Deutschland hat beim Photovoltaik-Ausbau das im Erneuerbare-Energien-Gesetz festgelegte Zwischenziel für 2026 erreicht. Nach einer Auswertung des Bundesverbandes Solarwirtschaft auf Basis des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur überschritt die bundesweit installierte Solarleistung im August die Marke von 128 Gigawattpeak.
Damit liegt der Ausbau rechnerisch im Zielpfad. Für die kommenden Jahre sieht der Verband dennoch erhebliche Risiken. Bis 2030 soll die installierte Photovoltaikleistung in Deutschland laut EEG auf 215 GWp steigen. Dafür müssten zusätzlich rund 87 GWp hinzukommen.
Jährlicher Zubau müsste weiter steigen
In den Jahren 2024 und 2025 wurden nach Angaben des Verbandes jeweils rund 17,5 GWp Photovoltaikleistung neu installiert. Um das Ziel für 2030 zu erreichen, wäre in den kommenden Jahren ein durchschnittlicher jährlicher Zubau von rund 20 GWp erforderlich. Bereits 2028 sieht das EEG eine installierte Leistung von 172 GWp vor, bis 2040 sollen es 400 GWp sein.
Nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft sind mittlerweile mehr als sechs Millionen Solarstromanlagen in Deutschland installiert. Solarstrom trug demnach 2025 rund ein Fünftel zur deutschen Nettostromerzeugung bei.
Verband kritisiert geplante Änderungen am EEG
Der Verband warnt vor einem möglichen Rückgang der Investitionsdynamik. Im Fokus stehen die vom Bundeskabinett beschlossene EEG-Novelle 2027 sowie das Netzanschlusspaket. Der Bundesverband Solarwirtschaft fordert Nachbesserungen im parlamentarischen Verfahren.
Kritisch bewertet der Verband insbesondere geplante Änderungen bei der Förderung kleiner PV-Anlagen, stärkere Verpflichtungen zur Direktvermarktung sowie den teilweisen Wegfall von Entschädigungszahlungen bei netzbedingten Abregelungen. Diese Punkte könnten aus Sicht des Verbandes Investitionen bremsen und das Erreichen der gesetzlichen Ausbauziele erschweren.
„Der 128-Gigawatt-Meilenstein ist ein Erfolg. Doch wer daraus schließt, der Solarausbau laufe jetzt von allein, irrt“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft. „Bis 2030 müssen noch rund 87 Gigawatt Solarleistung hinzukommen. Dafür muss das jährliche Ausbautempo steigen statt sinken.“
Batteriespeicher als Teil der Netzintegration
Neben dem weiteren Photovoltaik-Ausbau verweist der Verband auf die Rolle von Batteriespeichern. Sie können Solarstrom aus erzeugungsreichen Stunden aufnehmen und zeitversetzt bereitstellen. Damit unterstützen sie die Markt- und Netzintegration steigender Solarstrommengen.
„An einem starken Ausbau von Photovoltaik und Batteriespeichern führt energie- und klimapolitisch kein Weg vorbei. Investitionen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen“, so Körnig. „Wer jetzt die Bedingungen für neue Solaranlagen verschlechtert, riskiert einen Ausbauknick genau in dem Moment, in dem wir mehr Tempo brauchen. Statt neuer Investitionshürden benötigen wir einen beschleunigten Ausbau von Solarenergie und Speichern.“
Für die Branche bleibt damit weniger das erreichte Zwischenziel entscheidend als die Frage, ob der bisherige Zubau verstetigt und weiter erhöht werden kann. Politische Rahmenbedingungen, Netzanschlussprozesse und Speicherintegration werden dafür zentrale Faktoren sein.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.solarwirtschaft.de
Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft e. V.