Ladesäulen planen, bevor sie stecken bleiben:

Ladeinfrastruktur: die Planung mit avori

von Laura Peichl
Foto: © Julian Huke Photography

Über Ladepunkte wird viel gesprochen. Doch bevor die erste Säule montiert wird, beginnt die eigentliche Arbeit: in der Planung. avori setzt dort an – mit digitalen Werkzeugen, die Ladeinfrastruktur strukturierter, vergleichbarer und schneller planbar machen sollen.

Es war ein Nebensatz in einer Aussendung zum Energie Startup Pokal 2026, der die i-Magazin-Redaktion aufhorchen ließ: avori belegte dort den zweiten Platz – mit einem digitalen Ansatz, der die Planung von Ladesäulen strukturieren und auch ohne tiefes Spezialwissen zugänglich machen soll. Der Preis selbst ist nicht die Geschichte. Spannend ist die Frage, warum ein solches Werkzeug notwendig geworden ist.

Denn Ladeinfrastruktur scheitert selten an der Wallbox allein. Sie scheitert an der Komplexität davor: Wer braucht wie viele Ladepunkte? Was gibt der Standort her? Welche Ausbaustufe ist sinnvoll? Wie bekomme ich vergleichbare Angebote? Welche Anbieter kommen infrage?

Wenn jede Begehung von vorne beginnt

Stefanie Balzarek, Gründerin von avori, kennt das Problem aus jahrelanger Erfahrung in Planung und Installation von Ladeinfrastruktur. Mehrere Anbieter fahren nacheinander dasselbe Objekt an, jeder entwickelt ein eigenes Konzept, am Ende liegen Angebote vor, die sich nur schwer vergleichen lassen. Balzarek nennt das sinngemäß jenen „Begehungs-Tourismus“, der nicht nur nervig sein kann, sondern Zeit, Geld und Kapazitäten bindet.

Der Aufwand trifft beide Seiten: Eigentümer verlieren den Überblick, Anbieter gehen für jede Begehung und jedes Angebot in Vorleistung, ohne zu wissen, ob am Ende ein Auftrag steht. avori will diesen Aufwand verändern. Nicht die Begehung selbst soll verschwinden, sondern der Blindflug davor. Projektdaten sollen frühzeitig und einmalig erfasst werden, damit Eigentümer, Betreiber und Fachpartner schneller ins konkrete Projekt kommen.

Vom Ladepunkt zum Planungsprozess

Dahinter stehen zwei Werkzeuge. avori.IQ richtet sich an Ladeinfrastruktur-Dienstleister und Charging Point Operators, die Projekte von der Beratung bis zur Übergabe strukturieren wollen. avori.Market ist als herstellerneutraler Marktplatz angelegt, über den Eigentümer und Verwalter vergleichbare Angebote geprüfter Fachpartner erhalten können.

avori.IQ versteht sich als digitale Plattform für Beratung, Konzeptionierung und Planung von Ladeinfrastruktur. Kern ist ein intelligenter Assistent, der Kunden durch die Dateneingabe führt, auch ohne technisches Vorwissen, und relevante Projektdaten sammelt. avori spricht davon, dass sich die Planungszeit mit avori.IQ um bis zu 85 Prozent verkürzen lässt.

Der Hebel liegt nicht in einer Abkürzung bei der Facharbeit, sondern in der Standardisierung: Was bisher mehrfach, unstrukturiert oder zu spät erledigt wurde, läuft schneller, strukturierter und durch die digitale Datenhaltung transparenter.

Vergleichbarkeit statt Angebotsnebel

Wer Ladeinfrastruktur installieren lassen möchte, trifft oft nach langer Anbietersuche auf ein Problem: Angebote sehen unterschiedlich aus, beruhen auf unterschiedlichen Annahmen und lassen sich schwer nebeneinanderlegen.

Wer seine Immobilie auf avori.Market erfasst, was laut avori rund 15 Minuten dauern soll, stößt einen strukturierten Prozess an: eine einmalige Standortbegehung, technische Daten, ein begehbares 3D-Modell. Die Aufbereitung übernimmt avori.Market und führt die Angebote so zusammen, dass sie sich tatsächlich vergleichen lassen.

Warum das die Elektrobranche betrifft

Digitale Planung ersetzt nicht die elektrotechnische Fachkompetenz. Aber sie kann Daten sammeln, Bedarfe sichtbar machen, Varianten strukturieren und die Kommunikation zwischen Kunde, Anbieter und Projektpartnern vereinfachen. Für die Branche entstehen zwei Zugänge: avori.IQ als Planungswerkzeug im Branding des jeweiligen Anbieters und avori.Market als digitaler Marktplatz, über den vorbereitete Anfragen von Eigentümerseite hereinkommen sollen.

Planung ist der erste Ladepunkt

Die Mobilitätswende wird oft über Fahrzeuge, Ladeleistung und Netzanschlüsse diskutiert. Doch im Alltag entscheidet sich vieles früher: bei Datenerfassung, Variantenvergleich und der Frage, ob aus Interesse ein konkretes Projekt wird. avori macht sichtbar, dass Ladeinfrastruktur nicht nur gebaut, sondern vor allem geplant werden muss. Digitale Werkzeuge wie avori.IQ könnten ein wichtiger Baustein werden – nicht als Ersatz für Fachbetriebe, sondern als Brücke zwischen Bedarf, Planung und Umsetzung.

Von Thomas Buchbauer – Idee, Einordnung und journalistische Handschrift. Recherche und Textentwurf durch eine auf seinen Schreibstil abgestimmte KI; redaktionell geprüft, bearbeitet und verantwortet von Thomas Buchbauer.

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