Skyborn Renewables hat für den Offshore-Windpark Gennaker in der deutschen Ostsee das Financial Close erreicht. Damit sind nach Angaben des Unternehmens die wesentlichen Projekt- und Finanzierungsverträge verbindlich abgeschlossen. Das Projekt mit einer geplanten Leistung von bis zu 976,5 MW tritt damit in die Realisierungsphase ein.
Gennaker liegt rund 15 Kilometer nördlich der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst in Mecklenburg-Vorpommern. Der kommerzielle Betrieb ist laut Skyborn für Ende 2028 vorgesehen. Nach vollständiger Inbetriebnahme soll der Windpark rechnerisch rund eine Million Haushalte in Deutschland mit Strom versorgen.
2,1 Milliarden Euro Fremdfinanzierung
Das Finanzierungspaket umfasst eine projektbezogene Non-Recourse-Finanzierung in Höhe von 2,1 Milliarden Euro. Beteiligt sind laut Mitteilung ein Konsortium aus 16 Geschäftsbanken sowie die Europäische Investitionsbank. Das gesamte Investitionsvolumen des Offshore-Windparks wird mit mehr als drei Milliarden Euro angegeben.
Mit dem Financial Close sind neben Fremd- und Eigenkapitalfinanzierung auch Stromabnahmeverträge, strategische Partnerschaften sowie zentrale Liefer- und Installationsverträge wirksam. Für die Branche ist der Schritt vor allem deshalb relevant, weil große Offshore-Windprojekte erst nach gesicherter Finanzierung, Genehmigung und Vertragsstruktur in die Bauphase übergehen können.
Stadtwerke München halten 25 Prozent
Skyborn entwickelt Gennaker gemeinsam mit den Stadtwerken München. SWM ist 2026 als strategischer Eigenkapitalpartner in das Projekt eingestiegen und hält nach Unternehmensangaben 25 Prozent der Anteile. Für die Stadtwerke ist das Projekt Teil des Ausbaus ihres Portfolios an erneuerbarer Stromerzeugung.
Zur wirtschaftlichen Absicherung des Projekts hat Skyborn langfristige Stromabnahmeverträge abgeschlossen. Genannt werden Amazon mit 600 MW und Uniper mit 100 MW. Diese Power Purchase Agreements sollen einen wesentlichen Teil der künftigen Stromproduktion über langfristige Erlöse absichern.
Liefer- und Installationsverträge bereits vergeben
Die wesentlichen Liefer- und Installationsverträge wurden laut Skyborn bereits 2025 gesichert. Dazu zählen Verträge für Fundamente, das parkinterne Kabelsystem und die Windenergieanlagen. Als beteiligte Unternehmen nennt Skyborn unter anderem EEW Special Pipe Constructions aus Rostock, Dajin Heavy Industry, Siemens Gamesa Renewable Energy, Fred. Olsen Windcarrier, Seaway 7, Boskalis und TKF.
Ebenfalls 2025 erhielt Gennaker die Genehmigung für Bau und Betrieb durch das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern. Damit liegt die regulatorische Grundlage für die Umsetzung des Projekts vor.
Bedeutung für Offshore-Wind in Deutschland
Gennaker zählt mit einer geplanten Leistung von bis zu 976,5 MW zu den großen Offshore-Windprojekten in der deutschen Ostsee. Für Deutschland ist der Ausbau der Offshore-Windenergie ein zentraler Baustein zur Erhöhung der erneuerbaren Stromerzeugung und zur Verringerung der Abhängigkeit von importierten Energieträgern.
Für Mecklenburg-Vorpommern erwartet Skyborn wirtschaftliche Impulse durch Investitionen, Beschäftigung und Wertschöpfung entlang der Lieferkette. Konkrete Angaben zu regionalen Arbeitsplatzeffekten oder Auftragsvolumina wurden in der Mitteilung nicht genannt.
Skyborn will nach eigenen Angaben die Bauphase sowie das langfristige Management des Windparks verantworten. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Deutschland und ist im Bereich Offshore-Wind von der Entwicklung über Bau und Eigentümerschaft bis zum Betrieb aktiv.
Weitere Informationen auf: www.skybornrenewables.com
Quelle: Skyborn Renewable
