Gebäudeautomation: Update für KNX Classic und KNX IoT:

KNX-Standard v3.0.5 bringt Fernzugriff ohne VPN und Firmware-Updates

von David Lodahl
Foto: © KNX Association

Die KNX Association hat den KNX-Standard v3.0.5 für Hersteller verfügbar gemacht. Die neue Version erweitert den technischen Rahmen für KNX Classic und KNX IoT und bringt unter anderem standardisierte Funktionen für Beleuchtung, Fernzugriff und Firmware-Updates.

Für Hersteller ist das Update vor allem deshalb relevant, weil es Entwicklung, Prüfung und Zertifizierung von KNX-Geräten stärker vereinheitlichen soll. Für Integratoren und Betreiber können die Änderungen mittelfristig Auswirkungen auf Fernwartung, Diagnose und die Interoperabilität neuer Gerätegenerationen haben.

Neue Funktionen für Beleuchtungssteuerung

Ein Schwerpunkt der Version v3.0.5 liegt auf Beleuchtungsanwendungen. Der Standard erweitert die Farbsteuerung um eine HSV-basierte Farbverarbeitung. Hersteller können damit Farbton, Sättigung und Helligkeit innerhalb des KNX-Rahmens abbilden, ohne auf proprietäre RGB-Konvertierungslogik zurückgreifen zu müssen.

Zusätzlich führt das Update standardisierte Funktionen für Identifizierung, Messung, Diagnose und Wartung von Beleuchtungsgeräten ein. Ziel ist ein einheitlicheres Geräteverhalten über Herstellergrenzen hinweg. Gerade bei komplexeren Lichtlösungen kann das die Planbarkeit und spätere Wartung von KNX-Installationen unterstützen.

Standardisierter Fernzugriff auf KNXnet/IP-Installationen

Mit der Integration einer Cloud-Schnittstelle in den KNX-Standard wird auch der Fernzugriff neu geregelt. Laut KNX Association soll damit ein sicherer Remote-Zugriff auf KNXnet/IP-Installationen ohne VPN möglich werden.

Der Ansatz adressiert typische Aufgaben wie Inbetriebnahme, Diagnose und Servicezugriff aus der Ferne. Für Hersteller und Systemintegratoren kann eine standardisierte Lösung den Aufwand für proprietäre Fernzugriffskonzepte reduzieren. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie die Umsetzung in konkreten Produkten und Diensten erfolgen wird.

Firmware-Updates werden vereinheitlicht

KNX v3.0.5 führt außerdem eine standardisierte Methode für sichere Firmware-Updates einzelner KNX-Geräte ein. Damit soll der Aktualisierungsprozess über Geräte unterschiedlicher Hersteller hinweg vereinheitlicht werden.

Die KNX Association verweist in diesem Zusammenhang auch auf längere Produktlebenszyklen und die Sicherheit von KNX-Installationen. Der neue Mechanismus soll Herstellern zudem helfen, relevante Anforderungen des kommenden Cyber Resilience Act (CRA) zu adressieren. Eine konkrete Aussage zur Konformität einzelner Produkte ist damit jedoch nicht verbunden.

KNX-IoT-Spezifikationen an aktuelle Architektur angepasst

Ein weiterer Bestandteil des Updates betrifft die KNX-IoT-Testspezifikationen. Diese wurden an die aktuelle KNX-IoT-Systemarchitektur angepasst. Genannt werden dabei die 3rd-Party-API, die Point-API und der KNX-IoT-Router.

Für Hersteller entsteht damit eine einheitlichere Grundlage für Implementierung, Prüfung und Zertifizierung von KNX-IoT-Geräten. Gleichzeitig soll die Interoperabilität zwischen KNX Classic und KNX IoT verbessert werden. Das ist insbesondere für gemischte Installationen relevant, in denen klassische KNX-Geräte und IP-basierte beziehungsweise IoT-fähige Komponenten zusammenarbeiten.

Verfügbarkeit

Der KNX-Standard v3.0.5 steht KNX-Herstellern ab sofort über MyKNX zur Verfügung. Die Veröffentlichung ist Teil der laufenden Weiterentwicklung des KNX-Standards und richtet sich primär an Unternehmen, die KNX-Geräte entwickeln, prüfen und zertifizieren lassen.

Weitere Informationen auf: www.knx.org

Quelle: KNX Association

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