Netzentgelte für Stromspeicher in Österreich:

Verbände fordern Änderungen

von Nakisa Kaltenbach
Foto: © www.i-magazin.com / KI-generiert

PV&B Austria, Windkraft Österreich und der Bundesverband Energiespeicher kritisieren die Vorbereitung des finalen Beschlusses der österreichischen Systemnutzungsentgelte-Grundsatzverordnung (SNE-G-V). Nach Angaben der Verbände wurden Branchen-Fachleute in diesen Schritt nicht eingebunden, obwohl während der Begutachtung mehr als 1.000 Seiten an Stellungnahmen eingebracht und in zahlreichen Einzelgesprächen erläutert worden seien. Die Organisationen werfen den zuständigen Stellen mangelnde Transparenz vor und fordern Änderungen vor der Finalisierung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Netzentgelte für Stromspeicher in Österreich deren netzentlastenden Betrieb berücksichtigen sollen.

Netzentlastender Speicherbetrieb soll sich in den Gebühren abbilden

Die Verbände verlangen, die netzentlastenden Funktionen von Stromspeichern in den Netzgebühren anzuerkennen. Zugleich sollen strenge, aber wirksame Regeln sicherstellen, dass Speicher diese Funktionen tatsächlich erfüllen. Nach ihrer Einschätzung fehlt dieser Zusammenhang in der derzeitigen Ausgestaltung der SNE-G-V. Damit gebe es für Speicher keinen entsprechenden Anreiz, das Netz zu entlasten.

Die Kritik richtet sich somit nicht allein gegen die Belastung durch Netzgebühren, sondern auch gegen deren Lenkungswirkung: Die geforderte Berücksichtigung netzentlastender Funktionen soll mit Vorgaben für den Speicherbetrieb verbunden werden. Konkrete Entgelthöhen oder einzelne Verordnungsbestimmungen nennen die Verbände in ihrer Aussendung nicht. Ihre Darstellung erlaubt daher keine detaillierte Prüfung der geplanten Regelung.

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Welche Folgen erwarten die Verbände für Speicherprojekte?

Für die Wirtschaftlichkeit von Batteriespeichern in Österreich ist die Höhe der Abgaben nach Darstellung der Verbände ein wesentlicher Faktor. Sie verweisen dazu auf aktuelle Studien, ohne diese näher zu benennen, und fordern eine Gleichstellung mit Pumpspeichern. Netzentgelte könnten die Wirtschaftlichkeit von Batteriespeicherprojekten stark dämpfen und dadurch deren Entwicklung bremsen.

Die Verbände sehen bereits heute zu wenig Flexibilität im österreichischen Energiesystem. Sollte der Speicherausbau nicht rasch ermöglicht werden, erwarten sie eine wachsende Flexibilitätslücke, steigende Systemkosten, zusätzliche Netzengpässe und einen höheren Bedarf an Netzausbau. Diese Auswirkungen sind Prognosen der Organisationen, keine in der Aussendung nachgewiesenen Folgen der Verordnung.

Verbände verlangen Anpassungen vor der Finalisierung

Als Vergleich führen die Organisationen Deutschland an. Dort habe die Berücksichtigung netzentlastender Speicherfunktionen in den Netzgebühren laut einer in der Aussendung angeführten Studie aus dem Jahr 2026 zu Einsparungen von 3,9 Milliarden Euro pro Jahr für Stromkunden geführt. Methodik und Berechnungsgrundlage werden nicht erläutert.

Die von E-Control vorgesehene SNE-G-V soll nach Forderung der Verbände noch vor ihrer Finalisierung in entscheidenden Punkten angepasst werden. Eine in Aussicht gestellte Möglichkeit, Fehler im Laufe des nächsten Jahres zu korrigieren, halten sie für unzureichend. Auch die Regierung müsse die politischen Ziele absichern. Für Investitionen in Stromspeicher verlangen die Organisationen Planungssicherheit und Kontinuität; für die weitere fachliche Ausgestaltung bieten sie ihre Mitwirkung an.

Quelle: PV&B Austria, Windkraft Österreich und der Bundesverband Energiespeicher

Häufig gestellte Fragen

Welche Änderungen fordern die Verbände bei den Netzentgelten für Stromspeicher?

Die Verbände fordern, netzentlastende Funktionen von Stromspeichern in den Netzgebühren anzuerkennen. Strenge, aber wirksame Regeln sollen sicherstellen, dass Speicher diese Funktionen tatsächlich erfüllen. Außerdem verlangen sie eine Gleichstellung von Batteriespeichern mit Pumpspeichern.

Was kritisieren die Verbände am Verfahren zur SNE-G-V?

Nach Angaben der Verbände wurden Branchen-Fachleute bei der Vorbereitung des finalen Beschlusses nicht eingebunden, obwohl während der Begutachtung mehr als 1.000 Seiten an Stellungnahmen eingebracht und in Einzelgesprächen erläutert worden seien. Die Organisationen werfen den zuständigen Stellen mangelnde Transparenz vor und fordern Anpassungen vor der Finalisierung.

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