So können wir der Herausforderung begegnen:

Cyberangriffe auf KNX-Systeme

von David Lodahl
Foto: © Pixabay/CoolVid-Shows

Liebe Kollegen,
viele wissen es sicher, dass ich schon seit Jahren davon rede aufzupassen, wenn Smart Home-Systeme mit dem Internet verbunden werden. Das gilt vor allem dann, wenn man in dieser Thematik nicht sattelfest ist.

Unglaublich, aber jetzt ist es passiert … Drehen wir die Zeit einmal etwas zurück: Vor knapp fünf Wochen habe ich wahrgenommen, dass es in Internetforen, Posts gibt, die berichten, dass KNX-Anlagen von einem Tag auf den anderen nicht mehr funktionieren.

Mein erster Gedanke war, dass hier vermutlich wieder einmal die Basics der Installation nicht erfüllt wurden, die Systeme von »Bastlern« installiert wurden, um Kosten zu sparen, oder auf ein paar Bauteile, wie beispielsweise den Überspannungsschutz, verzichtet wurde. Nachdem ich jedoch konkreter nachgefragt habe, musste ich meine ersten Vermutungen revidieren, da keine klassischen elektrischen bzw. elektronischen Ausfälle geschildert wurden, sondern die Probleme programmiertechnischer Natur waren. Die Geräte wurden mit unbekannten Passwörtern gesichert und konnten daher nicht so einfach neu programmiert werden.
Schnell wurde klar, dass die betroffenen Anlagen von außen gehackt wurden. Es dauerte nicht lange, bis auch Anlagen in Österreich davon betroffen waren – mir sind derzeit drei Fälle bekannt.

Um eine erste Abhilfe zu schaffen, macht bitte eure Kunden darauf aufmerksam, die KNX-Ports – vor allem den Port 3671 – in Firewalls zu sperren. Sollte ein Kunde wirklich einen Zugriff aus dem Internet brauchen, dann über VPN oder mit Hilfe von Geräten, die einen sicheren Zugriff gewährleisten.

Wie diese Themen haftungsrechtlich ausgehen, wird sicher noch eine spannende Frage für die Kollegen.

Ich möchte noch eine Bitte an euch richten, die ich schon öfters geäußert habe: Wenn ihr kein vertieftes Wissen zum Thema habt, sprecht euch bitte mit Kollegen ab und arbeitet Hand in Hand, damit so etwas nicht passieren kann! Oder besucht eine Schulung. Wir bieten demnächst einen Kurs zu diesem Thema an.

Mein Appell an euch lautet: Wir haben genügend Kunden in Österreich – wir können uns die Kunden teilen! Die Elektrotechnik ist schon so umfangreich, es muss nicht jeder überall als Profi auftreten. Ich selbst bin auch nicht auf allen Gebieten sattelfest. In Bereichen, in denen mir das Wissen fehlt, arbeite ich mit anderen Experten zusammen. Ich kann nur aus der Erfahrung berichten: Das funktioniert perfekt! Ich lerne gerne von anderen. Denn mir ist bewusst: Jeder hat sein Spezialgebiet – so wie ich auch. Frei nach dem Motto: »Schuster bleib bei deinen Leisten!«

Wenn ihr auch so einen Fall habt, Unterstützung benötigt oder Fragen habt, könnt ihr mich gerne kontaktieren! Selbstverständlich behandeln wir das vertraulich!

Mario Pascal Necker

Bleibt gesund und haltet die Augen offen!
Euer Mario Pascal Necker

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