Der europäische Batteriespeichermarkt dürfte 2026 deutlich stärker wachsen als im Vorjahr. Nach Angaben von Eupd Research sollen die jährlichen Installationen von 32 GWh im Jahr 2025 auf 57 GWh im Jahr 2026 steigen. Das entspräche einem Plus von 78 Prozent.
Die Prognose stammt aus dem aktuellen Ees Report Europe H1 2026. Sie zeigt, dass Batteriespeicher in Europa zunehmend vom ergänzenden Photovoltaik-Baustein zur systemrelevanten Flexibilitätsoption werden. Relevanz gewinnen Speicher laut Eupd Research sowohl im Heimbereich als auch in Gewerbe, Industrie und bei Großspeicherprojekten.
Deutschland bleibt ein zentraler Markt
Für 2026 erwartet Eupd Research die stärkste Marktdynamik in Deutschland, Bulgarien, Italien, dem Vereinigten Königreich und Spanien. Deutschland und Italien profitieren demnach von etablierten Installateursnetzwerken und bestehenden regulatorischen Rahmenbedingungen. Im Vereinigten Königreich und in Spanien sollen vor allem größere Front-of-the-Meter-Projektpipelines den Ausbau beschleunigen.
Auffällig ist die Rolle Bulgariens. Eupd Research führt den Aufstieg des Landes unter anderem auf EU-Wiederaufbauförderungen zurück. Das deutet darauf hin, dass der Speicherausbau in Europa nicht mehr ausschließlich von den bekannten Kernmärkten getragen wird, sondern zunehmend auch Mittel- und Südosteuropa erreicht.
Kostendruck, Strompreise und Solar-plus-Speicher treiben den Ausbau
Als zentrale Wachstumstreiber nennt Eupd Research sinkende Batteriekosten, höhere Strompreise und die stärkere Verbreitung von Solar-plus-Speicher-Systemen. Im Heimbereich stehen dabei vor allem Eigenverbrauchsoptimierung und die Senkung von Energiekosten im Vordergrund.
Auch gewerbliche und industrielle Speicher gewinnen an Bedeutung. Unternehmen setzen laut Report zunehmend auf Speicher, um Energiekosten zu reduzieren und lokal erzeugten Strom besser zu nutzen. Parallel dazu wächst das Segment der Großspeicher, gestützt durch bessere Marktchancen und politische Rahmenbedingungen. Hemmnisse bleiben jedoch Netzanschlüsse und Genehmigungsverfahren.
Heimspeicher wachsen weiter, Österreich unter den Top-Märkten
Das Heimspeichersegment bleibt laut Eupd Research einer der wichtigsten Wachstumstreiber. Die Installationen sollen von 11 GWh im Jahr 2025 auf 15 GWh im Jahr 2026 steigen. Das entspricht einem Wachstum von 36 Prozent.
Deutschland bleibt in diesem Segment der größte Markt in Europa. Dahinter folgen Italien, die Niederlande, das Vereinigte Königreich und Österreich. Für Elektroinstallationsbetriebe, Großhandel und Anbieter von Photovoltaik- und Energiemanagementlösungen bleibt der Heimspeichermarkt damit ein wesentliches Geschäftsfeld.
Wettbewerb verschiebt sich bei Heimspeichern
Der Report beschreibt auch Veränderungen in der Anbieterlandschaft. Im Jahr 2025 zählten Byd, Huawei, Sungrow und Fox Ess laut Eupd Research zu den führenden Marken im europäischen Heimspeichermarkt. Byd und Huawei kamen gemeinsam auf mehr als 30 Prozent Marktanteil.
Im ersten Halbjahr 2026 nennt Eupd Research Fox Ess, Huawei, Byd und Sigenergy als Top Vier. Der geringere Abstand zwischen den führenden Anbietern deutet laut Analyse auf einen ausgewogeneren Wettbewerb hin. Neue Anbieter gewinnen Marktanteile, während etablierte Hersteller ihre Positionen verteidigen müssen.
Der Wettbewerb verlagert sich dabei zunehmend von reiner Batteriehardware zu integrierten Lösungen. Relevanter werden modulare Speichersysteme, Energiemanagementfunktionen und breitere Produktökosysteme. Eupd Research geht davon aus, dass Fox Ess und Sigenergy bei anhaltenden Auslieferungstrends bis Ende 2026 zu den führenden Heimspeicher-Marken in Europa zählen könnten.
Marktreife und Regulierung werden entscheidend
Für die weitere Entwicklung verweist Eupd Research auf unterschiedliche Marktphasen innerhalb Europas. Reifere Märkte stabilisieren sich demnach unter dem Einfluss von Strommarktreformen. Aufstrebende Märkte gewinnen vor allem durch den Ausbau von Großspeichern an Dynamik.
Die Ukraine ist nicht Teil des Untersuchungsumfangs. Die Marktanteile im Heimspeichersegment beruhen laut Eupd Research auf einer eigenen Methodik, die unter anderem Auslieferungsdaten, Herstellerangaben, Marktanalysen sowie Erkenntnisse aus InstallerMonitor und ProsumerMonitor kombiniert.
Weitere Informationen finden Sie unter eupd-group.com.
Quelle: EUPD Group