Netzabstützung für Oberkärnten wird erneuert:

Austrian Power Grid tauscht Transformator im Umspannwerk Malta

von David Lodahl
Foto: © Michael Stabentheiner

Austrian Power Grid erneuert im Umspannwerk Malta in Kärnten die 220/110-kV-Transformatoren. Am Montagabend wurde dafür ein neuer Regelhauptumspanner vom Bahnhof Spittal an der Drau zum Umspannwerk Malta Hauptstufe transportiert. Der Transformator soll Ende November 2026 in Betrieb gehen und einen bereits störanfälligen Bestandstrafo ersetzen.

Der Tausch ist für die regionale Stromversorgung relevant, weil das Umspannwerk Malta einen zentralen Übergabepunkt zwischen dem österreichweiten Übertragungsnetz und dem 110-kV-Verteilnetz der Kärnten Netz GmbH bildet. Über diese Netzabstützung wird der Oberkärntner Raum versorgt.

Neuer 220/110-kV-Trafo ersetzt ältere Anlage

Der neue Transformator mit der Bezeichnung RHU2 stammt aus dem Siemens-Energy-Werk in Weiz. Er ist knapp 13 Meter lang, vier Meter breit und 4,6 Meter hoch. Für den Transport bringt die Einheit rund 290 Tonnen auf die Waage. Nach der Fertigstellung im Umspannwerk Malta wird das Gewicht laut Austrian Power Grid bei rund 397 Tonnen liegen.

Trafo-Transport ins Umspannwerk Malta (Bild: Michael Stabentheiner)

Trafo-Transport ins Umspannwerk Malta (Bild: Michael Stabentheiner)

Im Umspannwerk Malta sind derzeit zwei 220/110-kV-Regelhauptumspanner im Einsatz. Sie sind nach Angaben des Unternehmens 50 beziehungsweise 48 Jahre alt und am Ende ihrer Lebensdauer angelangt. Beide Anlagen sollen durch neue Regelhauptumspanner mit jeweils 270 Megavoltampere Leistung ersetzt werden.

Wolfgang Ranninger, Projektleiter bei Austrian Power Grid, erläutert dazu: „Die beiden Transformatoren im UW Malta sind 50 bzw. 48 Jahre alt und am Ende ihrer Lebensdauer angelangt. Wir müssen diese beiden bestehenden 220/110-kV-Regelhauptumspanner RHU1 und RHU2 gegen zwei neue 220/110- kV-Regelhauptumspanner mit jeweils 270 Megavolt-Ampere Leistung ersetzen.“

Inbetriebnahme für Ende November geplant

Nach dem Transport beginnen ab Mittwoch, 2. September, die Aufbauarbeiten vor Ort. Anschließend folgen die erforderlichen technischen Prüfungen. Die Inbetriebnahme des neuen RHU2 ist für Ende November 2026 vorgesehen. Der zweite Transformator, RHU1, soll im kommenden Jahr getauscht werden.

Aus Sicht des Netzbetriebs dient die Erneuerung der Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit in der Region. Ranninger betont: „Das UW Malta ist ein wesentlicher Abstützungspunkt für die regionale Netzabstützung des 110-kV-Verteilnetzes der Kärnten Netz GmbH für den Oberkärntner Raum. Die Erneuerung der Transformatoren ist ein sowohl nötiger als auch wichtiger Schritt zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit in der Region.“

Schwertransport durch Spittal

Der Transformator wurde zunächst per Bahn von Weiz nach Spittal an der Drau gebracht. Dort erfolgte die Umladung auf einen 81 Meter langen Spezial-Schwertransport mit Tragschnabelbrücke, zwei Zugmaschinen mit je 600 PS und insgesamt 32 Achsen.

Die rund dreistündige Fahrt führte vom Bahnhof Spittal über die Stadt bis zur Bundesstraße in Richtung Umspannwerk Malta. Für den Transport mussten laut Aussendung unter anderem Verkehrsschilder vorübergehend entfernt, Kreisverkehre in Sonderfahrweise passiert und eine Ampel in der Tirolerstraße gedreht beziehungsweise verschwenkt werden.

Drei Netzabstützungen in Kärnten

In Kärnten bestehen derzeit drei 220/110-kV-Netzabstützungen zwischen dem Übertragungsnetz von Austrian Power Grid und dem Verteilnetz der Kärnten Netz GmbH: die Umspannwerke Malta und Obersielach sowie das gemeinsame Umspannwerk Villach.

Die 220-kV-Schaltanlage des Umspannwerks Malta bindet die Kraftwerksgruppe Malta der Verbund Hydro Power GmbH ein. Zugleich stützt sie über die beiden 220/110-kV-Regelhauptumspanner das 110-kV-Netz der Kärnten Netz GmbH. Über die 110-kV-Schaltanlage sind laut Aussendung zudem weitere Kraftwerke der Verbund Hydro Power GmbH und der Kelag in das regionale Verteilnetz eingebunden.

Austrian Power Grid betreibt das österreichische Übertragungsnetz mit einer Trassenlänge von rund 3.500 Kilometern. Das Unternehmen verweist für 2026 auf Investitionen von 680 Millionen Euro in die Strominfrastruktur. Bis 2034 sollen nach Unternehmensangaben rund neun Milliarden Euro in den Netz-Aus- und Umbau fließen.

Weitere Informationen auf: www.apg.at

Quelle: Austrian Power Grid

Ähnliche Artikel

Hinterlassen Sie einen Kommentar

* Zur Speicherung Ihres Namens und Ihrer E-Mailadresse klicken Sie bitte oben. Durch Absenden Ihres Kommentars stimmen Sie der möglichen Veröffentlichung zu.

Unseren Newsletter abonnieren - jetzt!

Neueste Nachrichten aus der Licht- und Elektrotechnik bestellen.