftwerke liegen mit 22 Prozent weit abgeschlagen. Dennoch verschwinden sie nicht aus der Systemdebatte. Denn solange Speicher, Flexibilität, Netze und saisonale Ausgleichsmöglichkeiten nicht ausreichend vorhanden sind, bleiben gesicherte Leistungen ein Thema. Genau diese Spannung zwischen Wunschbild und Systemrealität zieht sich durch die gesamte Energiewende.

Mehr Tempo: Der Druck steigt

Besonders brisant ist die Gallup-Frage nach dem Tempo beim Ausbau erneuerbarer Energie. 38 Prozent der Befragten sagen 2026, der Ausbau gehe zu langsam. Im Vorjahr waren es nur 27 Prozent. 45 Prozent halten das Tempo derzeit für genau richtig. Nur neun Prozent meinen, es gehe zu schnell. Acht Prozent machen keine Angabe.

Damit verschiebt sich die Stimmung deutlich. Der Anteil jener, die mehr Tempo wollen, steigt um elf Prozentpunkte. Gleichzeitig sinkt der Anteil jener, die das derzeitige Tempo für passend halten, von 49 auf 45 Prozent. Und die Gruppe, der der Ausbau zu schnell geht, bleibt klein.

Das ist die eigentliche politische Sprengkraft der Umfrage. Es gibt eine breite Zustimmung zur Energietransformation. Es gibt eine Mehrheit für den Ausbau von Netzen und Erzeugung. Es gibt hohe Werte für Wasserkraft, Photovoltaik und Windkraft. Und es gibt wachsenden Druck, schneller zu werden.

Der Titel des Auftritts – „Mehr Strom, mehr Tempo“ – war daher kein Marketingspruch. Er war die Verdichtung eines Stimmungsbildes.

Schaubild zur Gallup-Studie 2026 von Oesterreichs Energie: 38 Prozent der Befragten finden den Ausbau erneuerbarer Energie zu langsam.

Der Ruf nach mehr Tempo wird lauter: 38 Prozent der Befragten bewerten den Ausbau erneuerbarer Energie 2026 als zu langsam. Im Jahr davor waren es noch 27 Prozent. 45 Prozent halten das aktuelle Tempo für genau richtig. (Grafik: i-Magazin auf Basis von Gallup Austria / Oesterreichs Energie Grundlagenstudie 2026 / mit KI erstellt)

EABG: Ein Schritt, aber nicht die ganze Strecke

Vor diesem Hintergrund begrüßte Baminger das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz ausdrücklich. Nicht jedes Detail sei aus Sicht der Branche ein Herzensanliegen gewesen. Aber der Umstand, dass es dieses Gesetz nun gebe, dass die Politik ein klares Commitment abgebe und dass Infrastrukturinvestitionen der Energieversorgung als überragendes öffentliches Interesse gewichtet werden, sei ein wichtiges Signal.

In der offiziellen Presseinformation formuliert Baminger es so: Mit dem EABG habe die Bundesregierung eine lange ersehnte Grundlage für mehr Tempo bei der Energietransformation gelegt. Die Umfrage zeige, dass die Politik bei diesem Beschluss auf Rückhalt in der Bevölkerung zählen könne. Die Menschen wollten sichere, saubere und leistbare Energie aus Österreich – und erwarteten, dass Planung, Genehmigung und Ausbau schneller vorankommen.

Doch Baminger machte in der Fragerunde auch klar: Das EABG allein reicht nicht. Vor allem für größere Projekte brauche es weitere Anpassungen, insbesondere im UVP-Gesetz. Erst dann könne man wirklich bei komplexen Vorhaben deutlich schneller werden.

Das Beispiel, das er nannte, war das Wasserkraftwerk Stegenwald. Zwölf Jahre für ein Projekt – inklusive rechtlicher Unsicherheiten während des Baus – sind aus Sicht der Branche kein Tempo, sondern ein Warnsignal. Baminger sagte sinngemäß: Wenn größere Wasserkraftprojekte künftig statt in zwölf Jahren in fünf bis sieben Jahren durch Verfahren kommen, eher fünf als sieben, wäre das bereits ein wesentlicher Schritt.

Interessensausgleich ja – Endlosschleife nein

Die Beschleunigungsdebatte führt zwangsläufig zur heiklen Frage: Werden Einspruchsmöglichkeiten zurückgedrängt? Werden Naturschutz, Fischerei, Wasserrecht, Umweltschutz oder lokale Interessen zugunsten der Energiewende überfahren?

Baminger widersprach dieser Verkürzung. Der Interessensausgleich bleibe relevant. Es gehe nicht darum, andere Interessen vom Tisch zu wischen. Es werde weiterhin Verfahren geben. Es werde weiterhin geprüft. Es werde weiterhin um Wasserrecht, Geologie, Naturschutz und Umweltschutz gehen.

Aber der Ausbau erneuerbarer Energien müsse in der Gewichtung eine entsprechende Rolle bekommen. Das ist der Kern. Nicht: andere Interessen sind irrelevant. Sondern: Die Energietransformation ist nicht irgendein Projekt unter vielen, sondern eine nationale Systemaufgabe.

Genau an dieser Stelle wird die Debatte schwierig. Denn jede Beschleunigung wirkt aus Sicht der Projektwerber überfällig, aus Sicht mancher Betroffener aber wie eine Verkürzung ihrer Rechte. Baminger versucht, diesen Widerspruch nicht wegzureden. Aber er macht deutlich: Wenn jedes Projekt jahrelang in Schleifen hängt, werden die Ziele für 2030, 2035 und 2040 nicht erreicht.

Der Wasserzins wäre ein politischer Fehler gewesen

Ein weiteres Thema der Fragerunde war der Wasserzins. Laut Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer sei dieser vom Tisch. Für Baminger ist das ein wesentliches Signal an die Branche. Ein Wasserzins wäre aus seiner Sicht ein politischer Fehler gewesen – aus mehreren Gründen.

Der naheliegende Grund: Wer den Ausbau erneuerbarer Energie will, kann nicht ausgerechnet die Wasserkraft verteuern. Wasserkraft ist in Österreich eine zentrale Schraube für die Energietransformation. Sie ist erneuerbar, heimisch und systemrelevant. Wenn diese Erzeugungsmöglichkeit eingeschränkt, verunmöglicht oder verteuert wird, arbeitet man gleichzeitig gegen Ausbau, Versorgungssicherheit und Preisstabilisierung.

Baminger formulierte es sinngemäß drastisch: Das wäre ein Schuss ins eigene Knie gewesen.

Strom als Energieform der Zukunft

Ein weiterer starker Befund der Gallup-Umfrage: 69 Prozent halten Strom für eine sehr sinnvolle Entwicklung und damit für eine Energieform der Zukunft. Nur elf Prozent sagen, sie hielten das nicht für gut. 20 Prozent haben keine Meinung dazu.

Die Gründe der Skeptiker sind aufschlussreich. 35 Prozent derjenigen, die Strom als Zukunftsenergie kritisch sehen, nennen hohe Kosten oder Subventionen. 33 Prozent wünschen sich einen besseren Energiemix und verweisen auch auf fossile Energieträger. 25 Prozent fürchten, dass es nicht genug Strom geben wird, etwa wegen steigendem Verbrauch oder Versorgungsfragen. 17 Prozent nennen Unsicherheit, Abhängigkeit und Störanfälligkeit. 14 Prozent sehen negative Auswirkungen auf Natur und Umwelt, etwa durch Windparks oder verbaute Flächen.

Das zeigt: Strom hat ein starkes Zukunftsimage. Aber die Zustimmung ist nicht blind. Die Menschen verbinden Elektrifizierung mit konkreten Fragen: Wird es leistbar? Wird es genug Strom geben? Funktioniert das System auch im Winter? Bleiben Versorgungssicherheit und Preisstabilität erhalten? Wie stark greift Infrastruktur in Landschaft und Lebensumfeld ein?

Für Baminger ist der Befund dennoch klar. Strom sei die Grundlage für ein modernes, souveränes und wettbewerbsfähiges Österreich – für Industrie, Mobilität, Wärme und Digitalisierung. Voraussetzung dafür sei eine leistungsfähige Strominfrastruktur. Ohne sie gebe es keine erfolgreiche Transformation.

Das Image der Stromanbieter verbessert sich – aber nicht überall

Die Gallup-Unterlagen zeigen auch, wie die Menschen die Stromanbieter bewerten. Das Bild ist differenziert. An der Spitze stehen klassische Vertrauenswerte: zuverlässig, leistungsfähig, kompetent. Gerade diese Werte haben sich in den vergangenen Jahren verbessert und erreichen 2026 neue Spitzen.

Auch Kundennähe, Fortschrittlichkeit, Service- und Dienstleistungsorientierung, Verantwortungsbewusstsein und Erreichbarkeit werden besser bewertet als in früheren Messungen. Das Image der Anbieter hat sich also nach den Krisenjahren wieder stabilisiert.

Doch am unteren Ende der Skala stehen weiterhin jene Punkte, die für die Kundenbeziehung besonders heikel sind: Transparenz, Fairness und gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Genau dort, wo die Stromrechnung auf das Vertrauen trifft, bleibt Luft nach oben.

Baminger sprach das offen an. Die Menschen schreiben den Stromanbietern Zuverlässigkeit, Leistungsfähigkeit, Kompetenz und Kundenfreundlichkeit zu. Aber Transparenz, Fairness und Preis-Leistung seien noch nicht dort, wo sie sein müssten. Das ist für die Branche vielleicht der unangenehmste Teil der Umfrage. Denn technische Zuverlässigkeit allein reicht nicht mehr. Wer als Anbieter stark sein will, muss auch erklären können, warum Strom kostet, was er kostet.

Die Stromrechnung als Bürokratie-Symbol

In der Preisdebatte kam Baminger auf ein Thema zu sprechen, das auf den ersten Blick unspektakulär klingt, aber viel über das Verhältnis zwischen Regulierung, Wettbewerb und Kundenkommunikation erzählt: die Stromrechnung.

Es gebe zahlreiche Vorgaben, wie diese Rechnung auszusehen habe, welche Informationen wo stehen müssten, welche Grafiken wie abzubilden seien. Aus Sicht Bamingers ist das ein Beispiel für ein System, das in bester Absicht immer mehr reguliert, aber dadurch Beweglichkeit verliert.

Sein Argument: Mehr Beweglichkeit der Unternehmen würde auch mehr Wettbewerb und bessere Angebote ermöglichen. Wenn alles bis ins Detail gleichgemacht und vorgeschrieben wird, ist die Frage, wie dadurch Wettbewerb gestärkt werden soll.

Das heißt nicht, dass Transparenz unwichtig wäre. Im Gegenteil. Gerade die Gallup-Werte zeigen ja, dass Transparenz ein Schwachpunkt bleibt. Aber Baminger unterscheidet zwischen echter Verständlichkeit für Kundinnen und Kunden und regulatorischer Informationsüberladung. Eine Rechnung kann alle vorgeschriebenen Details enthalten und trotzdem nicht verstanden werden. Das Problem ist dann nicht gelöst, sondern nur ordentlich abgelegt.

Industriestrompreis, Gegenfinanzierung und die Resilienz der Branche

Auch die Industriestrompreise wurden intensiv diskutiert. Die Unternehmen klagen über Wettbewerbsnachteile durch hohe Energiekosten. Die Politik versucht zu reagieren. Die Branche wiederum wird immer wieder in Finanzierungsmodelle eingebunden.

Baminger zeigte sich bei Prognosen vorsichtig. Hätte man ihn vor einigen Jahren gefragt, ob es zu derartigen Interventionen im Energiesektor kommen werde, hätte er sich das wohl nicht vorstellen können. Heute sei man vorsichtiger.

Kurzfristig sieht er die Möglichkeiten der Unternehmen begrenzt. Wenn die Märkte keine Entlastung hergeben, können Lieferanten nicht beliebig Preise senken. Man überschätze oft die finanzwirtschaftliche Leistungskraft der Unternehmen. Sie können nicht gleichzeitig Marktverwerfungen abfedern, massiv investieren, Transformation vorantreiben und wirtschaftlich gesund bleiben.

Besonders pointiert wurde Baminger bei der Frage der Gegenfinanzierung: Die Branche habe „eine gewisse Resilienz entwickelt“ bei der Frage, wo sie überall für Gegenfinanzierungen zuständig sein soll. Es werde nicht überraschen, dass Oesterreichs Energie der Meinung sei, nicht alle Systemkosten politischer Maßnahmen sollten durch die Energiebranche finanziert werden.

Gleichzeitig bewertete er die gefundene Lösung im Vergleich zum Wasserzins als deutlich sinnvoller. Über ein komplexes Modell der degressiven Abschreibung würden Finanzierungseffekte vorgezogen. Das sei auf der Liquiditätsseite eine Herausforderung. Aber im Vergleich zum Wasserzins sei es die intelligentere Lösung. Und dann fiel der Satz, der in der Branche wohl manche Zustimmung finden dürfte: „Den Euro, den wir nicht haben, können wir nicht investieren.“

Elektrizitätsabgabe, EAG-Novelle und die versteckten Preishebel

Barbara Schmidt ergänzte die Preisdebatte um konkrete politische Stellschrauben. Die Elektrizitätsabgabe wurde für das laufende Jahr auf das EU-rechtlich zulässige Minimum gesenkt – finanziert unter anderem aus einer Sonderdividende des Verbund. Schmidt warnte davor, diese Senkung einfach auslaufen zu lassen. Dann käme es automatisch zu einer Strompreiserhöhung, ohne dass ein Lieferant oder Netzbetreiber seinen Anteil erhöht hätte.

Auch die EAG-Novelle wurde angesprochen. Dabei geht es um Ökostromförderungen und Beiträge, die Stromkundinnen und Stromkunden mittragen. Schmidt deutete an, dass es hier Entlastungen geben könnte, stellte aber klar, dass dies Spekulation sei und keine gesicherte Information.

Damit wurde deutlich, wie komplex die Preisfrage geworden ist. Für Kundinnen und Kunden gibt es am Ende eine Rechnung. Auf dieser Rechnung vermischen sich Energiepreis, Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Förderkosten. Politische Entlastungen können helfen. Ihr Auslaufen kann aber ebenso automatisch zu höheren Rechnungen führen, ohne dass der eigentliche Stromlieferant den Preis erhöht.

Genau deshalb ist die Debatte über Leistbarkeit so heikel. Sie betrifft nicht nur den Marktpreis für Energie, sondern das gesamte Stromsystem.

Leistungspreis: Die neue Gerechtigkeitsfrage

Besonders wichtig war die Diskussion über den Leistungspreis. Schmidt verwies darauf, dass es bei den Netzentgelten künftig stärker in Richtung Leistungspreis gehen werde – also weg von einer reinen Orientierung an der Kilowattstunde, hin zu einer stärkeren Berücksichtigung der tatsächlich beanspruchten Leistung.

Baminger erklärte die Logik dahinter: Wer das Netz physikalisch stärker beansprucht, soll sich auch stärker an den Netzkosten beteiligen. Das heutige System sei stark mengenorientiert. Wer durch eine große Photovoltaikanlage weniger Strom aus dem Netz bezieht, zahlt mengenmäßig weniger. Gleichzeitig braucht diese Person aber weiterhin Netzleistung – etwa abends, im Winter oder bei hoher Last.

Genau hier wird es politisch sensibel. Denn sobald über Netzkosten gesprochen wird, geht es nicht mehr nur um Technik, sondern um Verteilung. Haushalte, Gewerbe, Prosumer, Mieterinnen und Mieter, Eigenheimbesitzer, Betriebe und Industrie nutzen das Netz unterschiedlich – und sie haben höchst unterschiedliche Möglichkeiten, ihren Bezug zu optimieren oder Lasten zu verschieben. Ein stärkerer Leistungspreis soll diese Unterschiede besser abbilden, ohne daraus eine Neiddebatte zwischen Haushalten mit und ohne eigener Erzeugung zu machen.

Der Leistungspreis soll also nicht einzelne Kundengruppen gegeneinander ausspielen, sondern die Kosten der Infrastruktur fairer verteilen. Denn ein Netz muss nicht nur Energie transportieren. Es muss Leistung bereitstellen – auch dann, wenn sie nur zu bestimmten Zeiten abgerufen wird.

Speicher: Der Unterschied zwischen Stromüberschuss und Versorgungssicherheit

Auch Speicher kamen erneut zur Sprache. Schmidt verwies auf die laufende Diskussion mit der E-Control rund um Systemdienlichkeit und Speicherdefinitionen. Speicher seien wesentlich, weil Österreich zu manchen Stunden – etwa mittags im Frühling und Sommer – mehr erneuerbaren Strom erzeugt, als unmittelbar gebraucht wird. Gleichzeitig fehlt in der Nacht oder im Winter Strom, sodass Gaskraftwerke hochgefahren oder Strom importiert werden muss.

Damit wird klar: Der Ausbau der Erneuerbaren löst nicht automatisch jedes Problem. Er verschiebt die Systemfrage. Es geht nicht nur darum, wie viel Strom pro Jahr erzeugt wird. Es geht darum, wann dieser Strom entsteht, wo er entsteht und wie er verfügbar gemacht wird.

Speicher, Netze, flexible Verbraucher, Digitalisierung, Leistungspreise und Spitzenkappung sind keine Randthemen. Sie sind die Voraussetzung dafür, dass aus mehr erneuerbarer Erzeugung ein stabiles Gesamtsystem wird.

Schmidt sprach deshalb von einem ganzen Bündel an Maßnahmen. Einiges sei gesetzlich bereits festgeschrieben, weitere Novellen würden kommen. Die E-Wirtschaft tue, was möglich sei, um die Preise insgesamt zu senken. Zahlreiche Lieferanten hätten ihre Preise bereits gesenkt oder Preissenkungen angekündigt – obwohl die Großhandelspreise aufgrund internationaler Entwicklungen wieder gestiegen seien.

Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit, Preis – die Reihenfolge hat sich verändert

Gegen Ende des Medientermins wurde die Entwicklung der Kundenprioritäten noch einmal deutlich. Eine Zeit lang stand Nachhaltigkeit besonders stark im Vordergrund. Erneuerbarer Strom war ein großes Thema. Danach dominierte die Versorgungssicherheit. Jetzt steht erstmals der Preis an der Spitze.

Diese Reihenfolge erzählt viel über die vergangenen Jahre. In stabilen Zeiten denken Menschen stärker über Klimaschutz und Herkunft nach. In Krisen rückt Versorgungssicherheit nach vorne. In Zeiten hoher Inflation und belasteter Haushalte gewinnt Leistbarkeit.

Für die E-Wirtschaft bedeutet das eine schwierige Gleichzeitigkeit. Sie muss sichere Versorgung garantieren, leistbare Preise ermöglichen, erneuerbare Erzeugung ausbauen, Netze verstärken, Speicher integrieren, Digitalisierung vorantreiben und gleichzeitig Akzeptanz in der Bevölkerung sichern.

Das ist keine einfache Aufgabenliste. Das ist ein Systemumbau bei laufendem Betrieb.

Windkraft und der Unterschied zwischen Zustimmung und Betroffenheit

Die Gallup-Zahlen zeigen eine deutliche Zustimmung zur Windkraft: 69 Prozent befürworten ihren Ausbau. Gleichzeitig wurde in der Fragerunde diskutiert, warum es lokal dennoch oft schwierig wird.

Baminger unterschied klar zwischen der Gesamtperspektive und der unmittelbaren Betroffenheit vor Ort. Es sei etwas anderes, in Wien in einem Besprechungsraum über Netze oder Windkraft zu sprechen, als in einer Region zu leben, in der eine Hochspannungsleitung oder ein Windpark entstehen soll. Diese Betroffenheit müsse man ernst nehmen.

Barbara Schmidt bestätigte, dass Unternehmen und Projektwerber laufend mit der Bevölkerung sprechen und diese einbeziehen. Dennoch reiche ein gutes Gesetz allein nicht aus. Auch das beste EABG oder ein neues UVP-Gesetz helfe wenig, wenn die Bevölkerung bei konkreten Projekten nicht mitgenommen werde. Es brauche Akzeptanz nicht nur für den erneuerbaren Ausbau im Allgemeinen, sondern für konkrete Infrastruktur.

Schmidt sprach dabei auch ein heikles Thema an: Gerade bei Windkraft werde immer wieder mit Falschinformationen durch Gemeinden gezogen. Dem müsse man sich stellen. Information, Dialog und Einbindung bleiben daher zentrale Aufgaben.

Vom Stromland reden reicht nicht

In der offiziellen Presseinformation formuliert Baminger am Ende ein Zielbild: Österreich könne ein starkes Stromland werden – sicher, leistbar und deutlich unabhängiger. Voraussetzung sei, dass die Transformation als Teamarbeit verstanden werde: von E-Wirtschaft, Politik, Unternehmen und Privaten.

Das klingt zunächst wie eine typische Schlussformel. Nach diesem Vormittag vor den Medien ist es aber mehr. Denn die Gallup-Zahlen zeigen tatsächlich: Die Bevölkerung will diese Transformation. 57 Prozent wollen den Netzausbau. 67 Prozent wollen mehr Stromerzeugung. 83 Prozent unterstützen Wasserkraft, 77 Prozent Photovoltaik, 69 Prozent Windkraft. 69 Prozent sehen Strom als Energieform der Zukunft. 38 Prozent sagen, der Ausbau erneuerbarer Anlagen gehe zu langsam.

Das ist kein Mandat zum Zögern. Es ist ein Mandat zum Handeln.

Aber es ist auch kein Freibrief. Die Menschen wollen leistbaren Strom. Sie wollen Versorgungssicherheit. Sie wollen transparente Anbieter. Sie wollen faire Preise. Sie wollen gehört werden, wenn Projekte vor ihrer Haustür entstehen. Und sie wollen, dass der Umbau nicht zu einer Zumutung wird, die nur auf der Rechnung sichtbar ist.

Genau darin liegt die Herausforderung für Baminger und die E-Wirtschaft: Aus Zustimmung muss Umsetzung werden. Aus Zielen müssen Projekte werden. Aus Projekten müssen genehmigte, finanzierte und gebaute Anlagen werden. Aus Strom aus Österreich muss ein System werden, das nicht nur bei Sonnenschein und guten Umfragewerten funktioniert, sondern auch im Winter, in der Nacht und in der nächsten Krise.

Der Satz dieses Antritts bleibt deshalb hängen: Würden Ziele Strom erzeugen, wären wir mit der Transformation fertig.

Tun sie aber nicht. Jetzt muss gebaut werden.

Schaubild zur Gallup-Studie 2026 von Oesterreichs Energie: 57 Prozent befürworten den Netzausbau, 67 Prozent den Ausbau der Stromerzeugung.

Die Gallup-Grundlagenstudie 2026 zeigt breite Zustimmung zum Ausbau des österreichischen Stromsystems: 57 Prozent sehen weiteren Netzausbau als notwendig, 67 Prozent befürworten mehr Stromerzeugung. Bei den Technologien liegt Wasserkraft vor Photovoltaik und Windkraft. (Grafik: i-Magazin auf Basis von Gallup Austria / Oesterreichs Energie Grundlagenstudie 2026 / mit KI erstellt)

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