Leuchtstoff-Auslauf erhöht Planungsdruck im Bestand:

Sommerfenster für Lichtsanierungen

von David Lodahl
Foto: © Ledvance and Partner zum Firmenprofil

Industrie- und Logistikbetriebe stehen bei der Beleuchtung zunehmend vor Modernisierungsentscheidungen. Nach von Ledvance angeführten Marktdaten sind weltweit noch rund 18 Prozent der bestehenden Gewerbeflächen auf Leuchtstoffsysteme angewiesen. Gleichzeitig werden konventionelle Leuchtmittel in der EU schrittweise vom Markt genommen.

Elektroinstallateur arbeitet mit Werkzeug und Schutzhandschuhen an einer elektrischen Installation in einer Wand.

Eine fachgerechte und effizient planbare Installation ist ein wichtiger Bestandteil bei der Modernisierung bestehender Beleuchtungssysteme. (Bild: Ledvance and Partner)

Seit August 2023 dürfen lineare T8- und T5-Leuchtstoffröhren nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Bis Ende 2026 folgen Halogenphosphat- und Kompaktleuchtstofflampen sowie bestimmte Natriumdampf-Hochdrucklampen. Ende 2027 sollen auch Dreibanden-Leuchtstofflampen betroffen sein. Grundlage sind unter anderem die überarbeitete RoHS-Richtlinie und die EU-Verordnung 2024/1849.

Modernisierung im laufenden Betrieb

Für viele Betriebe ist die Beleuchtungssanierung nicht nur eine Frage des Energieverbrauchs. In Industriehallen und Logistikflächen beeinflussen Lichtqualität und Verfügbarkeit auch Orientierung, Arbeitssicherheit, Kommissionierung sowie Sicht- und Prüfprozesse. Ausfälle oder unzureichende Sichtbedingungen können insbesondere im Schichtbetrieb zu Störungen in den Abläufen führen.

Werksferien, geplante Wartungsfenster oder eine reduzierte Auslastung im Sommer bieten deshalb häufig einen geeigneten Zeitraum, um Maßnahmen im Bestand umzusetzen. Hohe Decken, große Hallenflächen und durchgehender Betrieb erfordern dabei kurze Montagezeiten, klare Sperrflächen und möglichst geringe Abhängigkeiten von anderen Gewerken.

Schrittweise Sanierung statt Komplettumbau

In der Praxis wird häufig nicht die gesamte Anlage auf einmal umgebaut. Eine etappenweise Vorgehensweise kann vor allem dort sinnvoll sein, wo einzelne Zonen für Sicherheit oder Prozessqualität besonders relevant sind. Dazu zählen Verkehrswege, Sicherheitszonen, Wareneingang und Warenausgang, Prüf- und Sichtarbeitsplätze sowie Kommissionier- und Packbereiche.

„In Industrie und Logistik ist die Beleuchtung ein Betriebsmittel: Sie beeinflusst Sicherheit, Orientierung und die Qualität von Sicht- und Prüfprozessen“, erklärt Daniel Ludwig, Head of Sales KAM EGH bei Ledvance. „Das Sommerfenster mit Werksferien oder Shutdowns ist häufig der praktikabelste Zeitpunkt, um im Bestand zu modernisieren, mit kurzen Montagezeiten und minimalen Unterbrechungen. Gleichzeitig wird es wichtiger, vorausschauend zu handeln, weil Wartung und Ersatz konventioneller Leuchtmittel zunehmend schwerer planbar sind.“

Mit Blick auf anstehende Projekte ergänzt Ludwig: „Entscheidend ist, die Sanierung nicht als reines Beschaffungsthema zu behandeln, sondern als betriebliches Projekt mit klaren Prioritäten. Wer zunächst die sicherheits- und qualitätskritischen Bereiche modernisiert und die Basis so plant, dass sie später erweiterbar bleibt, reduziert Risiken und schafft zugleich die Grundlage für weitere Effizienzschritte.“

Typische Planungsfehler

Als häufige Fehler nennt Ledvance eine zu starke Fokussierung auf den Energieverbrauch, ohne betriebliche Anforderungen ausreichend zu berücksichtigen. Auch pauschale Lösungen für alle Hallenbereiche können problematisch sein, da Industrie- und Logistikflächen meist unterschiedliche Zonen mit verschiedenen Anforderungen aufweisen.

Ein weiterer Punkt ist die Projektkomplexität. Wenn Vernetzung und Steuerung von Beginn an dominieren, kann eine Lichtsanierung rasch zu einem IT-Projekt werden. Eine robuste Basisinstallation, die später um Lichtmanagement, Sensorik oder Steuerung erweitert werden kann, wird als pragmatischer Ansatz beschrieben.

Fragen vor der Umsetzung

Für die Planung einer Lichtsanierung im Wartungsfenster sind aus Betreibersicht mehrere Punkte zu klären:

  • Welche Zonen sind sicherheits- oder qualitätskritisch und sollten vorrangig saniert werden?
  • Wo sind Unterbrechungen im Betrieb tolerierbar, und wie lässt sich die Sanierung etappieren?
  • Welche Anforderungen ergeben sich aus Arbeitsschutzvorgaben, Normen oder Audits?
  • Welche Umgebungsbedingungen liegen vor, etwa Staubbelastung, Feuchtigkeit oder Dauerbetrieb?
  • Wie lassen sich Eingriffe in bestehende Strukturen möglichst gering halten?
  • Soll die Anlage so geplant werden, dass später ein Lichtmanagement ergänzt werden kann?

Durch die schrittweise Einschränkung der Verfügbarkeit konventioneller Leuchtmittel gewinnt die langfristige Betreibbarkeit bestehender Anlagen an Bedeutung. Neben Effizienzfragen rücken damit Wartungsaufwand, Ersatzteilverfügbarkeit und die Vermeidung ungeplanter Stillstände stärker in den Vordergrund.

Weitere Informationen finden Sie unter www.ledvance.de.

Quelle: Ledvance

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