Enervis berechnet Einfluss von Solarstrom auf deutsche Strompreise:

Studie sieht deutlichen Preiseffekt durch Photovoltaik

von David Lodahl
Foto: © www.i-magazin.com/KI generiert

Der Ausbau der Photovoltaik wirkt sich nach Berechnungen des Beratungsunternehmens Enervis inzwischen deutlich auf die Strompreise in Deutschland aus. Ohne den bestehenden Solarstromanteil von rund 20 Prozent am deutschen Strommix wären die Börsenstrompreise im Jahr 2025 im Durchschnitt um etwa 20 Prozent höher ausgefallen. Das geht aus einer Studie hervor, die Enervis im Auftrag des Bundesverbandes Solarwirtschaft erstellt hat.

Die Studie beziffert den wirtschaftlichen Wert der Photovoltaik für 2025 auf insgesamt rund 15,7 Milliarden Euro. Davon entfallen laut Enervis 13,1 Milliarden Euro auf vermiedene Strombeschaffungskosten. Weitere 2,6 Milliarden Euro ergeben sich aus Erlösen durch den Export von Solarstrom.

Entlastung auch ohne eigene PV-Anlage

Der preisdämpfende Effekt betrifft nach den Berechnungen nicht nur Betreiber von Photovoltaikanlagen. Auch Stromkundinnen und Stromkunden ohne eigene Anlage profitieren über niedrigere Großhandels- beziehungsweise Beschaffungskosten.

Für einen typischen Privathaushalt errechnet Enervis für 2025 eine Entlastung von knapp 100 Euro. Ein Industriebetrieb mit einem Jahresstromverbrauch von zehn Gigawattstunden hätte ohne Photovoltaik im Strommix demnach rund 235.000 Euro höhere Strombeschaffungskosten getragen.

Nach Angaben der Studienautoren lag der errechnete wirtschaftliche Wert der Photovoltaik im Jahr 2025 mehr als 40 Prozent über den EEG-Förderkosten für Photovoltaik. Nicht berücksichtigt wurden weitere volkswirtschaftliche Effekte, etwa vermiedene Klimaschadenskosten durch geringere Treibhausgasemissionen.

Methodik: Vergleich mit Szenario ohne bestehenden PV-Anteil

Für die Untersuchung stellte Enervis die tatsächliche Entwicklung des Strommarkts einem Vergleichsszenario ohne den bestehenden Photovoltaik-Anteil gegenüber. Damit soll sichtbar werden, welchen Einfluss Solarstrom auf Großhandelspreise, Strombeschaffungskosten und Exporterlöse hatte.

Die vollständige Präsentation der Studie sowie Angaben zu Methodik und Berechnungsgrundlagen sind laut Bundesverband Solarwirtschaft online abrufbar.

BSW-Solar warnt vor Bremse beim weiteren Ausbau

Der Bundesverband Solarwirtschaft leitet aus den Ergebnissen energiepolitische Forderungen ab. Mit Blick auf die anstehende Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und das geplante Netzpaket warnt der Verband vor Einschnitten, die den weiteren Ausbau der Photovoltaik ab 2027 bremsen könnten.

„Auch wer keine eigene Solaranlage besitzt, profitiert vom Ausbau der Solarenergie“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. Photovoltaik dämpfe inzwischen spürbar die Strompreise für Haushalte und Unternehmen.

Zusätzlich verweist der Verband auf den Bedarf an mehr Speichern und Flexibilität im Stromsystem. Ein beschleunigter Ausbau von Batteriespeichern und weiteren Flexibilitätsoptionen könnte die Systemkosten weiter senken. Auf ein entsprechendes Entlastungspotenzial hatte laut Mitteilung bereits eine Analyse des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE hingewiesen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.solarwirtschaft.de.

Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft e. V.

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