Elektroaltgeräte und Altbatterien können in Österreich kostenlos bei kommunalen Sammelstellen und geeigneten Rückgabestellen im Handel abgegeben werden. Zur Sammlung von Altbatterien stehen außerdem „Her mit Leer“-Sammelboxen bereit. Wie stark diese Infrastruktur genutzt wird, zeigt die am 23. September 2026 in Wien vorgestellte Jahresbilanz: 2025 wurden mehr als 161.000 Tonnen Elektroaltgeräte und 3.506 Tonnen Gerätealtbatterien gesammelt. Die Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK), das zuständige Bundesministerium und die ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände legten die Zahlen gemeinsam vor. Neben den Sammelmengen stehen die Berechnung der Quoten, neue Rücknahmeregeln und Batteriebrände im Mittelpunkt.
Elektroaltgeräte: Mehr gesammelt als im bisherigen Rekordjahr
Die erfasste Menge an Elektro- und Elektronikaltgeräten aus Haushalten stieg 2025 gegenüber dem Rekordjahr 2024 um 0,32 Prozent. Nach den bei der Präsentation genannten Zahlen entspricht die Sammelleistung rund 17 Kilogramm pro Einwohnerin beziehungsweise Einwohner. Die Sammelquote liegt nach einer im August 2026 aktualisierten EU-Berechnung vorläufig bei rund 90 Prozent. Eine Sammelquote setzt die erfassten Altgeräte rechnerisch zu einer maßgeblichen Vergleichsmenge ins Verhältnis. Sie ist daher nicht mit der bloßen Sammelmenge gleichzusetzen.
Für die Einordnung der Quote ist die Berechnungsmethode entscheidend. Das aktualisierte EU-Tool berücksichtigt laut EAK die unterschiedlichen Lebensdauern langlebiger Geräte, die verstärkt in Verkehr gebracht werden. Genannt werden insbesondere Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen. Ihre Lebensdauer beeinflusst, wann aus verkauften Geräten tatsächlich Altgeräte werden. Die vorläufig errechneten rund 90 Prozent liegen über der in der Meldung genannten Mindestquote von 85 Prozent. Bianca Dvorak, seit Juni 2026 Aufsichtsratsvorsitzende der EAK, sieht darin eine realistischere Abbildung der österreichischen Sammelleistung.
Bei Gerätealtbatterien bleibt die Berechnung umstritten
Für Gerätealtbatterien weist die Bilanz 2025 eine Sammelquote von 50,7 Prozent aus. Damit liegt Österreich über der genannten EU-Vorgabe von 45 Prozent. Die 3.506 Tonnen gesammelter Gerätealtbatterien und die Quote beschreiben dabei unterschiedliche Größen: Die Tonnage gibt die tatsächlich erfasste Masse an, während die Quote das Ergebnis einer Berechnung nach den geltenden europäischen Vorgaben ist.
Gerade diese Vorgaben hält die EAK bei Batterien für reformbedürftig. Nach ihrer Darstellung geht die EU-Berechnung pauschal von einer Lebensdauer von drei Jahren aus. Moderne Lithium-Batterien und Akkus hätten dagegen häufig eine Lebensdauer von bis zu zehn Jahren. Die EAK fordert deshalb einen längeren Durchrechnungszeitraum, damit die rechnerische Quote die tatsächlichen Stoffströme besser abbildet. Eine entsprechende Änderung der Berechnung wird in der Meldung für Batterien nicht angekündigt; sie bleibt eine Forderung der Koordinierungsstelle.
Kostenlose Rückgabe über Sammelstellen und Handel
Das österreichische Rückgabenetz umfasst nach Angaben des Bundesministeriums rund 2.000 kommunale und mehrere tausend gewerbliche Rückgabestellen. Gemeinden, Abfallwirtschaftsverbände und Handel tragen gemeinsam zur Sammlung bei. Für Altbatterien und Akkus nennt die EAK zusätzlich 50.000 „Her mit Leer“-Sammelboxen. Elektroaltgeräte und Altbatterien gehören nach ihrem Appell weder in den Restmüll noch in den Sperrmüll, sondern in die getrennte Sammlung.
Die kostenlose Rückgabe im Handel und an Sammelstellen soll auch im Zuge der anstehenden rechtlichen Änderungen erhalten bleiben. Für 2027 ist ein österreichisches Batteriebegleitgesetz geplant, das die neue EU-Batterienverordnung national umsetzen soll. Es soll den Rechtsrahmen für den Lebenszyklus von Batterien ausgestalten. Konkrete Änderungen für einzelne Rückgabestellen werden in der vorliegenden Jahresbilanz dazu nicht ausgeführt.
Ab Oktober neue Rücknahmepflicht für bestimmte Kleingeräte
Eine konkrete Änderung tritt bereits am 1. Oktober 2026 in Kraft: Die Novelle der Elektroaltgeräteverordnung sieht eine sogenannte 0:1-Rücknahme im Handel vor. Verkaufsstellen ab 25 Quadratmetern Verkaufsfläche müssen demnach Elektrokleingeräte, die Batterien enthalten und kleiner als 25 Zentimeter sind, auch ohne gleichzeitigen Neukauf zurücknehmen. Als Beispiel nennt die EAK E-Zigaretten. Die Größenangabe bezieht sich auf die Geräte, nicht auf die enthaltenen Batterien.
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Die neue Regel soll die Abgabe solcher Geräte erleichtern, wenn kein Ersatzgerät gekauft wird. Davon zu unterscheiden ist das bereits beschlossene Verbot von Einweg-E-Zigaretten per Ende 2026. Die EAK erwartet davon einen Beitrag zur Eindämmung von Bränden in der Abfallwirtschaft. Welche Mengen durch Rücknahmepflicht und Verbot künftig zusätzlich getrennt erfasst werden, lässt sich aus der vorgelegten Bilanz nicht ableiten.
17 Millionen Lithium-Batterien landen hochgerechnet im Restmüll
Trotz der Sammelinfrastruktur gelangen weiterhin Lithium-Batterien in den Restmüll. Untersuchungen der Montanuniversität Leoben zufolge sind es jährlich hochgerechnet rund 17 Millionen Stück. Laut der bei der Jahrespräsentation angeführten Untersuchung ist das viermal so viel wie vor zehn Jahren. Die Zahl beschreibt eine Hochrechnung zu Fehlwürfen, keine separat erfasste Sammelmenge.
Für die kommunale Abfallwirtschaft ist das vor allem eine Sicherheitsfrage. „Beschädigte Lithium-Batterien verursachen Brände in Sammelfahrzeugen, Sortier- und Behandlungsanlagen und gefährden die Mitarbeiter:innen der kommunalen Abfallwirtschaft“, sagt Christian Macho, Präsident der ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände. Eine getrennte Abgabe schützt damit nicht nur verwertbare Rohstoffe vor dem Verlust im Restmüll. Sie soll auch verhindern, dass Batterien in jene Entsorgungswege geraten, in denen sie Brände auslösen können.
Aktionswoche und Kampagne gegen Fehlwürfe
Vom 12. bis 17. Oktober 2026 ist erstmals eine österreichweite „Aktionswoche gegen Batteriebrände“ vorgesehen. Gemeinden und Städte sollen vor Ort über Umweltberatung und weitere Informationsangebote auf die richtige Sammlung aufmerksam machen; angekündigt ist auch ein Gewinnspiel. Die Aktion richtet den Blick auf die Entsorgungspraxis im Alltag und auf die Folgen falsch entsorgter Lithium-Batterien für Sammelfahrzeuge und Anlagen.
Bereits im Frühjahr 2026 startete die auf drei Jahre angelegte Informationsinitiative „Her mit Leer II“ mit einem gegenüber der vorherigen Kampagne verdoppelten Budget. Für das erste Halbjahr nennt die EAK mehr als 48 Millionen Bruttokontakte über Hörfunk und Spotify sowie mehr als 16,8 Millionen Kontakte im Fernsehen. Hinzu kamen Plakate und digitale PR-Platzierungen. Die Kontaktzahlen beschreiben die ausgewiesene Reichweite der Maßnahmen; sie belegen für sich genommen keine Veränderung der Sammelmengen oder der Zahl der Fehlwürfe.
Handel verweist auf Wettbewerbsbedingungen im Online-Geschäft
Aus Sicht des heimischen Handels war 2025 ein anspruchsvolles Geschäftsjahr. Bei Elektro-Haushaltsgeräten gab es demnach eine leichte Erholung, während die Zurückhaltung im Wohn- und Neubau das Wachstum im stationären Fachhandel dämpfte. Bei Leuchtmitteln führen langlebige LED-Produkte nach dieser Darstellung dazu, dass insgesamt weniger Volumen im Umlauf ist. Solche Entwicklungen sind für die Einordnung von Altgerätemengen relevant, weil langlebige Produkte nicht unmittelbar nach dem Verkauf in der Sammlung auftauchen.
Daneben fordert EAK-Aufsichtsratsvorsitzende Bianca Dvorak gleiche Wettbewerbsbedingungen für den stationären Handel und ausländische Online-Marktplätze. Sie kritisiert, dass sich Plattformen nicht in gleichem Maß an den Kosten heimischer Sammel- und Entsorgungssysteme beteiligten. Die Forderung betrifft die Finanzierung der Rücknahme und Entsorgung, nicht die für 2025 gemeldeten Sammelquoten. Angaben dazu, wie groß der von Dvorak beanstandete Kostenunterschied ist, enthält die Jahresbilanz nicht.
Weitere Rückgabemöglichkeiten werden geprüft
Zusätzlich zu den bestehenden Stellen plant die EAK ein Pilotprojekt mit Depotcontainern für Elektrokleingeräte. Ob und in welchem Umfang solche Container später regulär eingesetzt werden, ist noch offen. Außerdem setzt sich die Koordinierungsstelle für eine österreichweit einheitliche Rückgabemöglichkeit von E-Zigaretten in Trafiken ein. Auch das wird als Vorhaben beschrieben, nicht als bereits bestehendes bundesweites Angebot.
Valentin Opfermann, der im Juli 2026 die Geschäftsführung der EAK von Elisabeth Giehser übernommen hat, will damit die bestehende Sammelinfrastruktur ergänzen. Für die praktische Rückgabe bleibt die Unterscheidung wesentlich: Altbatterien und Akkus können in die dafür vorgesehenen Sammelboxen gebracht werden; für ausgediente Elektrogeräte stehen kommunale Sammelstellen und Rückgabemöglichkeiten im Handel zur Verfügung. Welche zusätzlichen Wege das Pilotprojekt tatsächlich eröffnet, soll erst seine Erprobung zeigen.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Elektroaltgeräte und Gerätealtbatterien wurden 2025 in Österreich gesammelt?
Mehr als 161.000 Tonnen Elektroaltgeräte und 3.506 Tonnen Gerätealtbatterien.
Wo können Elektroaltgeräte und Altbatterien kostenlos abgegeben werden?
Bei kommunalen Sammelstellen und geeigneten Rückgabestellen im Handel. Für Altbatterien stehen außerdem „Her mit Leer“-Sammelboxen bereit.
Was ändert sich am 1. Oktober 2026 bei der Rücknahme von Elektrokleingeräten?
Verkaufsstellen ab 25 Quadratmetern Verkaufsfläche müssen Elektrokleingeräte, die Batterien enthalten und kleiner als 25 Zentimeter sind, auch ohne gleichzeitigen Neukauf zurücknehmen.
Weitere Informationen finden Sie unter www.eak-austria.at.
Quelle: Skias