Studie zu Rechenzentren, IT-Erneuerung und Europas Standortbedingungen:

Investitionen in KI-Infrastruktur bis 2050: PwC erwartet 31,6 Billionen US-Dollar

von Julia Petz
Foto: © PwC Österreich & www.i-magazin.com / mit KI zusammengefügt

Weltweit könnten bis 2050 rund 31,6 Billionen US-Dollar in KI- und Rechenzentrumsinfrastruktur fließen. Das prognostiziert PwC im aktuellen Global Data Centre Outlook 2026 –2050, über den das Unternehmen am 1. Oktober 2026 informierte. Für Europas Anteil an diesen Investitionen ist nach Einschätzung von PwC vor allem der Zugang zu bezahlbarem und verlässlichem Strom entscheidend.

Erneuerung der IT-Ausstattung hält den Kapitalbedarf hoch

Die jährlichen Investitionen in Rechenzentren steigen laut PwC-Prognose von rund 800 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 auf 1,8 Billionen US-Dollar im Jahr 2050. Der Kapitalbedarf endet nicht mit dem Bau der Gebäude: Chips, Server und weitere IT-Komponenten müssen alle vier bis sechs Jahre erneuert werden. Damit unterscheidet sich die Kostenstruktur von Infrastrukturprojekten, bei denen die Errichtung den größten Teil der Ausgaben ausmacht.

Die IT-Ausstattung hat heute einen Anteil von rund 70 Prozent an den Gesamtinvestitionen. Bis 2050 soll dieser Anteil auf voraussichtlich 93 Prozent steigen. Für jeden US-Dollar, der in den Bau von Rechenzentren fließt, fallen langfristig etwa zwölf US-Dollar an weiteren IT-Ausgaben an. Für Betreiber und Investoren ist damit nicht nur die Errichtung, sondern auch die wiederkehrende Beschaffung von Hardware ein wesentlicher Kostenfaktor.

Die globale Prognose hängt wesentlich von der Nachfrage und der Verfügbarkeit von Chips ab. Bei stärkerem Nachfragewachstum könnte der Investitionsbedarf nahezu 50 Billionen US-Dollar erreichen. Strengere Exportkontrollen und gestörte Chip-Lieferketten könnten das weltweite Volumen dagegen auf 25,5 Billionen US-Dollar drücken – deutlich unter den Wert des Basisszenarios von 31,6 Billionen US-Dollar.

i-Magazin Newsletter

Du willst mehr Infos zu „Strombedarf und Standortwahl von Rechenzentren“?

In unserem wöchentlichen Newsletter bekommst du alles Wichtige aus der Elektro- und Energiebranche direkt in dein Postfach – kompakt und kostenlos.

Jetzt abonnieren →

Auf Europa entfallen voraussichtlich 5,6 Billionen US-Dollar

Die USA ziehen der Studie zufolge mit 15,1 Billionen US-Dollar rund 48 Prozent der weltweiten Investitionen an. PwC verweist dabei auf das leistungsfähige Chip-Ökosystem und die führende Rolle des Landes bei der Entwicklung großer KI-Modelle. Auf den asiatisch-pazifischen Raum entfallen voraussichtlich 8,2 Billionen US-Dollar; innerhalb der Region nennt PwC China und Indien als führend.

Für Europa erwartet PwC Investitionen von 5,6 Billionen US-Dollar. Der Anteil der Region an den globalen Investitionen bleibt damit deutlich hinter ihrem Anteil an der weltweiten Wirtschaftsleistung zurück. Als Hemmnisse nennt die Studie begrenzte Stromkapazitäten, aufwendige Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie fragmentierte Regulierung. Innerhalb Europas dürften Deutschland, Großbritannien und Spanien die höchsten Investitionen anziehen, gefolgt von Frankreich und Schweden.

Stromversorgung und Genehmigungen prägen die Standortwahl

Für neue Rechenzentren zählt nach Einschätzung von PwC die Verfügbarkeit von bezahlbarem, verlässlichem und CO₂-armem Strom. Weitere Standortfaktoren sind schnelle Datenverbindungen, Sicherheit und vertrauenswürdiges Hosting für sensible Daten. Damit betrifft der Ausbau der KI-Infrastruktur nicht allein Betreiber von Rechenzentren: Auch Stromnetze und Genehmigungsverfahren beeinflussen, wo Kapazitäten entstehen können.

Rudolf Krickl, CEO von PwC Österreich, verbindet diese Anforderungen mit dem Standort Österreich: „Wer KI-Investitionen fördern will, braucht leistungsfähige Stromnetze, rasche Genehmigungen und verlässliche Rahmenbedingungen.“ Energieversorgung und digitale Infrastruktur müssten gemeinsam weiterentwickelt werden, um Wertschöpfung im Land zu sichern. Thomas Inführ, Head of Automation & AI Solutions bei PwC Österreich, verweist zudem auf erneuerbare Energien und hohe bauliche Standards als mögliche Stärken Europas.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch sind laut PwC die weltweiten Investitionen in KI- und Rechenzentrumsinfrastruktur bis 2050?

PwC prognostiziert im Basisszenario weltweite Investitionen von rund 31,6 Billionen US-Dollar bis 2050.

Warum bleibt der Kapitalbedarf für Rechenzentren nach dem Bau hoch?

Chips, Server und weitere IT-Komponenten müssen laut Artikel alle vier bis sechs Jahre erneuert werden. PwC erwartet, dass der Anteil der IT-Ausstattung an den Gesamtinvestitionen bis 2050 auf 93 Prozent steigt.

Welche Faktoren beeinflussen Europas Anteil an den Investitionen?

PwC nennt vor allem bezahlbaren, verlässlichen und CO₂-armen Strom. Begrenzte Stromkapazitäten, aufwendige Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie fragmentierte Regulierung gelten als Hemmnisse.

Weitere Informationen finden Sie unter www.pwc.at.

Quelle: PwC Österreich

Ähnliche Artikel

Hinterlassen Sie einen Kommentar

* Zur Speicherung Ihres Namens und Ihrer E-Mailadresse klicken Sie bitte oben. Durch Absenden Ihres Kommentars stimmen Sie der möglichen Veröffentlichung zu.