Ein nachhaltiges und wirtschaftliches Ergebnis:

Elektro-Durchlauferhitzer mit Photovoltaikstrom nutzen?

von David Lodahl
Foto: © Adobe Stock/ Jürgen Fälchle

Die Annahme einer guten Energieeffizienz von elektrischen Durchlauferhitzern liegt darin, dass die Wärme erst im Moment des Wasserverbrauchs erzeugt wird und kein verlustbehafteter Wärmespeicher erforderlich ist. Ist das aber wirklich so?

Betrachtet man den benötigten hohen Leistungsbedarf zum Zeitpunkt der Nutzung, so passt die Technologie des Elektro-Durchlauferhitzers leider keineswegs mit Photovoltaikanlagen zusammen. Diese produzieren Energie tagsüber, wenn in der Regel wenig Warmwasser benötigt wird. Selbst wenn die schwankende Erzeugung und der Warmwasserbedarf zeitlich zusammenfallen, steht meist nicht ausreichend Leistung zur Verfügung, um die Wärme ohne Bezug aus dem Stromnetz zu erzeugen. Sprich: Eine Photovoltaikanlage produziert bei Bedarf nicht unbedingt die gesamte benötigte Leistung für den Betrieb des elektrischen Durchlauferhitzers.

Ist ein Elektro-Durchlauferhitzer energetisch sinnvoll?

Ein kleines Rechenbeispiel: Wenn Sie im Durchschnitt fünfmal in der Woche duschen, dann verbrauchen Sie rund 375 Liter Wasser – wenn wir von einem Verbrauch von 75 Liter pro Duschvorgang ausgehen. 18.000 Liter Wasser pro Jahr, das erwärmt werden muss.

Anders als Heizstäbe mit Warmwasserspeichern, die eine große Menge Wasser erhitzen und warmhalten, erwärmt ein Durchlauferhitzer das benötigte Wasser direkt beim Öffnen des Warmwasserhahns. Schnell heißes Wasser auf „Knopfdruck“? Das bedeutet einen hohen Stromverbrauch.

Ältere Durchlauferhitzer, bei denen die Wassertemperatur hydraulisch in mehreren Stufen geregelt wird, sind natürlich anders als modernere Geräte, die sich ganz genau einstellen lassen und bei weitem effizienter arbeiten. Dennoch: Zum Zeitpunkt ihrer Nutzung benötigen Durchlauferhitzer eine Menge Strom.

Elektro-Durchlauferhitzer oder doch Wärmespeicher?

Wenn der hauseigene Strom mittels Photovoltaikanlage produziert wird, ist ein Speicher für die Wärme erforderlich, welcher – ähnlich einer Batterie – die Energie der Tagesproduktion aufbewahrt. Dazu reicht schon ein ganz einfacher Warmwasserboiler. Wird dieser entsprechend der Photovoltaikerzeugung per regelbarem E-Heizelement erwärmt, so steht photovoltaisch erwärmtes Warmwasser auch morgens und abends zur Verfügung, also genau dann, wenn es üblicherweise benötigt wird. Verbrauchsspitzen werden dabei vom Energieinhalt des Warmwasserspeichers abgefedert.

Das Konzept bedeutet natürlich, dass Wärmeverluste über die Speicheroberfläche auftreten. Diese stehen jedoch in keiner Relation zu dem nicht PV-gedeckten Strombedarf, den Elektro-Durchlauferhitzer zum Zeitpunkt ihrer Nutzung mit sich bringen.

Nachhaltige Stromverwendung und trotzdem wirtschaftlicher als mit einem Elektro-Durchlauferhitzer: Ein geregelter Heizstab mit Photovoltaikstrom. (Bild: my-PV GmbH)

Kostenvergleich Elektro-Durchlauferhitzer vs. Warmwasserspeicher

Für ein typisches Einfamilienhaus mit Warmwasserbedarf für 4 Personen, einem 400 Liter Boiler, einem jährlichen Stromverbrauch von 4.000 kWh und einer 5 kWp Photovoltaikanlage sprechen folgende Zahlen für sich.

So beläuft sich der jährliche Wärmeverlust des Warmwasserspeichers zwar auf etwa 600 kWh, jedoch ist der Strombezug aus dem öffentlichen Netz bei dieser Lösung um 1.500 kWh geringer als bei einem elektrischen Durchlauferhitzer. Aus technischer Sicht eignen sich ein Durchlauferhitzer daher zwar gut für Nebenzapfstellen, bei denen kurzzeitig nur geringe Warmwassermengen verbraucht werden, beispielsweise in der Küche oder beim Handwaschbecken im WC, jedoch nicht um den Hauptbedarf im Badezimmer bereitzustellen.

Fügt man diesen Ergebnissen noch eine wirtschaftliche Betrachtung unter Berücksichtigung von Strompreis und Einspeisevergütung hinzu, so ergibt sich für Österreich* beim geregelten Heizstab zudem eine jährliche Einsparung von 220 Euro bei den Betriebskosten im Vergleich zum Durchlauferhitzer. In Deutschland** liegt der Preisvorteil pro Jahr bei zirka 240 Euro.

Insgesamt somit ein klares Ergebnis zugunsten geregelter Heizstäbe, sowohl in puncto Nachhaltigkeit als auch bei der wirtschaftlichen Betrachtung!

Weitere Informationen auf www.my-pv.com.

* 20 ct/kWh Bezug, 4 ct/kWh Einspeisevergütung
** 30 ct/kWh Bezug, 10 ct/kWh Einspeisevergütung

Quelle: my-PV GmbH

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