PV&B Austria fordert gleiche Maßstäbe für eigenständige Speicher und Hybrid-Projekte:

Netzentgelte für Batteriespeicher in Österreich: Verband kritisiert geplante Ausnahmen

von Julia Petz
Foto: © PV&B Austria

Der Bundesverband Photovoltaic & Battery Austria (PV&B Austria) kritisiert am 24. September 2026 in Wien die diskutierte Ausgestaltung der Netzentgelte für Batteriespeicher in Österreich. Nach Darstellung des Verbands sollen eigenständige Speicher unter strengen Voraussetzungen von Netzentgelten befreit werden, Batterien in Kombination mit Photovoltaik- oder Windkraftanlagen hingegen nicht. PV&B Austria fordert, die Wirkung auf das Stromnetz statt der Projektform zum Maßstab zu machen.

Netzentgelte für Batteriespeicher sind Gebühren für die Nutzung des Stromnetzes. In der Debatte geht es nicht um eine allgemeine Befreiung, sondern um die Bedingungen für eine mögliche Ausnahme. Der Verband sieht einen Widerspruch darin, dass ein Speicher trotz nachgewiesener netzentlastender Betriebsweise allein wegen seiner Einbindung in ein Hybrid-Projekt ausgeschlossen bliebe.

Hybrid-Projekte könnten vorhandene Netzinfrastruktur nutzen

Bei Hybrid-Projekten könnten Batterien nach Darstellung von PV&B Austria vorhandene Netzinfrastruktur einer nahegelegenen Photovoltaikanlage mitnutzen. Dadurch lasse sich zusätzlicher Netzausbau vermeiden. Der Verband argumentiert außerdem, dass solche Speicher bei entsprechender Betriebsweise das Stromnetz entlasten. Ob eine Batterie für eine Befreiung infrage kommt, soll sich deshalb an ihrer nachweisbaren Wirkung auf das Netz und den damit verbundenen Kosten orientieren. Die Projektform allein hält PV&B Austria nicht für ein geeignetes Kriterium.

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Herbert Paierl, Vorstandsvorsitzender von PV&B Austria, formuliert die Forderung so: „Wird die Batterie nachgewiesen netzentlastend und damit kostensparend betrieben, muss sich das bei den Netzgebühren für ein Batteriespeicherprojekt niederschlagen.“

Verband nennt Einsparpotenzial von 15 Milliarden Euro

PV&B Austria beziffert das langfristige Einsparpotenzial bei Netzkosten auf 15 Milliarden Euro und setzt diesen Betrag mit einem Drittel der angenommenen Kosten für den Netzausbau gleich. Dadurch könnte nach Einschätzung des Verbands auch die Netzentgeltbelastung der Stromkundinnen und Stromkunden gedämpft werden. Eine Berechnung oder nähere Eingrenzung dieses Potenzials enthält die Mitteilung nicht.

Der Verband fordert die E-Control auf, die Netzdienlichkeit von Batterien faktenbasiert zu bewerten und Speicher in Hybrid-Projekten bei der geplanten Netzentgeltreform nicht pauschal von einer möglichen Befreiung auszuschließen. Bereits im Begutachtungsverfahren habe PV&B Austria diesen Standpunkt vertreten; daran wolle der Verband bis zur Finalisierung der Reform festhalten.

Häufig gestellte Fragen

Was kritisiert PV&B Austria an den geplanten Ausnahmen?

Nach Darstellung des Verbands sollen eigenständige Speicher unter strengen Voraussetzungen von Netzentgelten befreit werden können, Speicher in Kombination mit Photovoltaik- oder Windkraftanlagen hingegen nicht. PV&B Austria fordert, die nachweisbare Wirkung auf das Stromnetz statt der Projektform zum Maßstab zu machen.

Was sind Netzentgelte für Batteriespeicher?

Netzentgelte für Batteriespeicher sind Gebühren für die Nutzung des Stromnetzes.

Welches Einsparpotenzial nennt der Verband?

PV&B Austria nennt ein langfristiges Einsparpotenzial bei Netzkosten von 15 Milliarden Euro. Eine Berechnung oder nähere Eingrenzung dieses Potenzials enthält die Mitteilung laut Artikel nicht.

Weitere Informationen finden Sie unter pvbaustria.at.

Quelle: Bundesverband Photovoltaic & Battery Austria

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