Von 22. bis 27. September 2026 finden in Shanghai die Berufsweltmeisterschaften WorldSkills statt. Österreich geht mit 48 jungen Fachkräften an den Start und stellt laut SkillsAustria damit das größte europäische Team. Insgesamt werden rund 1.400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus mehr als 70 Ländern und Regionen in 64 Wettbewerbsberufen erwartet.

Team Oberösterreich
stehend: Jonas Danninger (Kälte- und Klimatechniker), Betonbauer Lukas Ritzberger, Maximilian Lindlbauer (Gartengestaltung, Vizepräsident Leo Jindrak, Daniel Schinagl (Schweißen), Juliana Hain (Steinmetzin), Sarah Klinger (Bäckerin), Miriam Haider (Mode-Technologie), (v. l.)
vorne: Konditorin Lisa Schögl, Anlagenelektriker Martin Riegler, Roman Stadler (Gartengestalter) und Koch Hannes Sortsch (v. l.)
Nicht am Bild: Jakob Schaumberger (Elektroniker), Elektrotechniker Florian Demelbauer und Vanessa Probst sowie David Höpoldseder (Robot Systems Integration) (Foto: WKO OÖ/Röbl)
Für die technische Branche sind vor allem jene Bewerbe relevant, in denen industrielle, digitale und gebäudetechnische Kompetenzen im internationalen Vergleich sichtbar werden. Dazu zählen unter anderem Kälte- und Klimatechnik, IT-Netzwerk- und Systemadministration, Maschinenbau-CAD, CNC-Fräsen sowie der Teambewerb Industrie 4.0.
EuroSkills-Erfahrung als Vorteil
Sieben Mitglieder des österreichischen WorldSkills-Teams waren bereits bei den EuroSkills 2025 in Herning im Einsatz. Diese Erfahrung soll nun in Shanghai helfen. Internationale Berufswettbewerbe verlangen nicht nur fachliche Präzision, sondern auch Zeitmanagement, Belastbarkeit und die Fähigkeit, unter Beobachtung fehlerarm zu arbeiten.
Zu den erfahrenen Teilnehmern zählt Jonas Danninger aus Oberösterreich. Der Kälte- und Klimatechniker von Hauser Kältetechnik in Linz gewann bei den EuroSkills 2025 Gold und wurde zusätzlich als „Best of Nation“ ausgezeichnet. In Shanghai muss er komplexe Kälte- und Klimaanlagen montieren, Fehler suchen und Anlagen unter Zeitdruck in Betrieb nehmen.
„Der Europameistertitel ist schön. Aber in Shanghai hilft er mir nicht. Dort fängt alles wieder bei null an“, sagt Danninger. Entscheidend seien aus seiner Sicht sauberes Training und akribische Vorbereitung. Bereits kleine Abweichungen könnten auf diesem Niveau ausschlaggebend sein.
Technische Bewerbe mit hoher Praxisnähe
Auch Tarik Begeta aus Wien bringt internationale Wettbewerbserfahrung mit. Er holte bei den EuroSkills Bronze in der IT-Netzwerk- und Systemadministration. Bei den WorldSkills muss er Netzwerke planen, Server konfigurieren, Systeme absichern und technische Probleme unter Zeitdruck lösen. Der Bewerb spiegelt damit zentrale Anforderungen moderner IT-Infrastrukturen wider.
Im Bereich Maschinenbau-CAD tritt Sandro Flatz aus Fußach in Vorarlberg an. Er belegte bei den EuroSkills Rang vier und erhielt eine „Medallion for Excellence“. Sein Wettbewerb erfordert räumliches Vorstellungsvermögen, technisches Verständnis und hohe Genauigkeit bei der Konstruktion komplexer Bauteile und Baugruppen.
Deniz Mutun aus Lustenau startet im CNC-Fräsen. Auch er war bereits bei den EuroSkills dabei und verweist auf Erfahrungen, die im regulären Training nur schwer abbildbar sind: Abläufe, Atmosphäre und der Umgang mit Drucksituationen seien Faktoren, die man erst im Wettbewerb wirklich kennenlerne.
Industrie 4.0 im Teambewerb
Besondere Bedeutung für Industrieunternehmen und Automatisierungsbetriebe hat der Teambewerb Industrie 4.0. Dort treten Raphael Beutel aus Niederösterreich und Oliver Pape aus Wien gemeinsam an. Während Beutel bereits EuroSkills-Erfahrung mitbringt, ist Shanghai für Pape der erste internationale Bewerb dieser Größenordnung.
Die Aufgaben umfassen das Vernetzen von Produktionsprozessen, das Programmieren von Systemen, die Auswertung von Daten sowie das schnelle Reagieren auf Störungen. Neben technischem Einzelkönnen zählt dabei vor allem das Zusammenspiel im Team. Der Bewerb zeigt, welche Qualifikationen für digitalisierte Produktionsumgebungen zunehmend relevant werden.
Weitere österreichische Starter mit EM-Erfahrung
Neben den technischen Bewerben treten auch weitere EuroSkills-erprobte österreichische Fachkräfte in Shanghai an. Elena Mathis aus Vorarlberg reist als Europameisterin im Beruf Hotel-Rezeption zur Berufs-WM. Koch Hannes Sortsch aus Oberösterreich belegte bei den EuroSkills wie Sandro Flatz Rang vier und will seine Erfahrungen nun auf Weltmeisterschaftsniveau nutzen.
Für SkillsAustria sind die WorldSkills nicht nur ein Medaillenbewerb, sondern auch ein internationaler Vergleich beruflicher Ausbildungssysteme. Für Unternehmen, Ausbildungsbetriebe und Fachorganisationen liefern die Wettbewerbe Hinweise darauf, welche Kompetenzen junge Fachkräfte in technischen Berufen unter realitätsnahen Bedingungen abrufen können.
In Shanghai beginnt die Wertung für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder bei null. Der Unterschied für die sieben österreichischen EuroSkills-Starter: Sie kennen den internationalen Wettbewerbsdruck bereits – und wissen, wie knapp auf diesem Niveau Erfolg und Enttäuschung beieinanderliegen können.
Weitere Informationen auf: www.skillaustria.at
Quelle: SkillAustria





